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Deutsche halten Automobilbranche für nicht innovativ genug zoom

21.05.2015

Deutsche halten Automobilbranche für nicht innovativ genug

Die Automobilbranche sieht sich gerne als Innovationstreiber. Aber ist sie das auch in den Augen der Verbraucher? Anscheinend nicht in jedem Bereich: Die Mehrheit der deutschen Pkw-Fahrer attestiert der Automobilindustrie in Sachen Umwelt ein zu geringes Engagement. Das ergab eine aktuelle repräsentative Umfrage von YouGov im Auftrag des Automobilzulieferers Faurecia.

"Autokäufer achten heute sehr stark auf den ökologischen Fußabdruck ihres Fahrzeuges, wie beispielsweise den CO2-Ausstoß", sagt Thilo Ludewig, Leiter Forschung und Entwicklung Faurecia Automotive Seating. "Umso erstaunlicher ist, dass die zahlreichen Öko-Innovationen, die es bereits gibt und an denen weiter mit Hochdruck gearbeitet wird, augenscheinlich in der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen werden." Und diesbezüglich scheint bundesweit Konsens zu herrschen. Zwar üben Befragte aus den alten Bundesländern mit 59 Prozent tendenziell etwas mehr Kritik an der Automobilbranche als Ostdeutsche. Mit 50 Prozent teilt aber auch dort jeder Zweite die Auffassung, der Einsatz der Verantwortlichen in diesem Bereich sei verbesserungswürdig. Ludewig: "Hersteller und Zulieferer sind jetzt noch stärker gefordert, zu zeigen, dass die Entwicklung umweltfreundlicherer Autos höchste Priorität genießt und dass das Engagement weit über den Bereich der Motorenentwicklung, ergo alternative Antriebstechnologien, hinausgeht."

Auto-Deutschland hat die größte Öko-Innovationskraft

Dabei sind die Voraussetzungen eigentlich gut. Denn laut Befragung wird der Autonation Deutschland im internationalen Vergleich aktuell die mit Abstand größte Öko-Innovationskraft zugesprochen. 38 Prozent der befragten Pkw-Fahrer sind dieser Meinung. Japan folgt auf dem zweiten Rang (18 Prozent). Mit vier Prozent belegt Schweden den dritten Platz. Interessanterweise ist das Vertrauen in den Forschungs- und Entwicklungsstandort Deutschland bei jüngeren Befragten ausgeprägter als bei älteren. So sehen 47 Prozent der 18-24-Jährigen und 45 Prozent der 25-34-Jährigen bei den einheimischen Herstellern und Zulieferern das stärkste Potenzial, zukunftsweisende Lösungen für umweltfreundliche Autos zu entwickeln. In der Altersgruppe 35-44 Jahre sind es 34 Prozent - bei den 45-54-Jährigen und den Autofahrern über 55 Jahren sind es je 37 Prozent. Die Meinung, dass Auto-Deutschland am ehesten den grünen Daumen hat, ist bei Männern mit 42 Prozent etwas ausgeprägter als bei den Frauen (35 Prozent).

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Pkw-Öko-Bilanz allein durch Leichtbau deutlich verbessert

Dass sich die Automobilbranche intensiv mit der Entwicklung umweltfreundlicher Fahrzeuge beschäftigt, zeigt insbesondere auch die Zuliefererindustrie. Um sauberere und effizientere Autos zu entwickeln, setzt beispielsweise das international agierende Unternehmen Faurecia unter anderem auf Technologien zur Gewichtsreduzierung. Denn: Verringert man das Gewicht eines Fahrzeugs nur um zehn Kilogramm, braucht es weniger Kraftstoff und sein CO2-Ausstoß sinkt im Schnitt um ein Gramm pro Kilometer. "Mit Hilfe neuer Konstruktionstechnik, optimiertem Design, mit der Entwicklung und Verwendung alternativer Materialien und neuen Herstellungsprozessen gelingt es uns schon heute, das Gewicht pro Fahrzeug um mehr als 100 Kilogramm zu senken", erklärt Ludewig.

So lassen sich grob etwa zehn Gramm CO2 je gefahrenem Kilometer und ein Kilogramm je 100 Kilometer einsparen. Ein deutlich höherer Wert, als ihn die deutschen Pkw-Fahrer bisher vermuten. Laut Befragung gehen sie davon aus, dass das Fahrzeuggewicht im Schnitt um 123,2 Kilogramm reduziert werden muss, damit der CO2-Ausstoß um ein Gramm pro Kilometer gesenkt wird. Ludewig: "Wir sind längst noch nicht am Maximum angelangt und suchen intensiv nach weiteren Möglichkeiten Gewicht einzusparen." Dies ist aber nur ein Teilaspekt, denn für die Verbesserung der Öko-Bilanz von Pkw muss das Fahrzeug als Ganzes gesehen werden. Aus diesem Grund fokussiert man sich bei Faurecia nicht nur auf den Bereich Leichtbau, sondern entwickelt beispielsweise auch Lösungen zur Energierückgewinnung oder der Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs.

 
Quelle: UD/pm

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