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Der Sozialstandard SA 8000 – Miele Vorreiter

Umweltstandards sind in der Industrie seit vielen Jahren eine Selbstverständlichkeit. Bei Sozialkriterien tun sich dagegen viele Unternehmen schwer. Dabei gibt es mit dem SA 8000 einen etablierten Standard, der einhellig von Wirtschafts- und Nichtregierungsorganisationen gelobt wird. Hierzulande hat bisher einzig Miele den SA 8000 eingeführt. Damit untermauern die Ostwestfalen ihre Vorreiterrolle im Nachhaltigkeitsbereich.
Foto: Miele
25.03.2009 Münster/Gütersloh (UD/gp) - “Honest, credible, transparent and proactive”: Ehrlich, verlässlich, offen und vorausschauend sollten Unternehmen für Craig Moss sein und auch handeln. Der Director of Corporate Programs & Training bei Social Accountability International (SAI) nennt dies „die Kernlektionen, die Firmen heute beherzigen müssen“. Sonst, betont der CSR-Experte, riskierten sie “vielleicht auch einfach unwissentlich, dass sie mit Partnern zusammen arbeiten, die Rechte der Beschäftigten missachten oder die Umwelt schädigen”. Das aber könne das Firmen-Image ramponieren, denn die Öffentlichkeit beobachte das Verhalten der Unternehmen heute viel genauer als noch vor einem Jahrzehnt, begründet SAI die Wichtigkeit korrekten Verhaltens im Wirtschaftsleben.

Daher hat SAI als Zusammenschluss von NGOs, Gewerkschaften, Wissenschaftlern, Unternehmen und Verbrauchern bereits 1997 den Zertifizierungsstandard SA8000 entwickelt. Das dreistufige Verfahren, das zur Zertifizierung führt, gibt Firmen eine Richtschnur für die Umsetzung ihrer sozialen Verantwortung an die Hand. Schon fast eine Million Beschäftigte weltweit profitieren so heute schon von den Regeln des Kodex’.

„Bewundernswert“ nennt Robert Davies, der Executive Director des Prince of Wales International Business Leaders Forum den SA 8000. “Das beste heute verfügbare Tool zum Erreichen sozialen Engagements“, urteilt Neil Kearney, der Generalsekretär der International Textile, Garment and Leather Workers. Für Mort Winston von Amnesty International (USA) ist SA 8000 die „beste Benchmark“.

Dennoch: Nach 2001 überarbeitete SAI den Kodex 2008 nun in seine bereits dritte Fassung. Diesmal, sagen die Prüfer, allerdings fast ausschließlich redaktionell. „Nicht, weil der Standard inhaltlich überholt werden musste“, betont SAI. Es ging vielmehr um Präzisierungen: Die Wichtigkeit jedes einzelnen Jobs und die Würde jedes einzelnen Menschen entlang der Wertschöpfungskette sollte noch stärker herausgestellt werden. Die neuen Zertifizierungsregeln werden derzeit von freiwilligen Mitarbeitern in möglichst viele Sprachen übersetzt und übers Internet verbreitet. Sie sollen zum 1. Januar 2010 verbindlich in Kraft treten.

Miele-Geschäftsführer Dr. Eduard Sailer, Foto: Marion Book
SA 8000 regelt die soziale Verantwortung gegenüber Mitarbeitern, Lieferanten, Kunden und der Gesellschaft. Die Leitlinie ergänzt bereits vorhandene Managementsysteme wie etwa ISO 9000 oder 14000 und benennt den Unternehmen explizit neun Handlungsfelder, die sie bearbeiten müssen: das Verbot von Kinder- und  Zwangsarbeit, Diskriminierungen aufgrund von Rasse-, Geschlecht- oder Religion dürfen nicht sein, den Mitarbeitern steht das Recht auf Vereinigungsfreiheit und die Bildung von Gewerkschaften zu, die Höchstarbeitszeit muss eingehalten und Existenz sichernde Löhne garantiert werden, Arbeitsbedingungen müssen menschenwürdig sein und stetig verbessert werden, das Erreichte sollten Betriebe nach außen durch Zertifizierung dokumentieren.

Der Kodex ist durchaus erfolgreich: Die Zahl der Zertifizierungen stieg weltweit von 3 im Jahr 1998 bis Ende September 2008 auf 1.835 Betriebsstätten. Die Zunahme im Vorjahr lag dabei bei zehn Prozent. Der Auditierung mit ihrem halbjährlichen Überprüfungsprozess stellten sich dabei nicht nur große Konzerne (12 % der Zertifizierungen betrafen Firmen mit über 1.000 Beschäftigten). Auch Firmen mit weniger als 50 Mitarbeitern wollen durch die Teilnahme am Programm ihr Engagement belegen (36 %).

Mit der Nachricht, dass Miele als einziges Unternehmen in Deutschland eine SA 8000 Validierung besitzt, konnte zum Jahresende 2008 Miele-Geschäftsführer Dr. Eduard Sailer bei der Pressekonferenz punkten. Bei einer Stakeholder-Befragung des Gütersloher Hausgeräte-Produzenten war neben der Produkt- vor allem Mitarbeiterverantwortung als wichtiges Kriterium identifiziert worden. Deshalb hat sich Miele den Herausforderungen des SA 8000 gestellt. „Bereits 2004 haben wir uns öffentlich dazu verpflichtet, diesen Standard an allen Produktionsstandorten zu erfüllen“, erläuterte Eduard Sailer, „damit ist Miele das einzige deutsche Unternehmen überhaupt, das über diese Zertifizierung verfügt“, erklärte Sailer.

„Beim Hausgerätehersteller Miele gilt der Grundsatz, Talente zu entdecken, sie zu fördern und an das Unternehmen zu binden“, begründeten die Gütersloher ihr Engagement.  „Ein respektvoller und verantwortungsbewusster Umgang mit jedem Mitarbeiter“ gehöre nun einmal zu einem Traditionsunternehmen wie Miele. Aus- und Weiterbildung der aktuell gut 16.000 Mitarbeiter nehme der Konzern dabei ebenso wichtig wie etwa die Entwicklung von Führungs- und Fachkräften und betont stolz, dass „die besondere Bindung der Mitarbeiter“ an das Unternehmen „auf der verantwortungsvollen Unternehmensführung beruht“.


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Grafik: Husin Sani/Flickr

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Foto: Verena N./Pixelio


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