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21.12.2012

Ostafrikas Potential für deutsche Unternehmen

„Wir sehen in Ostafrika einen großen wachsenden Markt und viele Chancen für deutsche Unternehmen - speziell im Bereich Erneuerbare Energien und Wasseraufbereitung“, sagt Johannes Puy, Business Unit Manager bei Mörk Water Solutions. Das Unternehmen errichtete 2011 auf Sansibar, Tansania, eine solar- und windbetriebene Anlage zur Meerwasserentsalzung, um ländliche Regionen mit Trinkwasser zu versorgen. Das Vorhaben erwies sich als Erfolg, 2012 folgte eine zweite Anlage. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH unterstütze Mörk dabei, ein Betreibermodell zu entwickeln und stellte den Kontakt zu den regionalen Behörden her. Die Partnerschaft ist Teil des Programms develoPPP.de, das die GIZ im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) umsetzt. DeveloPPP.de fördert europäische Unternehmen, die sich in Entwicklungs- und Schwellenländern wirtschaftlich engagieren.

Foto: Mörk
Foto: Mörk
Ein robustes Wirtschaftswachstum, stabile politische Rahmenbedingungen und mehr als 142 Mio. Einwohner: Ostafrika verfügt über großes wirtschaftliches Potenzial und birgt für deutsche Unternehmen vielfältige Chancen. Um ein sicheres Umfeld für Investitionen und Handel zu schaffen sowie die Wettbewerbsfähigkeit und Wertschöpfung der Region zu steigern, gründete sich 1999 die East African Community (EAC). Als zwischenstaatliche Organisation der ostafrikanischen Länder Kenia, Uganda, Tansania, Ruanda und Burundi verfolgt die EAC das Ziel, die Mitgliedsstaaten zu einer wirtschaftlichen und politischen Gemeinschaft zusammenzuführen. Wichtige Schritte im Rahmen des regionalen Integrationsprozesses waren die 2005 gegründete Zollunion und der im Jahr 2010 geschaffene gemeinsame Markt. Aktuell verhandeln die Länder des EAC darüber, wie sie die Bewegungsfreiheit für Arbeitskräfte und Einwohner verbessern können. Darüber hinaus ist die Einführung einer gemeinsamen Währung ein bedeutendes Ziel.

Afrika als „Chancenkontinent der Zukunft“

Deutschland unterstützt die EAC, deren Sekretariat sich in der tansanischen Stadt Arusha befindet, bei diesen Aufgaben: Das BMZ fördert den Integrationsaufbau der EAC seit 1998 mit insgesamt 83,6 Mio. Euro. Beauftragt durch das BMZ berät die GIZ das Sekretariat beim regionalen Integrationsprozess. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie der Prozess besser gestaltet, koordiniert und überprüft werden kann. Darüber hinaus will die GIZ deutsche Unternehmen animieren, die EAC als Wirtschaftsraum zu nutzen und so die Entwicklung der Region zu fördern. Über Entwicklungspartnerschaften im Programm develoPPP.de  bietet sie ihnen dabei Unterstützung. Um über die Chancen in der EAC zu informieren, lud die GIZ am 30. Oktober 2012 in ihre Berliner Repräsentanz zu der Veranstaltung „Mehr als Kaffee und Tee - neue Wirtschaftspotentiale im ostafrikanischen Markt ein“. Dabei bezeichnete Hans Jürgen Beerfeltz, Staatssekretär im BMZ, Afrika als „Chancenkontinent der Zukunft“. Für die soziale, ökonomische und wirtschaftliche Entwicklung Ostafrikas könne die deutsche Wirtschaft einen nachhaltigen Beitrag leisten.

Mörk Water Solutions: Erfolgreiches Projekt in Tansania


Das Programm develoPPP.de treibt das voran und kann erfolgreiche Beispiele anführen - wie das Unternehmen Mörk Water Solutions. Mit Unterstützung der GIZ nahm Mörk Ende 2011 in Sansibar eine Pilotanlage zur Trinkwasserversorgung in Betrieb, um einen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung und einer kostengünstigen Wasserversorgung in den benachteiligten Regionen Sansibars zu leisten: Vor allem in abgelegenen Gebieten haben die Menschen kaum Zugang zu sauberem Trinkwasser, da viele Brunnen und Quellen verschmutzt sind. Durchfallerkrankungen und Thyphus sind weit verbreitet, ebenso eine hohe Kindersterblichkeitsrate. So sind diese Menschen von teuren Wassertransporten abhängig, die sie sich kaum leisten können.

Foto: Mörk
Foto: Mörk
Die von Mörk installierte Trinkwasseranlage in einem Dorf nahe Sansibar-Stadt versorgt nun die rund 600 Bewohner mit sauberem Wasser. Sie wird durch Photovoltaik und Wind mit Energie versorgt und produziert etwa 100 Liter Trinkwasser pro Stunde. Die lokalen Gemeinden können die Anlagen selbst betreiben und finanzieren. Mit einem Verkaufspreis von 0,03 Euro pro Liter hat sich die Anlage nach vier Jahren amortisiert. Die Schulung der Gemeinde ist wichtiger Teil des Projekts: Zuständige der Gemeinde müssen die Funktionsweise und Wartung der Anlage beherrschen und ein Geschäftsmodell entwickeln, mit dem sie sich wirtschaftlich sinnvoll betreiben lässt. Mörk nutzt die Pilotanlage zu Demonstrationszwecken, um unter realistischen Bedingungen ein entsprechendes Betriebskonzept für autarke, dezentrale Meerwasserentsalzungsanlagen zu entwickeln.

Für Mörk war der Schritt in die ostafrikanische Region ein Erfolg. Erst kürzlich errichtete das Unternehmen auf Kokota Island - einer zu Sansibar gehörenden Insel - eine zweite Anlage. Auf dieser Insel befindet sich nur ein kleines Fischerdorf, deren rund 300 Bewohner bisher von Trinkwassertransporten per Boot von der Hauptinsel abhängig waren. Durch die Anlage können sie sich nun selbst mit Wasser versorgen und haben  so auch die Möglichkeit, Tiere zu halten.

Türöffner für Kontakte in der Region

Die GIZ war als erfahrener Partner in der Region ein wichtiger Berater für Mörk „Die GIZ hat uns mit ihrem Know-how vor Ort geholfen und einige Probleme von vorne herein vermieden“, sagt Johannes Puy, Business Unit Manager bei Mörk Water Solutions. Außerdem halfen die Namen BMZ und GIZ - man werde dadurch in dem Land anders wahrgenommen. „Die Kooperation war ein Türöffner für Kontakte in der Region“, fügt Puy hinzu.

Zu den weiteren Partnern des Projekts gehört auch die Hochschule Karlsruhe, die die Technologie sowie die Trainingskurse zum Betrieb der Anlagen mitentwickelte. Durchgeführt werden die Kurse vom lokalen Karume Institut of Science & Technology. Es bildet in Trainings lokale Fachkräfte aus, die die Anlagen selbstständig betreiben können. So entstehen neue Arbeitsplätze und die Eigenständigkeit der Betreiber wird gefördert. Ein weiterer wichtiger Partner des Projekts ist außerdem die Firma Dow, die die Projektentwicklung vor Ort mit ihrer internationalen Erfahrung in der Wasseraufbereitung unterstützte.
 
Quelle: UD

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