Mobilität & Logistik

Mehr Elektroautos durch Carsharing?

Experten des ADAC sowie des Bundesverbandes eMobilität zeigen in Zusammenarbeit mit Leihwagenversicherung.de Lösungen zu einer breiteren Nutzung alternativer Antriebe bei Carsharing und Mietwagenunternehmen auf. Der Versicherungsanbieter sieht die Mietwagenbranche in einer Schlüsselrolle bei der Erreichung des Ziels der Bundesregierung bis 2020 eine Millionen Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen zu bringen. Derzeit liegt die Anzahl der angemeldeten Elektrofahrzeuge jedoch noch unter 25.000.

23.02.2015

Mehr Elektroautos durch Carsharing? zoom

Basierend auf der ECAR-Studie zur Akzeptanz der Elektromobilität von der Hochschule Ludwigshafen schätzen viele Deutsche ihre Einstellung zu Elektromobilität zwar als hoch ein, jedoch weisen nur 29 Prozent der Männer und 19 Prozent der Frauen auch ein hohes Kaufinteresse auf. Unter diesen Voraussetzungen könne laut Christian Laberer, Fachreferent für Umwelt und Verkehrsgeographie des ADAC, die Mietwagenbranche einen Beitrag zu einer größeren Akzeptanz des alternativen Antriebs schaffen: „Elektroautos in Mietwagenflotten geben Kunden die Möglichkeit Berührungsängste abzubauen und selbst Erfahrungen zu sammeln ohne direkt mit den hohen Anschaffungskosten konfrontiert zu werden.“ Stichprobenartige Anfragen des Versicherungsanbieters Leihwagenversicherung.de haben jedoch gezeigt, dass Mietwagenfirmen entsprechende Fahrzeuge meist lediglich im Rahmen von Prestigeprojekten in kleiner Stückzahl einsetzen.

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Bessere Infrastruktur gefordert

Bei der Förderung einer breiten Nutzung von Elektroautos und Erdgasfahrzeugen besteht demzufolge Nachholbedarf. Kurt Sigl, Präsident des Bundesverband eMobilität, wünscht sich insbesondere einen stärkeren Ausbau der Infrastruktur für Elektromobilität und Unterstützung durch politische Signale: „Dort, wo man Elektromobilität für Carsharing Angebote gezielt fördert, funktioniert es und wird von der Bevölkerung angenommen.“

Auch im Hinblick auf eine breitere Nutzung der Erdgasmobilität sind Laberer zufolge Investitionen in die Infrastruktur von großer Bedeutung. Hierbei werden klare Zeichen von Seiten der Politik benötigt: „Gerade im Hinblick auf das Tankstellennetz für Erdgasfahrzeuge ist Planungssicherheit durch eine Verlängerung der Steuervergünstigung für den Treibstoff von großer Bedeutung.“

Zudem sollte gezielt über die einzelnen Antriebsarten aufgeklärt werden um Unsicherheiten zu reduzieren. So ergaben Recherchen von Leihwagenversicherung.de, dass auf Seiten der Versicherer noch immer Bedenken zu bestehen scheinen. Auch für Laberer ist dies vorstellbar: „Noch unzureichende Erfahrungen mit Elektromobilität können sich sicherlich in höheren Versicherungsprämien niederschlagen. Dies ist bei Innovationen häufig der Fall.“ 

Elektroautos in der Mietwagenbranche

Nachholbedarf sieht Sigl bei auch bei der Mietwagenbranche: „Die Mietwagenfirmen haben die Restwertkalkulation für die Elektroautos nicht im Griff. Der Wertverlust wird oftmals viel zu hoch eingeschätzt.“ Auf diese Weise erscheinen die Stromer fälschlicherweise als unrentabel. Sigl verspricht 2015 einen Kongress anzubieten, welcher Mietwagenfirmen über die Eigenheiten der Elektromobilität aufklären soll.

Ernesto Suarez, Geschäftsführer von Leihwagenversicherung.de zu Elektromobilität in der Mietwagenindustrie: „Unsere Recherchen haben ergeben, dass es eine verstärkte Anstrengung von Seiten der Mietwagenbranche für eine verbreitete Nutzung von alternativen Antrieben bedarf. Wir unterstützen alternative Antriebe in der Mietwagenbranche. Daher wird die Entscheidung ein Elektroauto zu mieten keinen Einfluss auf die Höhe unserer Beiträge haben."

Suarez ist zudem überzeugt, dass sich sowohl die Anzahl an Fahrzeugen mit alternativen Antrieben in den Mietwagenflotten erhöhen wird als auch, dass ein preislicher Anreiz für die Nutzung dieser Autos in urbanen Gegenden geschaffen werden sollte. "Durch attraktive Angebote für unsere Kunden können wir für eine breitere Akzeptanz und verstärkte Nutzung von Elektroautos und Erdgasfahrzeugen sorgen.“

Quelle: UD/pm
 

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