Verantwortung übernehmen - Miele Nachhaltigkeitsbericht 2006
Mit Hilfe des Nachhaltigkeitsberichtes können die Gütersloher sich und ihren Anspruchsgruppen in regelmäßigen Abständen den Status des eigenen Engagements dokumentieren. Da Miele als vorbildlich in der Branche zu nennen ist, festigt dies das Unternehmen an verschiedenen Stellen. Angefangen bei der Personalentwicklung: hier gilt es dem zunehmenden Ingenieursmangel entgegen zu steuern und die „besten Köpfe“ für den ostwestfälischen Stammsitz zu begeistern. Die Reputation schlägt sich aber auch in der Verbandsarbeit nieder, wo Miele gemeinsam mit anderen Anbietern, Verbraucherorganisationen und staatlichen Stellen Regelwerke mitgestalten kann und die Stimme der Ostwestfalen gerne gehört wird.
Schließlich und ganz wichtig ist, dass das Verständnis für Nachhaltigkeit schon früh Eingang in die Produkte des Unternehmens fand – Stichworte sind hier etwa Langlebigkeit und Energieeffizienz - und die Verbraucher dies heute mit der Marke assoziieren. Insoweit zeigt der ökonomische Erfolg von Miele über die Jahrzehnte hinweg, das langfristig angelegte Nachhaltigkeitsstrategien durchaus von Konsumenten angenommen werden. Wenn heute Großkonzerne wie General Electric den gleichen Weg beschreiten, zeigt sich, dass Miele hier frühzeitig einen vielleicht zentralen Trend der Haushaltsgerätebranche vorausgeahnt hat.
Wirtschaftlichkeit
Trotz eines bekanntlich schwierigen Konsumumfelds in Deutschland haben sich die wirtschaftlichen Kennzahlen von Miele seit dem letzten CSR-Bericht weiter verbessert. Mit dazu bei trägt das hohe Maß der Internationalisierung des Unternehmens. Die gewollte Unabhängigkeit vom heimischen Markt erlaubt es, an anderen Boom-Regionen zu partizipieren: Mit 37 Vertriebsgesellschaften und Importeuren in weiteren 120 Ländern erwirtschaftete Miele in 2005/2006 rund 2,54 Mrd. Euro. Dies entspricht einem Zuwachs von 10 Prozent. Am stärkten stiegen dabei Märkte wie Russland und die USA. Produziert wird primär an Standorten in Deutschland, zudem in Österreich, Tschechien und China. Markant für Miele ist die hohe Fertigungstiefe: Man setzt darauf, das Allermeiste selbst zu produzieren und nicht zugekaufte Einzelteile zusammenzusetzen.
Foto: Miele
Mitarbeiter
Der
verantwortungsvolle Umgang mit den Mitarbeitern ist sicher eine der
Wurzeln des Familienunternehmens, dass 1899 von Carl Miele und Reinhard
Zinkann gegründet wurde. Eine der ältesten Betriebskrankenkassen
Deutschlands sowie jahrzehntelange Kultur- und Sozialförderung vor Ort
haben die „Mieleaner“, wie sich die Mitarbeiter selbst nennen, zu einer
eingeschworenen Gemeinschaft werden lassen, konstatierte erst jüngst
eine Fernsehdokumentation auf dem Fernsehsender Phoenix. So eine
Einstellung zeigt sich dann auch ganz praktisch im Berufsalltag: Seit
über einem halben Jahrhundert spart das betriebliche Vorschlagswesen
nicht nur Geld ein – in 2005 waren es 2,1 Mio. Euro - sondern
kommt oft auch der Umwelt zu Gute. Laut Nachhaltigkeitsbericht betraf
jeder fünfte Verbesserungsvorschlag dieses Thema.
Dennoch bleibt
weitere Arbeit zu tun, wie das Beispiel Sicherheit am Arbeitsplatz
zeigt: „Sicheres arbeiten muss erlernt, trainiert und beibehalten
werden“, so der Nachhaltigkeitsbericht. 176 Mitarbeiter in Werken und
Servieczentren sind zu Sicherheitsbeauftragten ernannt worden. Von
Anfang der 90er Jahre bis heute wurde die Zahl der Arbeitsunfälle zwar
auf ein Drittel reduziert. Seit der Einbeziehung der Werke aus
Tschechien und China steigt die Zahl allerdings wieder an. Hier besteht
künftig offensichtlicher Handlungs- und Verbesserungsbedarf.
Umwelt
Umweltschutz
lässt sich Miele jährlich annähernd 8 Mio. Euro kosten. Eines der
Hauptargumente von Miele im Umweltschutzbereich ist die Langlebigkeit.
Zahlreiche unabhängige Tests bescheinigen, dass Haushalsgeräte wie
Waschmaschinen oder Trockner rund 50% länger halten als die Modelle der
Wettbewerber. Wird eine durchschnittliche Maschine nach etwa 12 Jahren
verschrottet, so erreichen Miele-Geräte 18 bis 20 Jahre Lebensdauer.
Das schont Ressourcen. Damit die Alt-Geräte neuere Trends bei Energie-
und Wasserverbrauch nachvollziehen können, bieten die Gütersloher
Softwareupdates an.
Auch in der Ausweisung der
Verbrauchszahlen bei der Produktion fällt der aktuelle
Nachhaltigkeitsbericht positiv aus: Insgesamt verarbeitet Miele in 2005
fast 110.000 Tonnen Metalle, Kunststoffe und Hölzer. Das sind 10
Prozent mehr als im Vorjahr. Auch bei Betriesstoffen wie
Schmierstoffen, Lösungsmitteln und Gasen stieg der Bedarf um 14
Prozent. Allerdings stieg die Produktion im gleichen Zeitraum um
20 Prozent, so dass die Materialbilanz erfreulich positiv ausfällt. Bei
Hilfsstoffen wie Farben, Lacken und Emaile konnte sogar mit 9 Prozent
eine deutliche Reduktion erreicht werden.
Der Effizienz-
und Ressourcenschonende Gedanke fließt nicht nur in die Produktion ein,
sondern wird auch auf die gesamte Produktpalette ausgedehnt. Man setze
nicht auf ausgewählte ökologische Vorzeigemodelle, so Geschäftsführer
Sailer im Gespräch, sondern auf Durchgängigkeit. Entsprechend sank der
Strom- und Wasserverbrauch aller Geräte in den letzten zweieinhalb
Jahrzehnten um 75 Prozent. Alle Waschmaschinen-Modelle entsprechen der
Energieverbrauchsklasse A, was das derzeit bestmögliche ist.
Wo
sind da noch Potenziale? Letztendlich vor allem beim
Verbraucherverhalten: Angebotene gesteuerte Modelle wie etwa bei der
Waschmittelzugabe oder bei Backofenprogrammen müssen auch angenommen
werden. Maschinen seien bei der Dosierung oder Energieregelung
zuverlässiger als Menschen. Doch bei diesem letzten Schritt wollen die
Gütersloher den Kunden wohlweislich alleine lassen – alles andere käme
auch einer Bevormundung gleich.
Weiterführende Links zum Thema:
Der Miele-Nachhaltigkeitsbericht zum Download
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