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Nokia-Blog: Wo „grüne“ auf mobile Lebensstile treffen

Handys sind aus einer mobilen und globalisierten Welt nicht mehr wegzudenken. Dabei stehen die Mobiltelefon-Hersteller heutzutage vor größeren Herausforderungen denn je: immer kürzere Produktzyklen, wachsende technologische Anforderungen der Kunden oder enormer Kostendruck. Ökologische Kriterien bleiben dabei jedoch oft ausgeklammert. Mit seiner Internet-Initiative „It´s easy to be green“ will Nokia hingegen zeigen, wie sich grüne und mobile Lebensstile miteinander verbinden lassen.
http://www.youtube.com/watch?v=o8rR6fCjfQ4
„Nokia Conversations" – The official Nokia Blog im Internet
23.06.2010 Münster/ Frankfurt am Main  (UD/apk) - Die Welt wird immer mobiler. Zumindest was die Zahl der Handynutzer angeht. Nach Schätzungen der International Telecommunication Union, eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen, waren Ende 2009 weltweit rund 4,6 Milliarden Handys im Umlauf. Vor allem in Schwellenländern ist der Nachholbedarf hoch, die Nachfrage nach Mobilfunkgeräten ungebrochen. Die durchschnittliche Besitzdauer eines Mobiltelefons nimmt dabei jedoch zunehmend ab. In Deutschland tauschen Mobiltelefonnutzer ihr Gerät im Durchschnitt spätestens nach anderthalb bis zwei Jahren gegen ein neues aus. Rund 100 Millionen Altgeräte werden jedes Jahr allein in Europa entsorgt, große Mengen an Ressourcen für die Produktion benötigt, viel CO2 bei Herstellung und Nutzung emittiert.

Die Mobiltelefon-Hersteller stehen zudem vor steigenden Herausforderungen. So gilt es, immer kürzere Produktzyklen mit vielfältiger und höher werdenden Ansprüchen der Kunden zu vereinbaren. All das geschieht bei großem Wettbewerbs- und Kostendruck. Ökologische Bedenken werden angesichts des technologischen Fortschritts oftmals außen vor gelassen. Der finnische Telekommunikationskonzern Nokia, Weltmarktführer seiner Branche, will hingegen zeigen, dass der Spagat zwischen einem mobilen, technologischen und einem ökologischen Lebensstil gelingen kann. Hierbei setzt Nokia zum einen auf umweltfreundlichere Herstellungsmethoden und energieeffizientere Modelle, hat aber zum anderen auch die Rolle der Endnutzer vor Augen.

„Umweltschutz muss nicht nur heißen, in Solarenergie zu investieren oder sich ein Elektroauto zu kaufen. Wir können bei unseren alltäglichen Lebensgewohnheiten ansetzen – zum Beispiel bei der Handynutzung“, erklärt das Unternehmen auf seiner Website. Um das ökologische Bewusstsein seiner Kunden zu stärken, nutzt Nokia zeitgemäße und schnelle Kommunikationswege. Auf seinem Unternehmensblog „Nokia Conversations“ hat der Mobiltelefonhersteller die Initiative „It´s easy to be green“ (Link: http://conversations.nokia.com/category/environment/) ins Leben gerufen. Mit Hilfe von kurzen, ansprechend animierten Videos veranschaulicht Nokia die Vereinbarkeit eines mobilen und grünen Lebensstils. Die Ansatzpunkte sind hier breit gefächert: von dem Akkuaufladevorgang über das Reiseverhalten und die PC-Nutzung bis hin zum korrekten Recycling. Nokia erklärt dabei anhand eingängiger Rechenbeispiele, mit welch teils einfachen Mitteln sich Energie einsparen lässt und damit CO2-Emissionen vermieden werden können.

Recycling mit Hilfe aus Bollywood

Allein beim Aufladen des Handyakkus ist das Einsparpotenzial beachtlich. Würden alle der mehr als eine Milliarden Nokia-Nutzer ihr Mobiltelefon direkt nach dem Aufladen vom Stromnetz nehmen, ließe sich die Energiebedarf von 100.000 durchschnittlichen großen, europäischen Haushalte einsparen. Viele andere einfache Maßnahmen können einen Beitrag zur Energie- und CO2-Reduktion leisten, etwa eine geringfügige Verringerung der Displayhelligkeit des Telefons oder die Deaktivierung von Handydienste wie WLAN oder Bluetooth, wenn diese nicht benötigt werden.

Auch beim Thema Recycling will Nokia das Bewusstsein seiner Kunden schärfen. Nach Umfragen von Nokia sind sich rund 50 Prozent der Handynutzer gar nicht bewusst, dass Mobiltelefone recycelt werden können. Lediglich drei Prozent der Nutzer bringen ihre Altgeräte zu Recyclingstellen. „Bei so vielen Menschen liegen alte Handys ungenutzt zuhause. Ökologisch betrachtet sind das ungenutzte Werte und verschenktes Potenzial“, erklärt Markus Terho, Director im Bereich Environmental Affairs, Customer & Market Operations bei Nokia. Wenn jeder Nokia-Kunden nur eines seiner alten Mobiltelefone recyceln würde, kämen rund 80.000 Tonnen Rohmaterial zusammen, die dann nicht mehr aus der Erde abgebaut werden müssten. Auch der Klimaschutz würde hiervon profitieren. Ein solches Volumen an wiederverwendbarem Rohmaterial entspräche einer CO2-Reduktion von jährlich 1,3 Millionen Autos. „Nokia hat in 85 Ländern eine Recycling-Infrastruktur mit Abgabestellen aufgebaut. Das müssen wir nutzen“, ergänzt Terho.

Mit welche Maßnahmen sich das Bewusstsein und die Bereitschaft zum Recycling steigern lässt, beweist eine vielversprechende Medienkampagne in Indien. Das Projekt „Planet ke Rakhwaale“ (Retter der Erde) hat sich auf dem Subkontinent dank prominenter Unterstützung zum Erfolg entwickelt. Shahrukh Kahn, über die Grenzen seines Landes hinaus bekannter Bollywood-Star, engagiert sich für die Kampagne. Seit ihrem Start im vergangenen Jahr wurden bereits mehr als 15,6 Tonnen an Handybauteilen recycelt. Diese finden nun Verwendung in neuen Mobiltelefonen oder völlig anderen Produkten wie Musikinstrumenten oder sogar Zahnfüllungen.

Wie sich Mobiltechnologie und ein grüner Lebensstill vereinen lässt, beweist das Thema Reisen. Handys und anderen mobilen Endgeräte werden zunehmend so konzipiert, dass sie sich auch für Telefon- oder Videokonferenzen eignen. CO2-Emissionen, die etwa bei Geschäftsreisen anfallen, könnten durch verstärkten Einsatz von neuen Mobiltechnologien vermieden werden. Auch hier führt Nokia das Potenzial der Technik mit einem einfachen Rechenbeispiel vor Augen. Würden 10 Prozent der Nokia-Kunden auf nur eine Flugreise zu einem Geschäftstreffen im Jahr verzichten und stattdessen eine Videokonferenz abhalten, ließen sich CO2-Emissionen von über 18 Millionen Menschen vermeiden.

Facebook-Updates: Handy spart CO2

Auch im Falle anderer Lebensgewohnheiten verdeutlichen die Macher des Blogs den Nutzen der Mobiltelefone für die Umwelt. Für viele Menschen ist es inzwischen zum Alltag geworden, fast permanent im Internet miteinander zu vernetzen und zu kommunizieren. Wer für jede Profil-Änderung in seinem sozialen Netzwerk seinen PC nutzt, verursacht CO2-Emissionen. Für ein einziges Facebook-Status-Update per Computer lassen sich dagegen 100 Aktualisierungen mit dem Mobiltelefon durchführen.

Gerade solche Beispiele regen zur Diskussion zwischen den Lesern des Blogs an. Dabei ernten die Hinweise und Ratschläge des Unternehmens in der Regel breite Zustimmung. Zum Teil veröffentlichen die User eigene Verbesserungsvorschläge, verweisen auf weitere Websites zum Thema grüner Lebensstil oder schildern Ideen für technische Innovationen. Leser Andrés Agudelo fragt sich beispielsweise, warum noch nicht Handys gebaut werden, die mit kinetischer Energie betrieben werden, bei denen also Strom durch Bewegung gewonnen wird - etwa wenn das Mobiltelefon in der Jackentasche beim Gehen geschüttelt wird. Aber auch kritische Stimmen finden sich unter den Kommentaren. Manche Nutzer bemängeln, dass bislang kaum Solarhandys auf dem Markt sind oder dass die Akkus noch nicht ausreichend energieeffizient arbeiten. Der Nokia-Blog erweist sich aber auch ein Ort der Selbstkritik. Ein User bekennt beispielsweise, erst durch die „It´s easy to be green“-Initiative auf das Einsparpotenzial beim Aufladen des Handyakkus aufmerksam geworden zu sein. Ein anderer Leser bemerkt mit einem Augen zwinkernden Smiley: „Gelungene Videos. Aber nun fühle ich mich doch schuldig, diese auf meinem Laptop und nicht per Mobiltelefon geschaut und kommentiert zu haben.“ Mit den zahlreichen Einspartipps des Blogs lassen sich die dabei entstanden größeren CO2-Emissionen sicherlich wieder ausgleichen.

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Grafik: Husin Sani/Flickr

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