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Ganzheitliche Gesundheitsförderung bei der HypoVereinsbank

In Unternehmen muss das Thema Nachhaltigkeit im laufenden Wirtschaftsbetrieb umgesetzt werden. Das schafft spezielle Herausforderungen und Lösungswege. UmweltDialog dokumentiert hier in Kooperation mit dokeo am Beispiel der HypoVereinsbank ein solches betriebliches Umsetzungsprojekt.
Foto: HVB
26.02.2007 München (UD) - Das Gesundheitsförderungsprogramm der HypoVereinsbank (HVB) geht über die Standardanforderungen im Arbeits- und Gesundheitsschutz hinaus und bietet den Mitarbeitern in einem systematischen Ansatz zahlreiche Maßnahmen, um deren Gesundheit langfristig zu erhalten, das gesundheitsbewusste Verhalten zu stärken, deren Leistungsfähigkeit zu fördern und um präventiv gegen Erkrankungen zu wirken.
 
Beschreibung
 
Das Gesundheitsförderungsprogramm wird im Konzern seit der Fusion der Bayerischen Hypotheken- und Wechsel-Bank und der Bayerischen Vereinsbank zur HypoVereinsbank (HVB) im Jahre 1998 für Mitarbeiter angeboten. Die Vorgängerinstitute brachten unterschiedliche Aktivitäten aus ihren Gesundheitsprogrammen ein.
 
Das Programm wird von einer zentralen Stelle in München bundesweit gesteuert und ist der Personalabteilung angegliedert. Dafür verantwortlich ist der Leiter Gesundheitsmanagement.
 
Die HVB setzt ihre Schwerpunkte in der Gesundheitsförderung in der Aufklärung über aktive und gesunde Lebensführung und ausgeglichener „Work-Life-Balance“ (Gleichgewicht zwischen Arbeits- und Privatleben). Als zentrale Bestandteile des Programms zählen weiterhin die Erhöhung der Vorsorgebereitschaft und die Stärkung des psychomentalen Bereichs der Mitarbeiter.  
 
Maßnahmen zu Gesundheitsförderung
 
- Bundesweite Vorsorgeaktionen (z.B. Brustselbstuntersuchung, Darmkrebs, jährliche Grippeimpfung)
- Gesundheitstage an einzelnen Standorten (interaktiver Informationsmarkt zu verschiedenen Gesundheitsthemen)
- Medizinischer Kurz-Check im Herz-Kreislauf-Bereich für alle Mitarbeiter bundesweit mit HVB-Gesundheitspass
- Medizinischer Check-Up für Führungskräfte
- Rückenschule am Arbeitsplatz
- Raucherentwöhnungskurse
- Bewusste Ernährung (z.B. Aktion „Leichter Leben in Deutschland“, gesundes Essen in den Mitarbeiter Casinos)
- Entspannung- und Fitnessangebote im HVB-Sportclub
- Stressbewältigung (Seminare, Team- und Einzelcoaching)
- Umgang mit Veränderungen (Team- und Einzelcoaching)
- Persönliches Krisenmanagement (Team- und Einzelcoaching)
- Gesunde Mitarbeiterführung (Teil der Führungsseminare)
- HVB-Fahrräder für Wege zwischen den Gebäuden an großen Standorten
 
Sozialberatung

Ergänzend zu den o.g. Gesundheitsförderungsmaßnahmen bietet die HVB im Konzern eine Sozialberatung an. Diese wurde von der ehemals Bayerischen Hypotheken- und Wechsel-Bank eingebracht und berät Mitarbeiter und ihre Angehörigen in schwierigen Lebenssituationen. Dabei werden sie bei der Lösung von eigenen Problemen unterstützt und erhalten Hilfestellung in der Bewältigung von Krisensituationen. Beispielsweise hilft die Sozialberatung Mitarbeitern, die nach schweren Erkrankungen für längere Zeit ausgefallen sind, bei der Rückkehr an den Arbeitsplatz.
 
Die Sozialberatung ist Teil des „Employee-Assistance-Program“ und hat zum Ziel, die psychische Gesundheit der Mitarbeiter zu verbessern und ihnen bei allem, was bei ihnen krank machende psychische Belastungen hervorruft, zu beraten und Lösungen zu finden. Dies kann z.B. in Form von Telefonaten, persönlichen Gesprächen und Seminaren geschehen. Neben der Sozialberatung umfasst das Programm zusätzliche bundesweite Beratungsstellen im Unternehmen, zu den Themen Work-Life-Balance und Arbeitnehmerrechte.
 
Gesundheitsmanagement ist bei der HVB Teil der Führungsaufgabe. Führungskräfte werden bei der HVB intensiv geschult um Problemsituationen ihrer Mitarbeiter zu erkennen und besser einschätzen zu können. Die Schulungsmaßnahmen sind Teil der Führungsseminare. Auf Wunsch können auch Einzelcoachings wahrgenommen werden. Dabei arbeiten die Führungskräfte eng mit der Sozialberatung zusammen.

Zu den Themenschwerpunkten der Sozialberatung gehören:
-  Zwischenmenschliche und persönliche Probleme
-  Lebensveränderungen und Krisen
-  Probleme am Arbeitsplatz
-  Traumatische Erlebnisse
-  Suchtgefährdung und Abhängigkeit
-  Psychische Probleme
-  Vermittlung der Schuldnerberatung
 
Die Sozialberatung ist als eigenständige Einheit zentral organisiert und in der Personalabteilung angesiedelt. Nicht jeder Standort ist mit einer Beratungsstelle ausgestattet. Allerdings sind die Mitarbeiter der Sozialberatung mobil und besuchen die einzelnen deutschen Standorte vor Ort. Die Sozialberatung ist auch über eine Mitarbeiter-Hotline erreichbar.
 
Das HVB Gesundheitsforum

Einen wichtigen Projektbeitrag zum Gesundheitsförderungsprogramm leistet das HVB Gesundheitsforum, das für alle deutschen Unternehmen der HVB Subgroup in der Gesundheitsprävention tätig ist. Es wurde im Jahr 2000 gegründet, um dem Thema Gesundheit im Konzern ein höheres Gewicht zu verschaffen und entsprechende Rahmenbedingungen zum Gesundheitsmanagement einzuführen. Alle Einrichtungen des Konzerns, insgesamt acht ständige Mitglieder, die sich mit der Gesundheit der Mitarbeiter befassen (Betriebsärzte, Sozialberatung, Sportclub, Betriebsrat, HR etc.), treffen sich in regelmäßigen Abständen. Sie entwickeln und koordinieren Maßnahmen, Tools und Aktionen im Bereich der Gesundheitsförderung und beraten in Fragen des Gesundheitsmanagements. Des Weiteren steuern sie die Durchführung konzernweiter Vorsorgeaktionen und sind für die Organisation von Seminaren und Infoveranstaltungen zum Thema Gesundheit verantwortlich. Zu den ersten Aktivitäten des Gesundheitsforums gehörte z.B. die Einführung von Gesundheitstagen, welche standortbezogen zehn bis zwölf Mal im Jahr stattfinden. Die Gesundheitstage bieten z.B. neben Informationen zu "Rücken stark und gelassen oder Risiko Herz-Kreislauf" auch die Möglichkeit zur aktiven Teilnahme oder persönlichen Beratungsgesprächen.    

Umsetzung

Für die Umsetzung der Maßnahmen sind externe Betriebsärzte, ausgebildetes medizinisches Personal und die Sozialberatung zuständig. Die Standorte München und Hamburg verfügen zudem über eigene medizinische Ambulanzen, die ebenfalls Maßnahmen durchführen.
 
Gesundheitsförderungsmaßnahmen werden bei der HVB zum größten Teil standort- und abteilungsspezifisch angeboten. Dies richtet sich ganz nach der Nachfrage der Mitarbeiter, die über Führungskräfte, Betriebsärzte und per Intranet Wünsche äußern können. Anschließend können Führungskräfte für ihr Team Maßnahmen aus vorhandenen Tools auswählen und sich für bestimmte Angebote entscheiden. Zusätzlich werden von der HVB bundesweite Aktionen, wie z.B. Darmkrebsvorsorge organisiert. Diese werden standortunabhängig angeboten.
 
Gesundheitsförderungsmaßnahmen werden bei der HVB stetig weiterentwickelt. Daran beteiligt sind die Leitung des HVB-Gesundheitsmanagement, der betriebsmedizinische Dienst und das HVB Gesundheitsforum. Jährlich wird eine neue bundesweite Aktion implementiert. Abteilungs- bzw. standortspezifische Angebote werden auf Nachfrage entwickelt.
 
Die Evaluierung von bereits bestehenden Gesundheitsförderungsmaßnahmen erfolgt anhand schriftlicher Mitarbeiterbefragungen z.B. an den Gesundheitstagen und direkt bei Vorsorgeaktionen durch Betriebsärzte.
 
Um schnelle und professionelle Hilfe im medizinischen Notfall zu gewährleisten werden seit 2000 an allen großen Standorten der HVB betriebliche Sanitätshelfer ausgebildet. Mit diesem eigenen, von der Berufsgenossenschaft anerkannten Sanitäts-und Rettungsdienstkonzept, zählt die HVB zu den Vorreitern im Finanzdienstleistungssektor.
 
Ergebnisse
 
Das „Employee-Assistance-Programm“ wird bei den Mitarbeitern besonders stark nachgefragt. Vorsorgeaktionen werden weitaus häufiger in Anspruch genommen als reine Informationsveranstaltungen. Generell werden abteilungs- und standortspezifische Angebote intensiver genutzt als bundesweite. Starke Nachfrage seitens Mitarbeiter besteht nach gesundem Essen in den Mitarbeitercasinos.
 
Im Jahr 2005 lag die Zahl der Krankheitstage je Mitarbeiter bei acht Tagen. Jährlich nehmen zwischen 600 bis 700 Mitarbeiter als "Neukunden" die Dienste der Sozialberatung in Anspruch.
 
 
Aufwand
 
Personeller Aufwand

In der Personalabteilung ist eine Person in Vollzeit für die Koordination des Gesundheitsförderungsprogramms zuständig. Die Standorte München und Hamburg verfügen über insgesamt vier Betriebssanitäter in Vollzeit. Der betriebsmedizinische Dienst (Betriebssanitäter, externe Betriebsärzte) umfasst bundesweit rund 40 Personen. 

Finanzieller Aufwand
 
Die HVB stellt pro Jahr ca. 30 Euro pro Mitarbeiter für Gesundheit betreffende Maßnahmen (ohne Personalkosten) zur Verfügung. Der spezielle Anteil für Gesundheitsförderungsmaßnahmen liegt nicht vor.
 
Nutzen
 
-  Erhöhung der Leistungsbereitschaft, Motivation und Engagement der Mitarbeiter
-  Unterstützung bei der Personal-Akquise
-  Erhöhung der Produkt- und Dienstleistungsqualität
-  Erhöhung der Arbeitszufriedenheit und des persönlichen Wohlbefindens am Arbeitsplatz
-  Verringerung der Fehlzeiten am Arbeitsplatz
-   Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen
-   Verringerung der Fluktuation; Reduzierung des Aufwands bei Wiederbesetzungen
-  Reputation und Image: Imagegewinn, Markenaufbau, Bekanntheitsgrad
-  Verbesserung des Betriebsklimas und der internen Kommunikation
-  Steigerung der Attraktivität am Finanzmarkt (CSR-Rating)
 
Kommunikation
 
Externe Kommunikation
 
Extern informiert die HVB über Nachhaltigkeitsberichte, Unternehmensberichte und Interviews.
 
Interne Kommunikation
 
Gesundheitsförderungsmaßnahmen werden über persönliche E-Mails, den Betriebsrat und im direkten Dialog über die Betriebsärzte kommuniziert. Zudem berichtet die Mitarbeiterzeitung der HVB regelmäßig über aktuelle Aktionen und Projekte. Im Intranet wurde ein spezielles Gesundheitsportal eingerichtet, in  dem sich Mitarbeiter u.a. auch über Gesundheitsförderungsmaßnahmen informieren können.
 
Ausblick   
 
Die Entwicklung und Implementierung von Gesundheitsförderungsmaßnahmen für Auslandsreisende und Auszubildende sowie spezielle Angebote für jüngere und ältere Mitarbeiter werden zukünftig eine wichtige Rolle spielen.  
 
Zudem soll der Bereich Vorsorge weiter ausgebaut werden.

Weitere erprobte Praxisbeispiele wie das der HypoVereinsbank werden anlässlich des Forum EnviComm (am 24. und 25. April 2007) in einem „CSR-Praxisleitfaden“ veröffentlicht.

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Grafik: Husin Sani/Flickr

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