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Naturschutz und Tourismus – Ein Erfolgsmodell auf der Insel Usedom?

Naturschutz und Renaturierungsmaßnahmen sind für den Tourismus eine besonders nachhaltige Entwicklungsmöglichkeit. Der umweltverträgliche Tourismus auf der Insel Usedom könnte ein Erfolgsmodell werden. 2016 sind erstmals über eine Million Besucher zu Gast gewesen.

07.04.2017

Naturschutz und Tourismus – Ein Erfolgsmodell auf der Insel Usedom?

Das sind nur einige Ergebnisse des Expertenworkshops vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW), der Mitte Februar 2017 auf der Insel Usedom stattfand. Experten aus Wissenschaft, Umweltschutz und Tourismus tauschten aktuelle Zahlen und Trends zum Thema „Naturschutz und Tourismus“ aus.

„Die Natur ist der Freund des Tourismus. Viele Touristen auf Usedom lieben die Vielfalt der Natur über den Jahresverlauf hinweg“, berichtet Tim Dornbusch, Geschäftsführer des Baltic Sport- und Freizeithotels und Mitveranstalter des Workshops. Es zeigt sich auch, dass Attraktionen wie neue Golfplätze oder Wellnessangebote nur einen kurzfristigen Effekt auf Besucherzahlen haben, ganz im Gegensatz zu den Angeboten die die Natur bieten kann. Den überwiegenden Teil der Mehrfachbucher zieht das Naturerlebnis an.

„Das Anklamer Stadtbruch belegt eindrucksvoll das wachsende Interesse von Naturtouristen, die ganzjährig die Natur erleben wollen. Insbesondere die hohe Dichte der dort vorkommenden Seeadler ist ein starker Magnet für den Tourismus“, so der Gebietskenner Günther Hoffmann.

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Weißstörche und Seeadler

Ein anders gutes Beispiel aus Deutschland ist die Renaturierung der Lippe in Mittelwestfalen. „Die Renaturierung der Lippe hat zu einer erhöhten Artenvielfalt im Wasser und an Land geführt. Beispielsweise brütet der Weißstrorch erstmals seit 60 Jahren wieder in Mittelwestfalen. Das zieht auch Touristen an“, erklärt Margret Bunzel-Drüke von der Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz im Kreis Soest e.V.

Die Seeadlerforschung auf Usedom zeigt, dass diese Könige der Luft zunehmend durch den Menschen gefährdet sind. „Immer wieder verschwinden Jagd-Bäume, von denen der Seeadler als „Ansitzjäger“ seine Jagdflüge startet. Neben Horst-Bäumen stellen sie einen wesentlichen Lebensraumbestandteil für den Adler dar“, berichtet der Greifvogelexperte Oliver Krone vom Leibniz-IZW. Die Usedomer Seeadler jagen hauptsächlich am Achterwasser, hier besteht eine Gefährdung durch das Verbauen der Landschaft für neue Fahrradwege, die zu dicht an den Adlerbäumen vorbeiführen. Auch das zunehmende Fällen von toten Bäumen für Kaminholz schränkt die Qualität des Lebensraums der Seeadler ein.

„Die Insel Usedom ist ein stetig wachsender Magnet für Touristen, daher ist der Einklang von Natur und Tourismus eine ernst zu nehmende Aufgabe. Die Umweltverträglichkeit von Tourismus bedeutet auch gleichzeitig eine nachhaltige Investition in den Erhalt und die Weiterentwicklung der Natur auf Usedom“, erklärt Ulf Wigger, Leiter Naturpark Insel Usedom.

Quelle: UD/fo
 

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