Globale Umwelt-Ziele werden 2010 nicht erreicht
Ehrgeizig waren die von den Regierungen 2002 beschlossenen Umweltziele. Demnach sollte der Artenverlust sowie der Schwund der Ökosysteme bis 2010 – als ein Millenniumsziel – weltweit gestoppt werden. Das World Conservation Monitoring Centre des UNO-Umweltprogramms UNEP hat nun mitgeteilt, dass das Ziel nicht erreicht wird.
Foto: A. Schüler
Die Studie kombiniert mehr als 30 Indikatoren dafür, wie Spezies und Ökosysteme sich ändern. Betroffen davon sind Pflanzen und Tiere am Land und im Meer. Nur ein Prozent der weltweiten Meeresflächen stehen unter Schutz. Zwölf Prozent der Landfläche sind als Naturschutzgebiete oder Nationalparks ausgewiesen - werden allerdings nicht überall gleich gut gemanagt. Neben der Vernichtung von Lebensraum sorgen die Klimaänderung und die Einfuhr invasiver Arten für weitere Probleme.
Politische Bestrebungen, um den Druck auf die Ökosysteme zu verringern, stehen offensichtlich nur am Papier. "Obwohl es die Bestrebungen dafür gibt, sind die Taten inadäquat. Die Diskrepanz zwischen dem Druck auf die Umwelt und den gesetzten Antworten darauf, wird immer größer", so Butchart.
Jeder ist zum Handeln aufgefordert
Entschuldigungen für das Nichtwissen der Situation gebe es längst keine mehr, meint Jean-Christophe Vie, Chef des Species Programme der Internationalen Naturschutzunion IUCN. "Die Rolle der Regierungen ist von höchstem Rang, aber das Ausmaß und die Rate des Verlusts weisen daraufhin, dass jeder, von der Einzelperson bis hin zu Betrieben, etwas dagegen unternehmen muss, das Leben auf der Erde zu schützen, ehe wir eine Zerreißgrenze erreichen."
Regierungen werden aller Wahrscheinlichkeit nach das Scheitern der Bestrebungen zum Thema machen und beim Gipfeltreffen der UNO- Konvention über die biologische Vielfalt, die im Oktober im japanischen Nagoya stattfindet, neue Ziele definieren. "Die politischen Mächte sind der Weltwirtschaftskrise frontal begegnet. Wir brauchen genau den gleichen Level an Investitionen und Zugeständnissen für die Umwelt", so Simon Stuart, Chef der IUCN-Species Survival Commission.
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