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"Nachhaltige Unternehmensführung bedeutet viel mehr als nur Energieeffizienz"

Praktizierte Nachhaltigkeit im Sinne eines umfassenden Unternehmensprinzips - dies ist für Dr. Reinhard Zinkann, Geschäftsführender Gesellschafter der Miele & Cie. KG, aktuell die zentrale Herausforderung für Europas Hausgeräteindustrie. Gerade in Zeiten unsteter Märkte und verbreiteter Verunsicherung der Verbraucher sei die vertrauensbildende Wirkung nachhaltig orientierter Premiummarken ein besonderer Erfolgsfaktor, erklärte Zinkann auf der IFA im Rahmen der von ihm gesprochenen "International Keynote" des dritten Messetages.
Miele-Geschäftsführer Dr. Reinhard Zinkann, Foto: Miele
10.09.2009 Berlin (UD/cp) - Dazu zähle allerdings nicht nur das stete Bemühen um mehr Energieeffizienz, umweltschonende Produktion und bessere Recyclingfähigkeit. Gemeint sei insbesondere auch eine Unternehmensphilosophie im Sinne langfristigen Denken und Handelns sowie ein verantwortungsvoller Umgang mit den Mitarbeitern und das klare Bekenntnis zur heimischen Produktion. All dies sei nur zu gewährleisten, solange ein Unternehmen gefährliche Abhängigkeiten von externen Kapitalgebern vermeidet. "Außerdem müssen natürlich die Produkte so beschaffen sein, dass sie nicht nur sehr lange halten, sondern auch sehr lange technologisch, ökologisch und ästhetisch zeitgemäß bleiben", konstatierte Zinkann, der gleichzeitig als Hausgeräte-Sprecher im Zentralverband der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) sowie als Vizepräsident des Markenverbands fungiert.

Abschließend sprach sich Zinkann für eine Stärkung des beratungsorientierten Fachhandels im Sinne nachhaltig orientierter Vertriebspartnerschaften aus, ohne die eine erfolgreiche Markenpflege gar nicht möglich sei. Zinkann: „Auch diese Facette unternehmerischen Denken und Handelns ist ein wesentlicher Baustein umfassend praktizierter Nachhaltigkeit.“


Erste These
Nachhaltigkeit wird als Imagefaktor noch wichtiger

Denn das umfassende Bedürfnis nach nachhaltiger Stabilität und Sicherheit präge in dieser wirtschaftlich unsicheren Zeit in einem Maße das gesellschaftliche Klima, das Unternehmen diesem Rechnung tragen müssen, erläutert Zinkann. Dabei gehe es nicht allein darum, ob die potenziellen Kunden daran glauben, dass für diese Marke auch in zehn oder zwanzig Jahren noch ein guter Kundendienst existiere. Sondern auch darum, ob der Besitz eines Gerätes des Unternehmens auf den Besitzer ein positives Image von Verantwortung und Weitsicht abstrahlt, führt er fort.

Zweite These
Daher bleibt steigende Energieeffizienz eine wesentliche Voraussetzung für den Markterfolg

In diesem Bereich befinde sich Miele auf einem guten Weg, erklärt Zinkann. Dennoch betont er: „Wir Hersteller bekennen uns zu der Notwendigkeit, in unserem Bemühungen um energieeffiziente Hausgeräte keinen Deut nachzulassen. Und wir stellen uns dem Wettbewerb, der in unser aller Interesse seit Jahrzehnten für immer leistungsstärkere, zuverlässigere, langlebigere und energieeffizientere Geräte gesorgt hat.“

Dritte These
Wer sich am Markt behaupten möchte, muss Nachhaltigkeit als umfassendes Unternehmensprinzip leben

Für Reinhard Zinkann bedeutet das unter anderem die langfristige Sicherung von Unternehmenserfolg, Produktionsstandorten und Arbeitsplätzen durch eine konsistente, werteorientierte Unternehmensstrategie und Bekenntnis zur heimischen Produktion sowie besonnener Umgang mit Energie, Rohstoffen und Abfällen bei Produktgestaltung, Fertigung und in der Logistik.

Vierte These
Zentraler Erfolgsfaktor bleibt trotz allem das – nachhaltig konzipierte – Produkt

Es gehe darum, den langfristigen gesellschaftlichen Trends und Veränderungen der Lebensverhältnisse und den daraus resultierenden Bedürfnissen der Menschen vorausschauend Rechnung zu tragen. „Schließlich und endlich muss das Produkt so konzipiert, produziert und gestaltet sein, dass es auch nach mehr als zehn Jahren optisch modern, technisch auf der Höhe der Zeit und ökologisch vertretbar wirkt“, so Zinkann.

Fünfte These
Für langfristigen Unternehmenserfolg sind nachhaltige Partnerschaften zwischen Herstellern und Händlern unabdingbar

Zinkann erläutert, „dass sich die Produkte nur über höchstmögliche Qualität und maximalen Kundennutzen verkaufen lassen und niemals über den niedrigsten Preis“. Dazu müssten die Vereinbarungen zwischen Hersteller und Händler zum Nutzen allen Beteiligten langfristig und partnerschaftlich angelegt sein. Je intensiver und je kompetenter die Beratung, und je anspruchsvoller und großzügiger die Produktpräsentation, desto eher greife der Kunde zum hochpreisigen Premiumprodukt.

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Grafik: Husin Sani/Flickr

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