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Ecolaboration – Nespresso startet neue Nachhaltigkeitsinitiative

„Kaffeeernte“, „Südamerika“ und „Weltmarktführer“ – drei Worte, die auf den ersten Blick nicht unbedingt an ein nachhaltiges, ökologisches und sozial gerechtes Umfeld denken lassen. Doch dies soll sich ändern. Die Nestlé-Tochter Nespresso, Weltmarktführer im Bereich des portionierten Kaffees, stellt die neue Nachhaltigkeitsinitiative Ecolaboration vor. Ziel ist es, die Nachhaltigkeitsleistungen des Unternehmens von der Kaffeebohne bis zur Verpackungsentsorgung zu verbessern.
Nachhaltiger Kaffeeanbau, Fotos (2): Nespresso
04.08.2009 Leverkusen (UD/ld) - Ecolaboration „wird Nespresso, den Kunden und besonders unseren vielen tausend Kaffeebauern erhebliche Vorteile in den Bereichen Umweltschutz, Soziales und Wirtschaft bringen“, ist Richard Girardot, Vorstandsvorsitzender der Nestlé Nespresso SA, überzeugt. Die neue Initiative konsolidiert und bündelt die Nachhaltigkeitspolitik des Unternehmens in den Bereichen Kaffee, Verpackung, Maschinen und Geschäftstätigkeit in einem Programm und legt drei Hauptziele des Nachhaltigkeitsengagements bis zum Jahr 2013 fest: der Bezug von nachhaltig angebautem Kaffee soll deutlich erhöht, die Kapazitäten des Recycling sollen ausgeweitet und der CO2-Ausstoß verringert werden. Darüber hinaus bietet Ecolaboration eine Dialogplattform für nachhaltige Innovationen. Durch den Austausch zwischen Geschäftspartnern, Interessenvertretern und NGOs sollen neue Ideen entwickelt, die Nachhaltigkeit in der Nespresso-Wertekette verbessert und gesichert werden.

Die Zertifizierung von Kaffeefarmen wird ausgeweitet

Als erstes der drei Hauptziele von Ecolaboration gibt Nespresso an, im Laufe der nächsten vier Jahre 80 Prozent seines Kaffees über das „AAA-Programm“ und damit von Kaffeebauern zu beziehen, die von Rainforest Alliance, einer internationalen Umweltschutzorganisation, zertifiziert sind. Das bereits im Jahr 2003, in Zusammenarbeit mit Rainforest Alliance , entwickelte firmeneigene „AAA Sustainable Quality Programm“ zur Sicherung umweltfreundlich angebauten Kaffees soll im Zuge der neuen Ecolaboration Initiative erheblich ausgeweitet und an die Standards von Rainforest Alliance angeglichen werden. „Zertifizierte Farmen müssen die umfassenden Normen eines Standards erfüllen, der alle Bereiche einer nachhaltigen Landwirtschaft einbezieht, einschließlich des Schutzes der Böden, Gewässer, Tierarten und dem Schutz der Wälder“, erläutert Rainforest Alliance die Ansprüche der Organisation. Bisher haben rund 25.000 Kaffeebauern aus Süd- und Mittelamerika an dem AAA-Programm teilgenommen. Neben ökologischen Aspekten kümmert sich das Programm auch um soziale und wirtschaftliche Verbesserung. So müssen Farmer ihren Angestellten beispielsweise angemessene Sozialrechte, wie medizinische Versorgung oder Arbeitsschutzl, zugestehen. Darüber hinaus setzt sich das AAA-Programm mit dem Nespresso’s „Real Farmer Income“ Projekt dafür ein, dass die Kaffeebauern einen gerechten Lohn erhalten. „Wir lassen die Bauern selbstverständlich am Erfolg von Nespresso teilhaben. Wegen unseres sehr hohen Qualitätsanspruchs bezahlen wir um 25 Prozent mehr als andere Kaffeeabnehmer“, erläutert Giradot. Tensie Whelan, Präsidentin von Rainforest Alliance, freut sich, dass mit der Verabschiedung des neuen Ecolaboration Programms die Zusammenarbeit auf „80.000 Kaffeebauern in neun Ländern“ ausgeweitet wird, und damit hohe Standards beim Umweltschutz sowie in der sozialen und wirtschaftlichen Leistung flächendeckender angewendet werden können.

Recycling von Kaffeekapseln optimieren
Das Recycling der Aluminium-Kaffeekapseln wird optimiert

Als zweites Ziel nennt das Unternehmen das Vorhaben, die Recycling-Kapazität der Aluminium-Verpackungskapseln auf 75 Prozent zu verdreifachen. Um dieses Ziel zu erreichen, hat Nespresso die Initiative AluCycle gegründet, mit dem Anliegen, die Nachhaltigkeit im Aluminium-Bereich zu fördern. Dazu sollen neue Recycling-Systeme installiert und ein Multi-Stakeholder Dialog wichtiger Interessenvertreter der Aluminiumwirtschaft in Kooperation mit der International Union for Conservation of Nature (IUCN) angestrengt werden. „Im Rahmen der Initiative AluCycle werden Nespresso und IUCN den gesamten Lebenszyklus von Aluminium unter die Lupe nehmen, vom Bauxit-Bergbau mit seinen Auswirkungen auf die biologische Vielfalt bis hin zum Recycling und zur Wiederverwendung nach der Nutzung durch die Verbraucher“, bestätigt Juan Marco Alvarez, Leiter für Wirtschaft- und Umweltmanagement der IUCN. Vor allem die Anzahl der nach Verbrauch eingesammelten Recyclingkapseln versucht das Unternehmen durch verschiedene länderspezifische Projekte zu erhöhen und weiter zu entwickeln. So werden derzeit beispielsweise in der Schweiz an 2.000 Sammelstellen rund 60 Prozent der verkauften Kapseln abgegeben und recycelt, in Deutschland sind es mit Hilfe des Systems der Grüne Punkt etwa 70 Prozent. Diese Zahlen gilt es auch in anderen Ländern zu erreichen und gegebenen falls zu steigern.

Die Reduktion der CO2-Emissionen

Das dritte Ziel der Nestlé-Tochter ist die Reduktion des CO2-Ausstoßes „bei der Herstellung jeder einzelnen Nespresso-Tasse“ um 20 Prozent. Derzeit liegt der CO2-Ausstoß einer Tasse bei 82 Gramm. Nespresso sieht sowohl für die Kaffeeproduktion, die Maschinen, die Verpackung als auch für das unternehmerische Handeln Emissions-Reduktionsmöglichkeiten. So sollen über die Anstrengungen des AAA-Programms hinaus, den Kaffeebauern Wege gezeigt werden, den eigenen CO2-Fußabdruck durch eine nachhaltige Landwirtschaft zu reduzieren. Ebenfalls verpflichtet sich Nespresso mit dem Ecolaboration Programm und der Initiative „VerTech“ zu einer Emissionsreduktion der eigenen Kaffeemaschinen sowie der Maschinen in der Produktion. Maschinenzulieferer, Techniker sowie Experten für nachhaltige Technologien beschäftigen sich mit dem Entwurf und der Entwicklung nachhaltigerer „Nespresso-Maschinen der Zukunft“, ergänzt das Unternehmen. Mit der „AluCycle“ Initiative werden zudem die CO2-Einsparungsmöglichkeiten der Aluminium-Verpackungen aufgezeigt.

Richard Giradot ist von dem Erfolg von Ecolaboration überzeugt. Die Initiative bilde den „Rahmen, in dem unsere Beziehungen zu wichtigen Nachhaltigkeitspartnern formalisiert und neue Ecolaboration-Verträge formuliert werden“, erklärt der Vorstandvorsitzende der Nestlé Nespresso SA. Damit könne das Unternehmen „nachhaltige Innovationen in jedem Bereich einführen, das Wachstum von Nespresso fördern und unseren nachhaltigen Erfolg auf dem Weg in die Zukunft umsetzen“, führt er fort.

Der portionierte Kaffee ist der am schnellsten wachsende Geschäftsbereich der Nestlé-Gruppe, dem größten Nahrungsmittelkonzern der Welt. Nespresso erzielte 2008 einen Umsatz von 1,35 Milliarden Euro. "Es läuft wirklich ganz gut", so der Konzernsprecher Joachim Richter. Die Umweltorganisation Rainforest Alliance hofft nun, dass die anderen Kaffeemarken des Mutterkonzern Nestlé dem bisherigen Erfolg des Nachhaltigkeitsmanagements und des fair-gehandelten Kaffees von Nespresso folgen, berichtet das englische Magazin Ethical Corporation. Nestlé schaue auf Nespresso und deren Leistungen, daher sei die Verpflichtung zu den Zielen der Ecolaboration Initiative ein gutes Zeichen an den Mutterkonzern, stellt Tensie Whelan, Präsidentin der Rainforest Alliance, gegenüber Ethical Corporation weiter fest.


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Grafik: Husin Sani/Flickr

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