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Nutzung von MOOCs  an deutschen Hochschulen

01.04.2015

Nutzung von MOOCs an deutschen Hochschulen

Seit die Informatiker Sebastian Thrun und Peter Norvig an der Stanford University 2011 begannen, kostenlose, videobasierte Online-Kurse ohne Teilnehmerbeschränkung anzubieten, ist in der Öffentlichkeit und an Hochschulen über Massive Open Online Courses (MOOCs) als ein neues Lehr- und Lernarrangement diskutiert worden: Diese offenen Online-Kurse, die auf kurzen Videosequenzen, Tests, Prüfungen und Kommunikation in Online-Foren basierten, erreichten außergewöhnlich hohe Teilnehmerzahlen. Ihnen wurde das Potenzial zugeschrieben, nicht nur gängige Formen der Hochschullehre, sondern das klassische Hochschulmodell an sich in Frage zu stellen.

Vor dem Hintergrund der auch in Deutschland intensiv geführten Debatte um die Potenziale, Ausprägungen und Einsatzfelder für MOOCs ging das HIS-Institut für Hochschulentwicklung (HIS-HE) der Rolle nach, die MOOCs an den deutschen Hochschulen zukommt. In zwei bundesweiten Umfragen wurden sowohl die Einschätzungen von Hochschulleitungen als auch von Lehrenden, die MOOCs anbieten oder dies planen, erhoben. Die Zielsetzung der Umfragen bestand darin, Aufschluss über die Bewertung der MOOC-Thematik durch die Präsidien und Rektorate deutscher Hochschulen zu geben und ergänzend Erfahrungen der bislang noch überschaubaren Gruppe von Lehrenden deutscher Hochschulen, die im Bereich der Lehre mit MOOCs aktiv sind, abzubilden.

Resultate der beiden Umfragen, die im Auftrag der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) der deutschen Bundesregierung durchgeführt wurden, sind als ein Kernthema in das „Jahresgutachten zu Forschung, Innovation und technologischer Leistungsfähigkeit Deutschlands 2015“ der EFI eingeflossen, das Handlungsempfehlungen für die Innovationspolitik der Bundesregierung umfasst. Die zwei HIS-HE-Erhebungen zu MOOCs, deren Resultate am 25. Februar 2015 unter dem Titel „Innovationen in der Hochschulbildung. Massive Open Online Courses an den deutschen Hochschulen“ auf den Webseiten der EFI veröffentlicht wurden, zählen zu den Einzelstudien zum deutschen Innovationssystem, die die EFI ihrem Jahresgutachten 2015 zugrunde gelegt hat.

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Die Ergebnisse im Einzelnen

Eine HIS-HE-Befragung von Vizepräsident(inn)en und Prorektor(inn)en für Lehre der deutschen Hochschulen ergab, dass rund drei Viertel der befragten Vertreter(innen) der Hochschulleitungen sich grundsätzlich mit Entwicklungen im Bereich der MOOCs auseinandersetzten. Der Anteil der befragten deutschen Hochschulen, an denen MOOCs bereits angeboten wurden, betrug rund ein Sechstel. Ein weiteres Sechstel der Hochschulen beabsichtigte, MOOCs künftig anzubieten. Zwei Fünftel (40 Prozent) der Hochschulleitungen gaben an, sich in Bezug auf die eigene Positionierung unschlüssig zu sein. Etwa ein Drittel der Hochschulleitungen erklärte zugleich, die Entwicklung und Bereitstellung von MOOCs aktiv zu unterstützen. Großen Nutzen schrieben die befragten Hochschulleitungen MOOCs insbesondere im Hinblick auf die Absicht, neue Zielgruppen zu erreichen, die Hochschulbildung zu öffnen, das Lehrangebot zu verbessern und das Weiterbildungsangebot auszubauen, zu.

Unterschiedliche Beweggründe

Eine zweite Befragung von Lehrenden an deutschen Hochschulen, die MOOCs entwickeln oder bereitstellen, zeigte, dass die genutzten MOOC-Formen überwiegend mit den international gängigen Kategorien übereinstimmten. Ähnlich wie im anglophonen Raum erreicht auch mancher MOOC von Lehrenden deutscher Hochschulen ein Mehrfaches der Studierendenzahl der anbietenden Hochschule. Am häufigsten waren allerdings drei- und vierstellige Teilnehmerzahlen zu verzeichnen. Lehrende an deutschen Hochschulen führten MOOCs in etwa der Hälfte der Fälle auf Englisch durch und zielten damit häufig auf internationale Zielgruppen ab. Als Beweggründe für das Anbieten von MOOCs nannten die Lehrenden am häufigsten die Absicht, neue Zielgruppen zu erreichen, ein allgemeines Interesse an der Entwicklung im MOOC-Bereich, den Wunsch, an der Entwicklung in diesem Bereich teilzuhaben, das eigene Lehrangebot weiterzuentwickeln oder die Reichweite der eigenen Lehre zu erhöhen.

 
Quelle: UD/pm

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