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Hat CSR den "Shareholder Value" als Handlungsmaxime abgelöst?

Kaum ein Wort wird von Firmenlenker und Politikern derzeit so strapaziert wie "Nachhaltigkeit". Der ursprünglich aus der Fortwirtschaft stammende Begriff, der besagt, dass nur soviel Holz einschlagen werden soll wie wieder nachwächst. Nachhaltigkeit und CSR (Corporate Social Responsibility - Verantwortung der Unternehmen gegenüber der Gesellschaft), entwickeln sich zum Leitprinzip deutscher Unternehmen und haben den "Shareholder Value" als Handlungsmaxime abgelöst.
Bild: Marion Book
13.04.2010 Stuttgart  (UD/pm) - Fast alle DAX-Unternehmen haben eigene CSR-Bereiche, veranstalten sog. Stakeholder-Dialoge mit Gruppen, die spezifische Interesse am Unternehmen haben, und veröffentlichen CSR- oder Nachhaltigkeits-Berichte, in denen sie über ihr Verhalten gegenüber der Gesellschaft nach international verbindlichen Kriterien Rechenschaft ablegen. Auch im Mittelstand nimmt die Zahl der Unternehmen zu, die sich an Handlungsprinzipien von Nachhaltigkeit orientieren und darüber berichten. Große Investorengemeinschaften wie das "Carbon Disclosure Project" und die "Principles of Responsible Investments", die tausende von Milliarden Dollar anzulegen haben, wirken auf börsennotierte Firmen zusätzlich ein.

Nach dem Erlebnis der Finanzkrise geht es umso mehr darum, das Vertrauen der Bevölkerung zurückzugewinnen. In den letzten Jahren ist über sind immer mehr Fälle von Fehlverhalten in den Unternehmen in die Öffentlichkeit berichtet worden.  Nach Ansicht von Wolfgang Scheunemann, Geschäftsführer von dokeo und Initiator des Deutschen CSR-Forums, scheint jetzt die Zahl der Fälle zu sinken, jedoch bleibt das Medienecho angesichts einer sensibilisierten Öffentlichkeit hoch. "Während sich noch vor zwei Jahren viele Unternehmensvertreter trotz der Warnungen von Siemens Chief Compliance Officer Andreas Pohlmann auf dem Deutschen CSR-Forum nur halbherzig gegen Korruption aussprachen, hat sich seither die Stimmung gedreht: Dass Korruption, Mitarbeiterüberwachung, das sog. "Greenwashing" und viele andere CSR-Delikte tabu sein müssen, ist mittlerweile in vielen Branchen Geschäftsgrundlage".

Hierzu hatte das Deutsche CSR-Forum mehrfach Impulse setzen können: Initiativen von Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen wurden diskutiert und waren anschließend entweder rehabilitiert oder endgültig in der meinungsbildenden Fachöffentlichkeit durchgefallen. Baden-Württemberg ist bei der Weiterentwicklung von Nachhaltigkeit deutschlandweit führend. Das belegt nicht nur das 6. Deutsche CSR-Forum, der größten CSR-Veranstaltung Deutschlands. Dafür stehen auch die Nachhaltigkeits-Strategie der Landesregierung und die zu Jahresanfang bekanntgemacht Allianz von Landesmesse, Stiftung Entwicklungszusammenarbeit und dokeo, dem Initiator und Veranstalter des Deutschen CSR-Forums. Diese Allianz hatte eine erste deutschlandweite "Woche der Nachhaltigkeit" ausgerufen, in der mehr als 15 Veranstaltungen stattfinden.

Rund um dokeo und das Deutsche CSR-Forum sind weitere Initiativen entstanden, wie die Wirtschaftsinitiative "Rio18", deren Ziel es ist, eine Brücke zwischen Unternehmen und besonders kritischen Nichtregierungsorganisationen zu bauen und auf die außergewöhnlichen strategischen und kommunikativen Möglichkeiten im Vorfeld des zwanzigsten Jahrestages der UN-Konferenz von Rio 1992 hinzuweisen.

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Grafik: Husin Sani/Flickr

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Foto: Verena N./Pixelio


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