Managementtrend: Corporate University
Die Mitarbeiter gehören zum größten Kapital eines jeden Unternehmens. Ihre Qualifikation entscheidet oft über den Erfolg oder Misserfolg. Immer mehr Unternehmen setzen daher auf eine Firmenuniversität. Eine der größten betreibt der Aviation-Konzern Lufthansa.
Foto: Lufthansa
Die School of Business bietet dabei mehr als ein buntes gemischtes Weiterbildungssortiment. „Unser Ziel ist nicht, dass jeder Kollege einfach irgendein Seminar besucht, unser Ziel ist die maximale Effizienz für Unternehmen und Mensch,“ betont Michael Christ, Leiter der Firmenuniversität. Entsprechend werden die Angebote ständig überarbeitet und berücksichtigen auch aktuelle Entwicklungen wie etwa die Globalisierung oder auch die wachsende Bedeutung des chinesischen Marktes.
Die Lufthansa School of Business wurde dafür bereits wiederholt ausgezeichnet, unter anderem im Jahr 2000 mit dem Preis für die beste europäische Corporate University und 2005 für die Verbindung von Weiterbildungsprogrammen mit der Unternehmensstrategie. „Lufthansa steht für eine offene Kultur“, erläutert der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Mayrhuber anlässlich des neuen Verwaltungszentrums in Frankfurt, dem Lufthansa Aviation Center. Erst jüngst beurteilte eine Jury des amerikanischen Marktforschungs- und Consultingunternehmens Corporate University Xchange die strategische Kooperation mit Universitäten und Business Schools als herausragend. Mehr als 200 überwiegend international tätige Unternehmen hatten sich für einen der begehrten Preise von Corporate University Xchange beworben. Die Lufthansa School of Business erhielt die Auszeichnung „International Best Practice“.
Firmenuni statt Alma Mater?
Sind Firmenuniversitäten eine Alternative zum traditionellen Bildungssystem? Diese Frage ist nicht unumstritten, denn die Zunahme der Corporate Universities spiegelt zugleich auch den Bedeutungsverlust der deutschen Universitäten wider. Ulrich Schamari schreibt dazu in einem Artikel in der Zeitschrift ´management& training´: „Vor allem für eine internationale Karriere ist es häufig schon zu spät, wenn man nach langem Studium erst als 30-Jähriger in den Beruf einsteigen kann. Möglichst baldiges Training on the Job wird deshalb bei den Aspiranten auf Führungspositionen immer gefragter, ein MBA-Abschluss erhält zunehmend den Vorzug vor dem zeitaufwendigen Erwerb eines Doktortitels. Deutsche Massenuniversitäten und Fachhochschulen verlieren an Anziehungskraft: Dort nehmen heute nur gut 60 Prozent eines Abiturjahrgangs ein Studium auf, während es 1990 noch 80 Prozent waren.“
Tatsächlich klagen immer mehr Studierende über eine unzureichende Praxisorientierung und eine fehlende internationale Ausrichtung der Lerninhalte. Viele Hochschulen wiederum begegnen dieser Kritik durch das neue Angebot amerikanischer MBA-Studiengänge. Genau an dieser Nahtstelle setzen auch die Corporate Universities der Unternehmen an. Mit Erfolg: Die meisten Unternehmen erhalten deutlich mehr Anfragen als sie Ausbildungsplätze bereit halten.
Zu einem nachhaltigen Erfolg dieses Ansatzes wird es allerdings nur kommen, wenn die Unternehmen ihre bisherigen Angebote nicht einfach nur zu „Corporate Universities“ umetikettieren, sondern damit einen Strukturwandel einleiten. „Zunehmend werden die Weiterbildungsabteilungen von Großunternehmen zu Corporate University (CU) umformiert. Meist handelt es sich dabei um deutsch-europäische Gebilde, die ihren Namen mit einer Human-Resources Infrastruktur in Verbindung bringen. Trägt eine Weiterbildungsstätte den Beinamen University oder Akademie, so klingt es exklusiver und hinterlässt bei den Beteiligten einen starken Eindruck. Entscheidend für die Akzeptanz einer CU ist allerdings, dass die Personalentwicklung im Unternehmen den gleichen Stellenwert hat wie bspw. F&E-Abteilung,“ mahnt etwa der Pädagoge Walter Simon in einer Studie.
Kontakt
Impressum
RSS
English Version



Drucken 
Senden
Leserbrief
Zum Engagement von Lufthansa






