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27.08.2014

Alles grüne Gerede nur Lüge?

Energiewende, Solaranlagen, Windparks, grüner Einkauf – Alles Schwachsinn? Das suggeriert das Buch „Grüne Lügen“ von Friedrich Schmidt-Bleek. Aus dem Umweltlager hagelt es Kritik. UmweltDialog stellt das Buch vor.

Grüne Lügen von Friedrich Schmidt-Bleek

Das Wichtigste vorab: Schmidt-Bleek ist keiner dieser unreflektierten Klimaleugner. Im Interview mit der Wirtschaftswoche sagte er: „Der Klimawandel ist real und eine der ganz großen ökologischen Gefahren, die wir heute kennen. Wir müssen dringend umdenken, um den Planeten zu retten. Die Rezepte, die die Bundesregierung und die Wirtschaft vorschlagen – von der Energiewende bis zu Hybridautos – taugen allerdings nicht dafür. Das sind Rezepte, die die Umwelt noch kränker machen.“

Die Kritik des Autors berührt einen wahren Kern. Bei vielen Dingen fragen wir nicht nach den Gesamtkosten, weil wir es nicht wissen oder auch nicht wissen wollen. Beispiel Elektromobilität. Alle Male besser als Verbrennungsmotoren sicher. Aber woher stammt der Strom? Da wird es dann heikel.

Schmidt-Bleek beklagt daher: Deutschland tut nichts in Sachen Umweltschutz. Während uns Politik und Wirtschaft mit sogenannter Umweltpolitik von Elektroauto bis Energiewende Sand in die Augen streuen, bleiben die dringendsten Reformen auf der Strecke. Schmidt-Bleek sagt: Wir laufen in die falsche Richtung, und Politik und Wirtschaft führen uns immer weiter in die Irre. Er weiß aber auch: Wir können noch umkehren. Und er erklärt uns wie. Ein Pionier der Umweltforschung, mahnt er seit Langem: Wir brauchen eine Ressourcenwende, wenn wir auf diesem Planeten eine Zukunft haben wollen. Unsere »Umweltschutzmaßnahmen« reduzieren zwar den Schadstoffausstoß, erhöhen aber unseren Bedarf an Ressourcen: Wir verbrauchen mehr Wasser, seltene Erden und andere Rohstoffe. Um an diese zu gelangen, zerstören und verschmutzen wir immer schneller immer mehr Land und befördern dadurch den Klimawandel, den wir eigentlich bremsen wollen. Es ist schon lange höchste Zeit, einen neuen Weg zu beschreiten!

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Was sagen die Leser? Das Feedback ist durchwachsen. So schreibt Janine Dix bei Amazon: "Der Schreibstil passt zum wissenschaftlichen Text, ohne jedoch zu kompliziert und unverständlich zu werden. Manches wird etwas zu reißerisch präsentiert, obwohl das vielleicht nicht schlecht ist, um gewisse Gemüter aufzurütteln und zu überzeugen. Insgesamt versteht es Schmidt-Bleek, seine Darlegungen so rüberzubringen, dass man ihnen leicht folgen kann und nebenbei so einiges über die Schwächen unseres derzeitigen Umweltschutzes lernt, die einem vorher gar nicht oder nicht in diesem Umfang bewusst waren. Leider wiederholt er sich dafür an manchen Stellen etwas zu oft, was mich regelmäßig gestört und aus meinem Lesefluss gerissen hat. Immerhin stellt er die Sachverhalte so klar vor, dass man sie leicht verinnerlichen kann. Hinzu kommt, dass er in vielem allzu sehr an der theoretischen Oberfläche bleibt. Wie er sich den einen oder anderen seiner Vorschläge in der Realität umgesetzt vorstellt, erörtert er selten oder überhaupt nicht."

Über den Autor:
Prof. Friedrich Schmidt-Bleek ist ein Pionier der Ressourcenwende und Erfinder des Faktor 10 Konzeptes. Er ist Gründungs-Vizepräsident des Wuppertal Institutes, arbeitete als Abteilungsleiter in der OECD und im IIASA und ist außerdem Initiator des World Resources Forum Davos und des Factor 10 Institute. 2001 wurde er mit dem Takeda World Environment Award ausgezeichnet. Schmidt-Bleek ist Autor zahlreicher Bücher und Veröffentlichungen.

Friedrich Schmidt-Bleek
Grüne Lügen. Nichts für die Umwelt, alles fürs Geschäft – wie Politik und Wirtschaft die Welt zugrunde richten
Verlag: Ludwig, 304 Seiten
ISBN: 978-3-453-28057-1
€ 19,99

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Quelle: UD

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1  Kommentar

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    Urwalder, 
    27.08.2014 - 14:03 Uhr

    Habe das Buch auch gelesen und generell mag Herr Schmidt-Bleek Recht haben. Nur fehlt absolut der Lösungsansatz für unsere bestehende Gesellschaft. Die wenigen Lösungen die Herr Schmidt-Bleek in seinem Buch vorschlägt scheitern eben an dieser. Wenn die Menschheit also noch eine Chance hat, dann mit den grünen "Lügen" plus Reduzierung des Rohstoffverbrauches. Einen weit besseren Ansatz sehe ich daher in dem Buch "Globale Abkühlung" von Hans-Josef Fell.

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