Walfangverbot vor der Auflösung
Die Internationale Walfangkommission (IWC) hat den überarbeiteten Verhandlungsvorschlag über die "Zukunft der IWC" und Regulierung des Walfangs veröffentlicht. Im Juni 2010 wird dieser zur Abstimmung vorgelegt. Dabei plant die IWC offizielle Fangquoten für Island, Norwegen und Japan.
Foto: IFAW
Medienberichten zufolge verweisen z.B. die USA auf den Verhandlungserfolg, die Anzahl aktuell getöteter Wale dadurch zu reduzieren. Angeführt wird das angebliche Zugeständnis Japans, die selbst auferlegten Fangzahlen im Walschutzgebiet in der Antarktis auf 400 Zwergwale und zehn Finnwale pro Jahr zu reduzieren.
"Die Angaben sind irreführend", kontert Nicolas Entrup, Sprecher der internationalen Wal- und Delfinschutzorganisation WDCS. "Die Fangquote zur Tötung von Zwergwalen in der Antarktis wäre in der Tat signifikant niedriger, jedoch geht es um die Frage der Anzahl getöteter Wale. Japan hat in den vergangenen Jahren durchschnittlich 473 Zwergwale pro Fangsaison getötet. Die Anzahl getöteter Finnwale könnte sogar ansteigen. Japan erlegte seit der Fangsaison 2000/2001 aus einer selbst auferlegten Fangquote von fünfzig Finnwalen pro Jahr insgesamt 47 Finnwale. Nun würde der IWC-Vorschlag die Tötung von zehn Finnwalen jährlich legalisieren. Japan hätte somit im Vergleichszeitraum nach dem neuen Vorschlag um 53 Finnwale mehr töten können. Auch könnte Japan rechtlich gesehen weiterhin tun und lassen, was es will. Island und Norwegen dürften nun von den IWC legitimiert mehr Wale jährlich fangen, als sie dies im Durchschnitt in den vergangenen Jahren getan haben. Man betreibt einfach ein Verwirrspiel durch Angaben über Fangquoten und Fangzahlen. Zusätzlich ist in dem Vorschlag die Ausweitung der Waljagd in Grönland vorgesehen, da ein noch nicht genehmigter Antrag auf die Jagd von Buckelwalen darin bereits enthalten ist", sagt der WDCS-Sprecher.
Die WDCS resümiert: "Der IWC-Vorschlag ist eine Belohnung für die Bemühungen der Walfangstaaten, die Staatengemeinschaft zu erpressen. Um das Gesicht nicht total zu verlieren, versucht man, die Öffentlichkeit irrezuführen, da man den Walfangstaaten keinerlei rechtliche Zugeständnisse abringen konnte."
"Ich erwarte, dass die deutsche Bundesregierung sich umgehend und in aller Deutlichkeit von diesem Verhandlungspaket distanziert und alles daran setzt, um innerhalb der Europäischen Union für eine klare Ablehnung zu werben", fordert Entrup von der WDCS.
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