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Creating Shared Value: Nestlé veröffentlicht Fortschrittsbericht zur ländlichen Entwicklung

Weltweit verfügt Nestlé über mehr als 280.000 Beschäftigte, wobei die Zahl der dem Unternehmen zuarbeitenden Produzenten deutlich höher liegt. Nestlé selbst beziffert in seinem aktuellen „Creating Shared Value“ Report vier Millionen Menschen, die direkt oder indirekt von der Produktion des Global Players abhängig sind. Der besonderen Verantwortung, die sich aus dieser Tatsache ergibt, stellt sich Nestlé mit einer Fülle von Maßnamen und garantiert damit auch die eigene Versorgung mit Rohstoffen. Paul Bulcke, CEO Nestlé und Peter Brabeck-Letmathe, Chairman of the Board, formulieren gemeinsam: „Wir sind fest davon überzeugt, dass ein Unternehmen nur dann langfristig Erfolg haben und Mehrwert für seine Aktionäre schaffen kann, wenn es auch Mehrwert für die Gesellschaft generiert.“
Cover des aktuellen Berichts. Screenshot
05.05.2011 Vevey (UD/dl) - Seit 1995 veröffentlicht Nestlé in regelmäßigen Abständen Berichte über Umweltfragen, seit 2001 zudem über die Bauern, ländliche Entwicklung sowie die soziale und wirtschaftliche Entwicklung in Afrika und Südamerika. Dabei entwickelte das Unternehmen den Ansatz der gemeinsamen Wertschöpfung (Creating Shared Value). Mithilfe der alle zwei Jahre erscheinenden Statusberichte kontrolliert Nestlé seine Fortschritte auf diesem Gebiet und dokumentiert Maßnahmen zur Bewältigung zentraler Herausforderungen für das Unternehmen und die Gesellschaft. Kernthema des jetzt vorgestellten Fortschrittsberichtes ist die weltweite Ernährungssicherheit mit Blick auf die ländliche Entwicklung und Wasserversorgung. Dabei verfolgt der Konzern einen integrativen Ansatz, der alle Aspekte der Wertschöpfungskette (Kunden, Produzenten, Lieferanten) einbezieht.

Steigerung der Produktion

Experten schätzen, dass die weltweite Nahrungsmittelproduktion bis 2050 mindestens verdoppelt werden muss. Gründe sind die wachsende Weltbevölkerung und der steigende Anspruch einer neuen Mittelschicht in den sich entwickelnden Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas. Eine Steigerung der Produktion kann dabei auf zwei Wegen erreicht werden: eine Vergrößerung der Anbaufläche oder eine Erhöhung der Produktion pro Landeinheit. Da eine Ausweitung der landwirtschaftlich genutzten Fläche durch Bodenbeschaffenheit und fehlendem Wasserzugang begrenzt ist, kommt der Bericht zu dem Schluss, dass eine Ertragsteigerung auf den bestehenden Flächen zentral und möglich ist. Dies ergibt sich auch aus den unterschiedlichen Ernteerträgen der untersuchten Flächen, die sich auf die Qualität des Saatgutes sowie die Versorgung der Pflanzen mit Wasser und Nährstoffen zurückführen lässt.

Überwindung von ländlicher Armut gegen eine Versorgungskrise

Für Robert L. Thompson, emeritierter Gardner-Stiftungsprofessor für Agricultural Policy der University of Illinois und einer der Autoren des „Creating Shared Value“ Reports, hängen die Steigerung von Ernteerträgen und die Entwicklung des ländlichen Raumes eng zusammen: „Die Steigerung der landwirtschaftlichen Produktivität ist Voraussetzung für die Bekämpfung der Armut in ländlichen Gebieten, für eine höhere nationale Ernährungssicherheit und für eine bessere weltweite Nahrungsmittelversorgung.“ Die Entwicklung des Agrarsektors dürfe dabei aber nicht das Ende der Bemühungen sein, sondern stünde lediglich am Anfang einer nachhaltigen Entwicklung. Langfristig müssten die Erträge pro Landeinheit in einem Umfang gesteigert werden, der es den Betroffenen erlaube, Überschüsse zu erwirtschaften, diese zu verkaufen und anschließend eigene Weiterverarbeitungsmöglichkeiten zu schaffen. Hierbei seien schlechte Infrastruktur, mangelnde Ausbildung und fehlender Know-how-Transfer die Haupthindernisse von Entwicklung.

Grundsätzlich unterscheidet Thompson fünf Wege zur nachhaltigen Entwicklung des ländlichen Raumes: Bauern können ihren Ertrag durch eine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen, sinnvolle Bewässerungsmaßnahmen und einem wirksamen Schutz vor Schädlingen schützen, oder auf genetisch hochwertigeres Saatgut umstellen. Sie können die Anbaufläche vergrößern oder durch Weiterverarbeitung der eigenen Produktion außerlandwirtschaftliche Einkommensquellen erschließen. Als Alternative verweist er auf Bildung als Möglichkeit, außerhalb der Landwirtschaft Einkommen zu erwirtschaften und somit die Zahl der von der Anbaufläche Abhängigen zu verringern. Bei allen Punkten bedürfe es aber Förderung von Außen. Nestlé habe hier im Rahmen des Ausbaus der gemeinsamen Wertschöpfungskette Lösungswege aufgezeigt.

Nestlés Beitrag

Das Unternehmen selbst zeigt an diesem Punkt drei erfolgreiche Ansätze auf. So erhöhen lokale Verarbeitungsstationen die Möglichkeiten der Landbevölkerung, außerhalb des eigentlichen Anbaus Einkommen zu erwirtschaften. In diesem Zusammenhang verweist der Bericht auf über 443 Produktionsanlagen oder Fabriken, von denen schon heute über die Hälfte in Entwicklungsländern angesiedelt sind. Die vergangenen Jahre haben dabei gezeigt, dass diese oftmals als Anziehungspunkte der einheimischen Bevölkerung dienen und somit nicht nur einen Beitrag zur hochwertigen Verarbeitung der vorhanden Rohstoffe, sondern auch zur ländlichen Entwicklung ganzer Regionen leisten. Auch investierte der Konzern in den letzten Jahren verstärkt in Beratungsmöglichkeiten für die einheimische Bevölkerung und konnte etwa in den großen Anbaugebieten von Kaffee und Kakau in Afrika oder Lateinamerika den Ertrag der Bauern steigern und gleichzeitig die Qualität der benötigten Rohstoffe erhöhen. Insgesamt schulte der Konzern 2010 dabei fast 150.000 Bauern. Darüber hinaus schloss Nestlé die Finanzierungslücke vieler Kleinbauern, indem das Unternehmen selbst mehr als 45 Millionen US$ als Kredite vergab. Die Anschaffung neuer Technologie und der Ausbau der lokalen Infrastruktur konnte damit gerade für Bevölkerungsgruppen erleichtert werden, die aufgrund mangelnder Sicherheiten nur schwer an handelsübliche Darlehen kommen. Mit diesen Maßnahmen gelingt es dem Unternehmen nicht nur, die Versorgung der eigenen Produktion sicherzustellen, es fördert auch aktiv die Entwicklung großer Regionen und erhöht die Lebensqualität langfristig.

Beispiel Milchproduktion

Über 40 Prozent der Milch, die Nestlé verarbeitet, kauft das Unternehmen direkt bei den Erzeugern. Gleichzeitig stehen 87 der konzerneigenen Fabriken im ländlichen Raum und dienen der Milchproduktion. Durch Trainingsmaßnahmen und Partnerschaften mit lokalen Bildungsinitiativen steigert das Unternehmen nicht nur den Gewinn der Bauern, sondern sichert auch die Ausbildung der Kinder. Einige Fabriken sind darüber hinaus zu Zentren kleinerer Ortschaften geworden und haben weitere Industrien und damit Arbeitgeber angezogen. Interne Schulungsmaßnahmen an den Standorten erhöhen zusätzlich die Akzeptanz von Arbeitsstandards und verbessern die Sicherheit des Personals. In Südamerika führte diese Entwicklung zur Einführung von internationalen Standards hinsichtlich Ruhepausen, sicheren Fahrverhaltens, ärztlicher Kontrollen und Alkoholtests sowie der Flottenwartung.

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Grafik: Husin Sani/Flickr

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Foto: Verena N./Pixelio


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