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Renault und BMW Group bei Nachhaltigkeit Spitze

Die Rating-Agentur oekom research hat in ihrer aktuellen Branchenanalyse die 15 weltweit größten börsennotierten Automobilunternehmen nach ökologischen und sozialen Kriterien untersucht. Auf einer Skala von A+ (Bestnote) bis D- (schlechteste Note) schnitt Renault als bestes Unternehmen mit der Note B ab, gefolgt von der BMW Group, ebenfalls mit der Note B, und PSA Peugeot Citroën mit der Note B-. Der Durchschnitt liegt mit dem Wert C+ etwas höher als bei der letzten Analyse, die einen Durchschnittswert von C ergab.
BMW Zentrale, Foto: BMW
29.04.2010 München (UD/pm) - Renault und BMW Group bleiben weiterhin die Spitzenreiter. „Unsere Untersuchung zeigt, dass die Autohersteller bei den wichtigsten Zukunftsthemen der Branche langsam ihre Abwehrhaltung ablegen“, stellt der verantwortliche Branchenanalyst Till Jung fest.

Die Senkung des Flottenverbrauchs und die damit verbundene Verringerung des CO2-Ausstoßes ist und bleibt eines der „heißen“ Themen. In der EU gilt nun die Vorgabe, die durchschnittlichen CO2-Emissionen bis 2015 auf 130 Gramm pro gefahrenen Kilometer zu reduzieren. Zuvor hatte die Industrie ihre 1998 getroffene Selbstverpflichtung zur Verminderung auf 140 g CO2/km bis 2008 mehrheitlich nicht erfüllt. Auf dem europäischen Markt führt der italienische Autobauer Fiat das Feld an mit durchschnittlichen CO2-Emissionen von 138 g/km, gefolgt von PSA Peugeot Citroen mit 140 g/km und Renault mit 143 g/km (alle Angaben beziehen sich auf 2008).

Die BMW Group verringerte von 2007 auf 2008 ihre CO2-Emissionen um ca. 7 Prozent auf einen Wert von 156 g/km für die gesamte Fahrzeugflotte. „Es ist ein Fortschritt, dass diese Zahlen nun leichter von den Herstellern erhältlich sind und wir uns nicht mehr nur auf Schätzungen verlassen müssen. Weltweite Daten werden allerdings kaum bereitgestellt, da sich die Hersteller auf regional unterschiedliche Berechnungsmethoden berufen. Derzeit macht nur Nissan absolute Angaben zum weltweiten durchschnittlichen Flottenverbrauch“, erklärt Jung.

Was die zukünftigen Reduktionsziele angeht, zeigt die Branche ein uneinheitliches Bild: „Richtig ambitioniert und langfristig ausgerichtet sind die meisten Ziele nicht,“ gibt Jung zu bedenken. „Mit gutem Beispiel gehen hier Renault und Nissan voran, die bereits Verringerungen der Emissionen für 2020 und 2050 angekündigt haben.“ Renault möchte bis 2020 den durchschnittlichen CO2-Ausstoß auf 95 g/km senken, was 33 Prozent weniger im Vergleich zu 2008 wären. In Deutschland ist die BMW Group am ehrgeizigsten. Sie gab bekannt, den Flottenausstoß bis 2020 um mindestens 25 Prozent zu reduzieren. Das käme einem CO2-Ausstoß von ca. 117 g/km gleich.

Viel Bewegung ist in die Frage nach alternativen Antrieben gekommen. Jung stellt fest: „Wer über das Jahr 2015 hinaus die regulatorischen Herausforderungen meistern möchte, kommt an einer zeitnahen Massenvermarktung von Elektrofahrzeugen und weiterentwickelten Hybridantrieben nicht vorbei.“ Die Analyse zeigt: Fast alle Konzerne arbeiten daran. Führend sind derzeit noch Toyota und Honda mit ihren erfolgreichen Hybridfahrzeugen wie dem „Prius“ und dem „Insight“. Renault und Nissan kooperieren beim Einstieg in den Massenmarkt mit rein elektrisch angetriebenen Autos. Bereits 2011 sollen die ersten Modelle in Dänemark und Israel angeboten werden, und 2012 könnte der weltweite Vertrieb für mehrere Fahrzeugtypen beginnen.

Weitere Herausforderungen wie fluorfreie Kältemittel in Klimaanlagen, Innenraumemissionen oder der Umgang mit Nanotechnologie werden von allen Automobilherstellern nur zögerlich angegangen.

„Bei den Antriebstechnologien ist der Wettlauf in vollem Gange“, fasst Jung zusammen. „Allerdings kommen wir im Sozial-Teil des Ratings zu einem zweigeteilten Ergebnis.“ Was Zuliefererstandards, Arbeitsrechte und die Gesundheit der Mitarbeiter angeht, schneiden nur die europäischen Unternehmen durchweg gut bis sehr gut ab. Die Japaner und Koreaner liegen geschlossen auf den hinteren Rängen und verschlechtern sich so in ihren Gesamtbewertungen. „Auch hier wünschen wir uns mehr Wettbewerb in Richtung Nachhaltigkeit“, so Jung.

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