Miele strebt branchenweiten Code of Conduct an
Umweltverträglichkeit, Recycling, Energieeffizienz – Wenn es um Produktstandards geht, ist die Branche der Haushaltsgerätehersteller in punkto Nachhaltigkeit gut aufgestellt. Doch wie sieht es in den Unternehmen selbst aus? Getreu dem Motto „Immer besser“ arbeitet das Familienunternehmen Miele seit Ende des letzten Jahres zusammen mit dem Europäischen Dachverband der Hausgeräteindustrie (CECED) an einem verpflichtenden Code of Conduct. Ziel ist es, eine möglichst umfassende Richtlinie vorzugeben, um das Thema Nachhaltigkeit in der Branche weiter voranzutreiben.
Foto: Marion Book
Was die Einhaltung nachhaltiger Produktstandards angeht, spielt das Traditionsunternehmen schon seit langem eine führende Rolle auf dem Markt. Das beweist nicht zuletzt eine kürzlich erschienene Studie des Freiburger Öko-Instituts, bei der zwei Miele-Waschmaschinen den ersten Platz in der Eco-Top-Ten ihres Produkttyps belegten.
Doch damit hat sich das Selbstverständnis der Gütersloher in Sachen Nachhaltigkeit nicht erschöpft. Getreu dem Motto „Immer besser“ hat man sich bei Miele höhere Ziele gesetzt. So erarbeitet das Familienunternehmen seit Ende des vergangenen Jahres in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Dachverbandes der Haushaltsgeräteindustrie (CECED) einen branchenweiten Code of Conduct, der den Unternehmen Standardkriterien zum Thema Nachhaltigkeit vorgibt. „Wir sind in unserer Branche zwar daran gewöhnt, an Tests teilzunehmen und unsere Produkte prüfen zu lassen. Aber jetzt wird eben nicht mehr nur das Produkt geprüft, sondern es wird auch eine Bewertung des Unternehmens abgegeben“, erläutert Miele-Geschäftsführer Dr. Eduard Sailer das Projekt im Gespräch mit UmweltDialog.
Derzeit befindet sich das Projekt noch in der Startphase. „Wir haben ziemlich schnell festgestellt, dass in den einzelnen Ländern der EU die verschiedensten Anschauungen herrschen, was ‚nachhaltig’ bedeutet“, beschreibt Sailer die Anlaufschwierigkeiten. „Im Moment arbeiten wir daran, dass alle Rechtsformen gleich behandelt und kleinere Unternehmen oder Familienbetriebe wie Miele nicht benachteiligt werden“, so Sailer zum aktuellen Stand der Dinge.
Bislang enthält der Code Bestimmungen wie etwa das Verbot von Kinderarbeit, die Einhaltung der gesetzlich festgelegten Arbeitszeiten, Gesundheitsrichtlinien und Umweltstandards sowie Antidiskriminierungsbestimmungen. Dass diese Kriterien in der Praxis entsprechend umgesetzt werden, soll ein jährlicher Bericht der Unternehmen an die Brüsseler Zentrale des CECED sicherstellen. Dort ist man von der erfolgreichen Umsetzung des Projekts überzeugt und wünscht sich, dass es langfristig größere Kreise zieht. „Wir hoffen, dass unser Code auch zur Messlatte für andere Industriezweige wird“, so der ehemalige Vorsitzende Luigi Meli, der Ende Mai von Herrn Dr. Volker Lixfeld abgelöst wurde. Lixfeld unterstrich die Ambitionen seines Vorgängers, indem er als eine seiner Hauptaufgaben die Vorantreibung der aktuellen Fokusthemen Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit ausgab.
Neben der politischen Arbeit des 1958 gegründeten CECED spielen aber auch weiterhin Forschungsprojekte wie etwa die Entwicklung des CHAIN-Standards eine wichtige Rolle in der Verbandsarbeit. Die Ende 2003 auf dem Markt eingeführte CHAIN-Technologie ermöglicht die Ferndiagnose von technischen Fehlern, das Energie- und Beladungsmanagement sowie die Vernetzung von Haushaltsgeräten unabhängig von der Technik des jeweiligen Herstellers.
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