VW unterstützt 9. UN-Naturschutzkonferenz in Bonn
In dieser Woche beginnt die 9. UN-Naturschutzkonferenz zum Thema Biodiversität. Vom 19. bis 30. Mai 2008 werden knapp 5.000 Experten sowie Vertreter von NGOs und indigenen Völkern aus gut 200 Staaten über Maßnahmen gegen die anhaltende Naturzerstörung beraten. Auch für die Wirtschaft ist das Thema von großem Interesse. Das beweist u.a. das Engagement von Volkswagen: Die Wolfsburger sind einer der Hauptsponsoren der begleitenden „Naturallianz“-Kampagne und haben erst kürzlich ein Mission Statement zur Biodiversität verabschiedet.
Foto: Marion Book
Welche Auswirkungen das haben kann, zeigte ein Vorfall, der sich vor nicht allzu langer Zeit in Indien und Indonesien ereignete. Ein Virus hatte fast die gesamte Reisernte befallen und zum Großteil vernichtet. Unter den über 6.200 bekannten Reissorten fand man nur eine einzige, die resistent gegen den Erreger war. Nur deswegen konnte eine humanitäre Katastrophe vermieden werden.
Die Gefahren, die mit dem rapiden Verlust biologischer Vielfalt einhergehen, sind lange bekannt. Bereits 1992 wurde auf dem Weltgipfel in Rio die „Konvention über biologische Vielfalt“ auf den Weg gebracht. In Johannesburg 2002 wurde dann beschlossen, dass das Artensterben bis 2010 zumindest eingedämmt werden sollte. Doch die Zweifel, dieses Ziel noch erreichen zu können, nehmen zu. „Die Wahrheit ist: Davon sind wir weit entfernt“, räumte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel vor kurzem in Berlin ein. „Ich habe zur Kenntnis zu nehmen, dass nach 16 Jahren die Konvention über biologische Vielfalt an einem Scheideweg steht. Unsere Aufgabe in Bonn ist es, sie endlich nach vorne zu bringen“, so Gabriel weiter.
Dem Bundesumweltminister ist bewusst, dass die Vereinten Nationen ihr Ziel ohne das Engagement der Wirtschaft kaum erreichen werden. Aus diesem Grund hat das Bundesumweltministerium im Februar dieses Jahres die Unternehmensinitiative „Business & Biodiversity“ ins Leben gerufen. Zu den Erstunterzeichnern gehörten neben der Deutschen Lufthansa, der Deutschen Post World Net und der KfW-Bankengruppe auch Volkswagen.
„Im Volkswagen-Konzern besitzt der Umwelt- und Naturschutz seit langem einen hohen Stellenwert“, erklärte VW-Chef Dr. Martin Winterkorn erst Ende letzten Jahres anlässlich seines Beitritts zu der von Gabriel initiierten „Naturallianz“, einem Zusammenschluss von Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Kultur, die sich für den Erhalt der biologischen Vielfalt einsetzen wollen.
Aktion "Unterwegs für Vielfalt", Foto: Volkswagen
Dass diese Aussage des VW-Chefs mehr als nur ein Lippenbekenntnis ist, beweist das unlängst verabschiedete „Mission Statement zu Biodiversität“ des Automobilkonzerns. Damit dokumentiert Volkswagen sein ökologisches Engagement und betont ausdrücklich, dass das Unternehmen Verantwortung für den Schutz der biologischen Vielfalt übernimmt. Aus diesem Grund werde man sich „an allen Standorten gleichermaßen für die Belange des Artenschutzes“ einsetzen und das Thema auch auf der Prozessebene weiter vorantreiben.
Um dies zu erreichen, sollen umgehend folgende Maßnahmen umgesetzt werden:
1. Erstellung ökologischer Gutachten, die den Status quo der im Umfeld der Produktionsstandorte vorkommenden schützenswerten Arten zusammen mit den Emissionswerten der Werke dokumentieren,
2. Weitreichende Anerkennung der Leistungsindikatoren der Global Reporting Initiative (GRI) zur Biodiversität als Standard für die eigene Nachhaltigkeitsberichterstattung und Fortentwicklung eines entsprechenden Volkswagenspezifischen Kennzahlensystems,
3. Übertragung der Verantwortung für die Aktivitäten im Bereich der Biodiversität auf den Umweltmanagementbeauftragten des Konzerns,
4. Integration des Naturschutzes als zusätzliches Thema in die Umweltaktionspläne der Standorte im Rahmen des Umweltmanagementsystems. Festschreibung naturschutzbezogener Ziele und Maßnahmen im Rahmen regelmäßig stattfindender internationaler Regionalkonferenzen in den Umweltaktionsplänen der Standorte,
5. Umfassende Berichterstattung über die Aktivitäten und Erfolge im Bereich der biologischen Vielfalt,
6. Einbeziehung und Information der Partnerunternehmen über die Biodiversitäts-Policy des Unternehmens mittels der B2B-Lieferantenplattform,
7. Ausbau des Know-hows in Sachen Biodiversität im Diskurs mit kompetenten Partnern und sinnvolle Weiterentwicklung gemeinsamer Projekte im Natur- und Artenschutz.
Das Statement ist auch ein Beleg dafür, dass Natur- und Artenschutz bei VW als wirtschaftlicher Erfolgsfaktor verstanden wird. „Unser Umweltmanagement schützt nicht nur Böden, Luft und Wasser – es hilft uns auch, Prozesse zu verbessern und Kosten zu sparen“, heißt es dazu in einer Informationsbroschüre des Unternehmens. Ein gutes Beispiel ist die Entwicklung selbstreinigender Windschutzscheiben, bei der die Eigenschaften des Lotusblattes als natürliche „Blaupause“ dienten. Dieser Philosophie entsprechend werden natürlich auch die bereits bestehenden Arten- und Naturschutzprojekte wie etwa die Pandaforschung in China oder die Renaturierung der Allerniederungen weiterhin gefördert.
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Weiterführende Links zum Thema:
Detaillierte Informationen zum Naturschutzengagement von Volkswagen
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