Nachhaltiges Palmöl ohne Abnehmer
Die meisten Unternehmen, die in Europa Palmöl nutzen, kaufen kein umweltverträgliches Palmöl, obwohl dieses in großen Mengen vorhanden wäre. Auf diesen Missstand weist das erste europaweite Ranking für Palmöl-Nutzung hin, das anlässlich des Treffens der weltgrößten Palmölerzeuger nächste Woche in Kuala Lumpur vom WWF erstellt wurde. Von Europas 59 größten Palmöl-Abnehmern verfolgt nur jeder zehnte eine ökologisch verträgliche Einkaufspolitik in Sachen Palmöl, zeigt die Studie.
Palmölplantage in Malaysia, Foto: Craig Antweiler / Wikipedia
Einen wesentlichen Unterschied macht es, ob Palmöl nach Umweltkriterien hergestellt wurde oder nicht. In den Hauptproduktionsländern Indonesien und Malaysia werden wegen der hohen Nachfrage für Palmöl ständig aufs Neue weite Flächen des Regenwaldes für Plantagen zerstört und Feuchtgebiete trockengelegt, was das soziale Gefüge der Anrainer wie auch die Artenvielfalt bedroht. Stark umweltschädigend ist dabei auch der massive Pestizid- und Kunstdüngereinsatz und die illegale Verbrennung zurückbleibender Holzreste.
Ohne derartige schädliche Folgen kommt sozial- und umweltverträgliches Palmöl aus, von dem seit dessen Zertifizierung im November 2008 weltweit eine Mio. Tonnen erzeugt wurden. Verkauft wurde davon aber noch nicht einmal ein Fünftel. "Die Nachfrage ist gering, weshalb sich auch der Anreiz für die Hersteller in Grenzen hält. Es gilt daher, die Verarbeiter aufzurütteln und mitzuteilen, dass es diese Alternative gibt", so Petersen. Der Preis des nachhaltigen Palmöls liegt etwa fünf bis acht Prozent über demjenigen von nicht-zertifiziertem Palmöl.
Zehn europäische Unternehmen haben im Ranking drei Palmen für Strategien in Richtung nachhaltiges Palmöl bekommen, wobei mit Ausnahme von Migros und Coop (Schweiz) und L'Oreal (Frankreich) nur britische Unternehmen vertreten sind. Knapp die Top-10 verfehlt hat die deutsche Henkel. Noch absolut keine Bemühungen für Umstieg auf nachhaltiges Palmöl wird bei zwölf großen Unternehmen ersichtlich. "Die Händlern in Europa haben Macht und Verantwortung, eine nachhaltige Herstellung zu beeinflussen und so die Zerstörung des Regenwaldes zu stoppen", ergänzt die WWF-Agrarexpertin Martina Fleckenstein.
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