OECD: Produktivität der Weltagrarwirtschaft muss verbessert werden
Um das Angebot an Nahrungsmitteln langfristig auszuweiten, muss die Produktivität der Weltagrarwirtschaft weiter verbessert werden. Dazu sind nach Auffassung internationaler Experten eine Intensivierung der Forschungsanstrengungen und die Nutzung moderner Technologien, beispielsweise der Pflanzenbiotechnologie, notwendig. Das war auch der Tenor beim jüngsten Forschungskongress von Bayer CropScience.
Foto: Bayer CropScience
In seiner Rede betonte der OECD-Agrardirektor die Bedeutung von Innovation für den Ausbau der Agrarproduktivität und hob hervor, dass gerade aus Forschung und Entwicklung internationaler Unternehmen wesentliche Impulse für eine Produktionssteigerung kommen müssen. "Wir brauchen höhere Erträge je Flächeneinheit, und Erträge, die robuster gegenüber klimatischen Einflüssen sind, vor allem gegen Trockenheit", sagte Tangermann. In seiner Rede ging er auch auf die Pflanzenbiotechnologie ein. Tangermann: "Die in der Nahrungskrise neu erwachte Aufmerksamkeit für Fragen der Ernährungssicherung fördert das Umdenken und wird zu mehr Gelassenheit gegenüber der grünen Gentechnik führen."
Prof. Berschauer: "Eine zweite grüne Revolution ist notwendig"
Professor Dr. Dr. h.c. Friedrich Berschauer, Vorstandsvorsitzender der Bayer CropScience AG, unterstrich auf dem Forschungskongress des Unternehmens in Essen die Notwendigkeit einer intensiven Agrarforschung: "Nur mit Innovationen können wir auch zukünftig qualitativ hochwertige Nahrungsmittel in ausreichender Menge produzieren." Berschauer bedauerte, dass die öffentliche Förderung der Agrarforschung keine so hohe Priorität mehr habe. "Wir müssen die Landwirtschaft wieder mehr in den Mittelpunkt der internationalen Forschungs- und Entwicklungspolitik stellen und stärker in Technologie und Agrarinfrastruktur investieren. Wir brauchen nichts weniger als eine zweite grüne Revolution", forderte Berschauer.
Prof. Wheeler: "Klimawandel stellt Landwirtschaft vor große Herausforderungen"
Nach Ansicht von Prof. Dr. Tim Wheeler, Direktor des Labors für Vegetationsökologie und Leiter der Gruppe "Kulturen und Klima" am Walker-Institut für Klimasystemforschung an der Universität Reading (England), wird der Klimawandel das Produktionsrisiko für Landwirte in vielen Regionen deutlich erhöhen. "Die Landwirte werden sich auf wärmere Temperaturen und stärkere Niederschlags- und Temperaturextreme als bisher einstellen müssen", sagte Wheeler. Schädlinge und Krankheiten, deren Verbreitung durch den Klimawandel zunehmend beeinflusst wird, würden die Landwirtschaft und vor allem die Nahrungsmittelproduktion vor neue Herausforderungen stellen. Wheeler: "Die Erträge ließen sich in vielen Teilen der Welt bereits durch vorhandene Technologien und Informationen, die bisher keinen Eingang in die landwirtschaftliche Praxis gefunden haben, deutlich erhöhen." In seinen Ausführungen machte er aber auch deutlich, dass der Klimawandel nur eine von vielen Herausforderungen ist, um die weltweite Nahrungsmittelversorgung in den nächsten 50 Jahren sicherzustellen: "Er wird mit vielen anderen Faktoren zusammenspielen, zum Beispiel mit der Ertragskraft der Nutzpflanzen, den Agrarhandelsbeziehungen, den politischen Strategien und Anreizen für die Produktion nachhaltiger Rohstoffe und den Entscheidungen über die Verwendung der Wasserressourcen."
Rund 180 Wissenschaftler des Unternehmens trafen sich zum "R&D Campus 2008" in Essen, um die Rolle der Agrarforschung zu diskutieren und neueste Forschungsergebnisse auszutauschen. Im Mittelpunkt der Beiträge standen
innovative Lösungen, um Erträge von Kulturpflanzen zu steigern und vor
klimatischen Einflüssen zu schützen.
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