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Rentenversicherungen: Selten nachhaltig und wenig transparent zoom

30.11.2017

Rentenversicherungen: Selten nachhaltig und wenig transparent

Nur 22 von 46 deutschen Rentenversicherern geben auf Nachfrage an, mindestens ein ethisch-ökologisches Ausschlusskriterium bei der Auswahl ihrer Investitionsbereiche anzuwenden. Zu diesem Ergebnis kam das Projekt "Gut fürs Geld, gut fürs Klima" der Verbraucherzentrale Bremen, die 46 Anbieter privater Rentenversicherungen hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeitsstandards untersuchte.

Die Informationsgrundlage des Projekts liefert eine Anbieterbefragung sowie Veröffentlichungen der Unternehmen. In einer Marktübersicht können Verbraucherinnen und Verbraucher erkennen, welche kritischen Branchen bei den Investitionen der Versicherer tabu sind.

Zur finanziellen Absicherung fürs Alter bieten Versicherungen private Rentenversicherungen an. Bei der Anlage der Kundenbeiträge können sie als ethisch-ökologische Standards  Ausschlusskriterien berücksichtigen: Es fließt dann kein Geld in kontroverse Bereiche wie Rüstung, Atomkraft oder Kinderarbeit. 22 der 46 untersuchten Rentenversicherer machen Angaben zu mindestens einem Ausschlusskriterium. Investitionen in geächtete Waffen und Nahrungsmittelspekulationen werden bei der Kapitalanlage am häufigsten ausgeschlossen. Nur zwei Versicherer wenden umfangreiche ethisch-ökologische Ausschlusskriterien an: die Familienfürsorge und die Concordia oeco, deren Kriterien allerdings nur für die Produktlinie „Leben oeco“ gelten.

„Versicherungsunternehmen haben deutlichen Nachholbedarf bei den Nachhaltigkeitsstandards für ihre Kapitalanlage. Selbst Geschäfte mit international geächteten Waffen wie Landminen und Streumunition schließen einige Versicherungen nicht konsequent aus. Auch der Klimaschutz wird zu wenig berücksichtigt. Nur vier Versicherer schränken Investitionen in die klimaschädliche Kohle ein“, sagt Ulrike Brendel, Leiterin des Projekts „Gut fürs Geld, gut fürs Klima“ bei der Verbraucherzentrale Bremen.

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Anbieter wenig transparent

20 der 46 Versicherer veröffentlichen keine aussagekräftigen Informationen zu ihren Nachhaltigkeitsstandards und wollten gegenüber der Verbraucherzentrale keine konkreten Angaben hierzu machen. Die Branchen-Riesen Axa und Allianz verweigerten Auskünfte darüber, inwieweit Atomkraft, Kinderarbeit, Menschrechtsverletzungen, Glücksspiel und Pornographie bei ihren Investitionsentscheidungen berücksichtigt werden. Die beiden Anbieter mit hohen Nachhaltigkeitsstandards, die Familienfürsorge und die Concordia oeco, sind in puncto Transparenz hingegen vorbildlich.

Beiträge fließen meist in die Kapitalanlage der Versicherer

Anlegerinnen und Anleger sollten sich bei fondsgebundenen Rentenversicherungen nicht von der Auswahl an Öko-Fonds blenden lassen. Bei vielen Rentenversicherungsprodukten landet der Löwenanteil der Zahlungen in der allgemeinen Kapitalanlage. Nur wenige Versicherer wenden hierbei konsequent ethisch-ökologische Kriterien an.

Versicherer investieren ihre Kapitalanlage beispielsweise in Aktien und Anleihen von Unternehmen und Staaten oder in Immobilien und Infrastrukturprojekte. Dies gilt auch für die Beiträge von fondsgebundenen Rentenversicherungen, die eine Garantieleistung beinhalten. Hier fließt nur der Teil der Beiträge in Fonds, der nicht für diese Garantieleistung benötigt wird. Dieser Anteil ist wegen der niedrigen Zinsen derzeit sehr gering. Nur bei fondsgebundenen Rentenversicherungen ohne Garantie werden die Beiträge – abzüglich der Kosten – in die auswählbaren Investmentfonds investiert.

 
Quelle: UD/pm

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