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"Geiz-ist-geil"-Mentalität bedroht die deutsche Wirtschaft zoom

19.01.2015

"Geiz-ist-geil"-Mentalität bedroht die deutsche Wirtschaft

Die sinkende Zahlungsbereitschaft deutscher Kunden ist aus Sicht der deutschen Wirtschaft die größte Gefahr für ihren Erfolg. Fast drei Viertel der deutschen Unternehmen finden diese Entwicklung bedrohlich. Am kritischsten schätzen Gewerkschaften und Wohlfahrtsorganisationen diesen Trend ein, so das Ergebnis einer Befragung der Deutschen Gesellschaft für Qualität (DGQ). Im Zentrum stand die Frage, welche gesellschaftlichen Trends und Einstellungen unserer Zeit für den Erfolg der deutschen Wirtschaft förderlich beziehungsweise nachteilig sind.

"Wie unsere Studie zeigt, registrieren deutsche Unternehmen, dass Verbraucher und Geschäftskunden immer weniger bereit sind, für Qualität den entsprechenden Preis zu zahlen. Diese Entwicklung bringt den Qualitätsstandort Deutschland in Gefahr", erklärt Udo Hansen, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Qualität. "Wir müssen Verbraucher und Geschäftskunden befähigen, Qualität zu erkennen und wertzuschätzen."

"Dazu gehört es nicht nur, proaktiv zu kommunizieren, was Qualität impliziert und welche Bedeutung sie für den Standort Deutschland hat. Vielmehr müssen Unternehmen und Organisationen insbesondere ihre hohen Qualitätsstandards immer wieder in den Fokus des öffentlichen Diskurses stellen", sagt Hansen weiter. "Die deutsche Wirtschaft muss selbstbewusst und deutlich aufzeigen, was auf diesem Gebiet in Deutschland jeden Tag aufs Neue geleistet wird - eine Arbeit, deren Wert sich auch in einem entsprechenden Preis widerspiegeln muss!"

Aufgrund der Relevanz des Konsumverhaltens für den Erfolg der deutschen Wirtschaft definiert die DGQ die Aufklärung von Verbrauchern über Qualität und ihre Merkmale als wichtiges Handlungsfeld im Rahmen ihres Leitbildes für Qualität. Dieses zeigt Wirtschaft, Politik und Bildung Handlungsbereiche auf mit dem Ziel, die Zukunft Deutschlands als Qualitätsstandort zu sichern.

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Rückgang deutscher Tugenden greift Qualitätskultur an

Die nachlassende Verbreitung deutscher Tugenden wie Fleiß, Zuverlässigkeit und Gewissenhaftigkeit kann aus Sicht der Unternehmen und Stakeholder das Fundament aus Qualität und Leistung nachhaltig angreifen. Für 71 Prozent der befragten Unternehmen gefährdet diese Entwicklung die deutsche Qualitätskultur. Bei den befragten Institutionen findet vor allem die öffentliche Verwaltung diesen Trend alarmierend (72 Prozent).

Ebenso wird eine abnehmende Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, in der Wirtschaft als hemmender Faktor für Qualität und Erfolg wahrgenommen. 71 Prozent der Unternehmen betrachten diesen Trend als Bedrohung. In der öffentlichen Verwaltung und bei Wohlfahrtsorganisationen sehen dies jeweils 68 Prozent so.

Umwelt- und Datenschutz sind Chance und Bedrohung zugleich

Daneben gibt es gesellschaftliche Trends, die in ihrer Bewertung weniger eindeutig ausfallen. Der zunehmende Wunsch nach Umweltschutz wird von der deutschen Wirtschaft prinzipiell eher als Chance denn als Bedrohung für die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland eingestuft (56 Prozent). Mehr als jedes zehnte befragte Unternehmen (12 Prozent) sieht diese Entwicklung als Gefahr für seinen wirtschaftlichen Erfolg an. Für die befragten Stakeholder, insbesondere für Gewerkschaften (91 Prozent) und die öffentliche Verwaltung (72 Prozent), überwiegt hingegen der positive Effekt dieses Trends.

Auch die steigende Datensensibilität in der Bevölkerung wird von deutschen Unternehmen kontrovers beurteilt. Für ein Viertel (25 Prozent) ist der Wunsch nach mehr Datenschutz eine Bedrohung, für ein Drittel (34 Prozent) eine Chance. Unternehmen sind sowohl Profiteure als auch Leidtragende dieser Entwicklung. Einerseits werden ihre eigenen Daten sensibel und vertraulich behandelt und ermöglichen neue Geschäftsmodelle. Andererseits steigen Standards und Anforderungen. Die Kosten für Datenspeicherung steigen und es wird schwieriger, relevante Daten zu erschließen, um Service und Qualität zu verbessern. Für Gewerkschaften (64 Prozent) und Wohlfahrtsverbände (53 Prozent) überwiegt hingegen der positive Effekt der Datensensibilität.

 
Quelle: UD/pm

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