Trend zu Freiwilligeneinsätzen in Betrieben
Immer öfter entsenden Unternehmen Mitarbeiter in Entwicklungsländer, um dort zeitlich begrenzt an Umwelt- und Sozialprojekten mitzuwirken. Dieses sogenannte "Global Corporate Volunteering" etabliert sich zunehmend als Teil der CSR-Unternehmensstrategie, hilft bei der Internationalisierung, motiviert Mitarbeiter und ist Talentschmiede für Führungskräfte.
Foto BSH
Speziell die global agierenden Unternehmen haben das Potenzial des Freiwilligeneinsatzes bisher erkannt. Der Computerriese IBM ermittelt etwa in Assessment-Centers jährlich 300 Top-Talente aus der ganzen Welt, mit denen IT-Projekte in Entwicklungsländern verwirklicht werden. "Was hier strategisch eingesetzt wird, ist das Know-how und Potenzial der ausgesuchten Mitarbeiter", betont Weber.
Die Freiwilligkeit zeigt sich dabei in verschiedenen Formen. Manchmal finanziert ein Unternehmen beispielsweise zwei Wochen und der Mitarbeiter steuert weitere Zeit seines Urlaubs bei, teils bezahlt ein Unternehmen alle Ausgaben oder stellt den Mitarbeiter über bestimmte Zeit völlig für ein Projekt frei.
Mögliche Vorteile verspricht Global Corporate Volunteering auf mehreren Ebenen. Oft geht es darum, eine Führungsrolle in der Entwicklung zu stärken. Vor allem zeigen sich die Chancen jedoch im Humankapital, wie Weber darlegt. "Ein Freiwilligeneinsatz holt Mitarbeiter aus der Komfortzone heraus und fördert interkulturelle Kompetenz, Teamfähigkeit und lösungsorientiertes Denken. Zudem öffnet er auch das Denken und gibt Einblick in fremde Märkte. Ein Bankangestellter, der einige Wochen lang bei einem Mikrokredit-Anbieter in Indonesien tätig ist, bringt von dort völlig neues Verständnis für die Materie mit."
Für das Gelingen des Einsatzes ist allerdings gute Planung unbedingte Voraussetzung. Eine von corporAID durchgeführte Studie, deren Ergebnisse auf der Konferenz präsentiert und im Frühjahr 2012 publiziert werden, zeigt vier Hauptkriterien dafür. "Zentraler Punkt des richtigen strategischen Aufsetzens eines Projekts ist das Matchmaking: Ziele und Partner müssen zusammenpassen, zudem gilt es gut zu prüfen, wie man die Fähigkeiten der beteiligten Mitarbeiter am besten einsetzt."
Sicherzustellen ist außerdem der maximale Gesellschaftsnutzen, den es intern und extern sichtbar zu machen gilt, sowie die Nachhaltigkeit. "Neu errichtete Strukturen können Menschen auch abhängig machen und der Intention des Projekts somit langfristig schaden. Deshalb zielen viele Volunteering-Projekte auf die Weiterentwicklung von Kapazitäten vor Ort", so Weber.
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