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19.12.2012

E.ON: Leuchtpol-Projekt vor erfolgreichem Abschluss

Für 50.000 Kinder in 4.000 Kitas gehört dank Leuchtpol nachhaltiges Denken und Handeln inzwischen zum Alltag. Das 2008 von der Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung Bundesverband (ANU) gegründete Projekt hatte sich zum Ziel gesetzt, über sie Schulung von Erziehern Bildung für nachhaltige Entwicklung im Kindergartenalltag zu verankern. Umfassende finanzielle Förderung erhielt das auf vier Jahre angelegte Projekt von E.ON. Nun steht es vor dem Abschluss und die Erfolgsbilanz kann sich sehen lassen: „Bis heute hat Leuchtpol 4.559 Erzieher in 4.058 Einrichtungen erreicht“, so die Projekt-Geschäftsführerin Christine Sauer.

Foto: E.ON
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Rund 260 fünftägige Fortbildungen hat Leuchtpol im Laufe der vier Jahre durchgeführt. Viele der teilnehmenden Erzieher waren anfangs überrascht, denn in den Fortbildungen geht es erst einmal nicht um die Kinder, sondern um sie selbst. Wie sieht ihre persönliche Haltung unter Nachhaltigkeits-Gesichtspunkten aus? Denken sie beim Jeanskauf über die Arbeitsbedingungen der Herkunftsländer nach? Spielt das Thema Klimawandel für sie eine Rolle? Versuchen sie im Alltag Energie zu sparen? Über diese Denkanstöße soll erreicht werden, dass die Erzieher sich zunächst mit ihrem eigenen Lebensstil auseinandersetzen und sich bewusst  machen, dass sie durch ihr Verhalten Einfluss haben. Wenn sie das den Kindern in ihren Kitas weitergeben, können sie mit den vielen kleinen Taten Großes bewirken. Darüber hinaus soll den Erziehern durch die Fortbildungen auch die Scheu vor Themen genommen werden, in denen sie selber keine „Fachmänner“ sind - nicht jeder ist auf den Gebieten Natur oder Technik gleich versiert. Die Fortbildungen vermittelten Methoden, die den Erziehern und Kindern den Zugang erleichtern.

Leuchtpol-Fortbildungen bewirken Umdenken

„Es geht vor allem um die Geduld, die Dinge laufen zu lassen und sich selbst zurückzunehmen“, sagt Nicole Kussauer, Erzieherin im Kinderhaus Panama in Neuberg. Sie ist eine der ersten Teilnehmer der Leuchtpol-Fortbildungen, aus denen sie viel für ihre Arbeit mitgenommen hat: „Ich kann mich heute von den Fragen und Beobachtungen der Kinder leiten lassen - das hätte ich vor vier Jahren so noch nicht gekonnt“, so Kussauer. Diese Herangehensweise integriert sie in ihren Arbeitsalltag und baut darauf verschiedene Aktivitäten auf. Ein gutes Beispiel dafür ist einer der Kita-Ausflüge: Dabei fuhren sie mit dem Bus an einem Kartoffelacker vorbei und plötzlich tauchte die Frage auf, wie die Kartoffeln vom Feld in den Supermarkt kommen? Kurzerhand fragten die Kinder das den Gemüsefachmann vor Ort und erfuhren gleichzeitig, dass er in seinem Laden zum Beispiel auch Karotten aus anderen Ländern verkauft - obwohl es die auch in Deutschland gibt. Überraschend stellte Kussauer fest, dass viele Kinder dachten, ein Supermarkt müsse ein eigenes Beet haben. Um ihnen zu zeigen, wie das Obst und Gemüse aus dem Ausland nach Deutschland kommt, besuchten sie als nächstes einen Flughafen und schauten zu, wie die Frachtmaschinen be- und entladen wurden.

Die am Leuchtpol-Projekt teilnehmenden Erzieher zeigen eine außergewöhnliche Motivation und hohe Zufriedenheit - das belegen auch die Untersuchungen der Leuphana Universität Lüneburg, die das Projekt begleitet und wissenschaftlich evaluiert. Im Rahmen der diesjährigen Fachtagung, die Leuchtpol regelmäßig zum Austausch der TeilnehmeR veranstaltete, berichtete Prof. Ute Stoltenberg von einer Rücklaufquote der Fragebögen von 40 Prozent - normal seien etwa zwölf Prozent.

Wirkung des Projekts ist auch für die Eltern spürbar

Dass das nachhaltige Denken und Handeln durch die Erzieher in den teilnehmenden Kitas gelebt wird, zeigt sich dann auch bei den Kindern zu Hause. Irina Blackert ist Mutter von drei Kindern, die alle die Leuchtpol-Kokita „Haus der kleinen Füße“ im hessischen Alheim besuchen. Bei ihnen ist das Thema Nachhaltigkeit längst im Alltag angekommen: „Die Kinder fordern das entsprechende Verhalten immer wieder ein. Ich finde erstaunlich, wie viele und welche Fragen sie stellen: Wo kommt der Abfall her, wo geht er hin, können wir damit noch etwas machen? Es ist toll, dass sie in der Kita in ihrer Neugierde unterstützt werden“, sagt Blackert.

Die Kuh im Kühlschrank - Mitmach-Aktionen fordern Kreativität

Foto: E.ON
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Neben der Fortbildung der Erzieher nutzte Leuchtpol verschiedene Mitmach-Aktionen, um Kitas zur Integration von Nachhaltigkeit in ihren Alltag zu animieren. So rief das gemeinnützige Bildungsprojekt jährlich zum Wettbewerb auf: In diesem Jahr stand er unter dem Motto „Kleine Schritte, große Wirkung - Gemeinsam für mehr Nachhaltigkeit“. Dabei waren Erzieher aufgerufen, gemeinsam mit den Kindern einen Aktionstag zum Thema Nachhaltigkeit zu gestalten. Über 120 Kindergärten nahmen an dem Wettbewerb teil - darunter auch viele Erzieherinnen ohne Leuchtpol-Fortbildung. Wie zum Beispiel Tanja Wendt aus der Kita Räuberhöhle in Hamburg-Jenfeld, die zu den elf Gewinnern des Wettbewerbs 2012 gehört. Der Titel ihres Aktionstag lautete „Spielzeug bei uns und anderswo“. „Fast alle Kinder bei uns haben einen Migrationshintergrund, deshalb haben wir gemeinsam die Idee einer Spielzeugausstellung entwickelt, um zu erfahren, was für unterschiedliche Spielsachen es in allen Ecken der Welt gibt“, berichtet Tanja Wendt.

Auf großes Interesse stieß auch die von Leuchtpol entwickelte Wanderausstellung „Die Kuh im Kühlschrank“, die an zahlreichen Stationen Halt machte und insgesamt rund 18.000 kleine und große Besucher anzog. Ziel war diese anzuregen, sich mit den Fragen der Nachhaltigkeit im Alltag auseinandersetzen. Dazu wurde auf 120 qm eine Ausstellung entwickelt, die verschiedene Räume des Hauses nachstellt. Küche, Bad, Kinder- und Wohnzimmer laden zum Entdecken, Spielen und Experimentieren ein. Dabei motiviert die Ausstellung, Fragen zu stellen und ihnen auf den Grund zu gehen. Beispielsweise wo das Frühstücksei herkommt oder was mit Spielzeug passiert, das nicht mehr gebraucht wird.

Kooperation von ANU und E.ON

All dies ermöglicht habe die Kooperation der ANU als Leuchtpol-Gesellschafterin mit dem Energieunternehmen E.ON. „Dank der finanziellen Unterstützung des Konzerns konnte das Projekt Leuchtpol seine Reichweite entfalten. Auch E.ON gilt unser großer Dank“, so die Leuchtpol-Geschäftsführerin Christine Sauer. E.ON unterstützte das Projekt im Rahmen des 2007 gestarteten Energie- und Umweltbildungsprogramm „Energie für Kinder“. In dessen Rahmen ist Leuchtpol mit Abstand das umfangreichste und aufwendigste Projekt. Die Förderung durch den Energiekonzern läuft planmäßig zu Ende 2012 aus. Ab dann wird die Bildungsinitiative die nächste Projektphase starten und das Erreichte weiter ausbauen.

Abschlussberichte und Aktionen

Um den gesamten CO2-Fußabdruck der Bildungsinitiative von 850 Tonnen klimaneutral zu stellen, initiierte Leuchtpol gemeinsam mit PRIMAKLIMA-weltweit eine Baumpflanzaktion. In dessen Rahmen pflanzten sie 56.000 Bäumen auf fast zehn Hektar Fläche nahe Hannover. Dabei ist diese Aktion nur eine von vielen Bestandteilen in Leuchtpols Nachhaltigkeitsstrategie. Die beinhaltet auch die Veröffentlichung eines Nachhaltigkeitsberichts, der neben den Informationen zu CO2-Emissionen auch über den Umgang mit Mitarbeitern sowie das tägliche praktische Handeln und Arbeiten berichtet. Der Bericht wird in Kürze auf der Homepage von Leuchtpol abrufbar sein.

Zum Abschluss des Projekts hat Leuchtpol außerdem eine Publikation veröffentlicht, die das Projekt in allen wichtigen Facetten von 2009 bis 2012 widerspiegelt. Darüber hinaus wird eine pädagogische Abschlusspublikation erscheinen, die die Erfahrungen aus dem Leuchtpol-Projekt abbildet und allen Interessierten in Sachen Bildung für nachhaltige Entwicklung Anregungen für die Praxis liefert. Sie wird ab 2013 im „verlag das netz“ erhältlich sein.

 
Quelle: UD

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