Design for Recycling: LifeCycle-Management bei BMW
Verantwortungsvolles Recycling geht über die Rücknahme alter Produkte weit hinaus. Innovative Wiederverwertungskonzepte umfassen deswegen neben der umweltverträglichen Entsorgung auch eine vorausschauende Produktentwicklung. Ziel ist es, so effizient und ressourcenschonend zu arbeiten wie möglich. Ein gutes Beispiel für die erfolgreiche Umsetzung einer solchen Strategie ist die BMW Group mit ihren Konzepten „LifeCycleAssessment“ und „Design for Recycling“.
Fotos (2): BMW
"Wir freuen uns sehr, dass die BMW Group zum dritten Mal in Folge Branchenführer im Dow Jones Sustainability World Index ist. Dieses Ergebnis zeigt erneut, dass Nachhaltigkeit in unseren Unternehmensprozessen fest verankert ist“, erklärte Dr. Norbert Reithofer, Vorstandsvorsitzender der BMW AG, bei der Bekanntgabe des Ergebnisses. „Nachhaltigkeit in der gesamten Wertschöpfungskette, umfassende Produktverantwortung und ein klares Bekenntnis zur Schonung von Ressourcen sind aus unserer Überzeugung mit dem Erfolg des Unternehmens verbunden", so Reithofer weiter.
Aus diesem Grund hat der Konzern kürzlich beschlossen, ein umfangreiches Programm zur Erschließung weiterer wirtschaftlicher und ökologischer Effizienzpotenziale zu starten. Rund sechs Millionen Euro wollen sich die Münchner dieses Programm kosten lassen, das neben der Entwicklung neuer Produkte und Technologien auch die Effizienzsteigerungsmöglichkeiten entlang des Lebenszyklus’ besser ausschöpfen soll. „Damit sollen in den nächsten fünf Jahren Potenziale von insgesamt rund sechs Milliarden Euro realisiert werden“, schätzt Reithofer.
Am Emissionsprüfstand
Ein gutes Beispiel für die erfolgreiche Umsetzung dieser Methode ist eine Lebenszyklusanalyse, die im Frühjahr 2007 von den Ingenieuren der BMW Group zur Bewertung von zwei verschiedenen Konzepten einer Rücksitzlehne durchgeführt wurde. Mithilfe der LCA-Methodik wurden dabei alle relevanten Auswirkungen der konventionellen Rücksitzlehne aus einem Stahl-Kunststoff-Verbund mit einer alternativen Lehne aus verschiedenen Polypropylenmaterialien verglichen. Dabei wurden der kumulierte Energieaufwand, das Treibhauspotenzial, das Versauerungspotenzial sowie das Potenzial zu Bildung von bodennahem Ozon analysiert. Ergebnis: Die Lehne aus Polypropylen kam zu einer weit besseren Ökobilanz als die herkömmliche, so dass Produktion und Montage entsprechend umgestellt wurden.
Neben dem "Life Cycle Assessment" spielt bei BMW noch eine weitere Maßnahme bei der Integration von Umwelt- und Recyclinganforderungen in den Produktionsprozess eine wichtige Rolle: das „Design for Recycling“. Hinter dieser Bezeichnung verbergen sich für die BMW-Ingenieure verbindliche Richtlinien, die festgelegen, dass bereits in der Konstruktionsphase alle Komponenten eines Fahrzeugs die Anforderungen einer möglichst effizienten und ökologisch sinnvollen Wiederverwertung erfüllen. Alle flüssigkeitsführenden Bauteile bei BMW etwa sind so ausgelegt, dass sich vor der Demontage Betriebsflüssigkeiten wie Öl, Kraftstoff oder Kühlmittel schnell und einfach entnehmen lassen. Auch Airbags und Gurtstrammer sind so konzipiert, dass sie über eine zentrale Steckverbindung gezielt ausgelöst werden können. Dadurch vereinfacht und verkürzt sich sowohl der Demontage- als auch der Verwertungsprozess erheblich. Das Ergebnis dieser Anstrengungen: Schon heute sind alle BMW Group Fahrzeuge fast vollständig wirtschaftlich wiederverwertbar.
Produktrecycling hat bei BMW Tradition. Bereits zu Beginn der 90er Jahre und damit lange vor den gesetzlichen Regelungen hatte der Konzern damit begonnen, ein flächendeckendes Netz an Rücknahmestellen in der Europäischen Union aufzubauen. Heute können alle BMW-Besitzer ihre Fahrzeuge kostenlos an den entsprechenden Stellen zum Recycling zurückgeben.
Kontakt
Impressum
RSS
English Version



Drucken 
Senden
Leserbrief
Im Blickpunkt: BMW Group






