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21.09.2012

RWE-Programm „Lichtpunkte“ macht Eltern und Kinder stark

Energiebällchen in Form von Eltern-Cafés, Gesundheitswochen, Workshops zu Selbstbehauptung oder Unterstützung in bürokratischen Dingen, das gibt es in dem Projekt „Energiebällchen für Eltern“ im Familienzentrum der Ruhrwerkstatt in Oberhausen. Seit diesem Jahr gehört es zu den „Lichtpunkten“ im Rahmen des gleichnamigen Programms der RWE Stiftung und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung. Über Projekte wie dieses wollen die Initiatoren Eltern und Kinder, die von Armut betroffen sind, in ihren Potentialen und Fähigkeiten stärken und so bessere Lebenschancen verschaffen. Insgesamt unterstützt das Programm derzeit 19 Projekte - neben NRW auch in Rheinland Pfalz und Berlin.

Die Teilnehmer des Projekt „Übergänge“ in Aktion. Foto: Lichtpunkte/DKJS
Die Teilnehmer des Projekt „Übergänge“ in Aktion. Foto: Lichtpunkte/DKJS

In Berlin-Neukölln zählt zum Beispiel das Projekt „Übergänge“ zu den durch die RWE Stiftung und die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) ernannten Lichtpunkten. Mit dem Projekt des Vereins „Kiez-Tank-Stelle“ soll Kindern und Jugendlichen ein „Blick über den Tellerrand“ ermöglicht werden: Ausgestattet mit Kamera und Mikrofon besuchen sie andere Viertel Berlins und befragen die Menschen dort zu ihrem Bild von Neukölln. In erster Linie sollen die Kinder so Einblick in das Leben außerhalb ihres Viertels bekommen und andere Menschen kennen lernen. Neukölln selbst gilt als sogenannter „sozialer Brennpunkt“: Die Arbeitslosenquote liegt hier bei 18 Prozent und damit sechs Prozent über dem Berliner Durchschnitt. Der Migrantenanteil beträgt laut Amt für Statistik Berlin-Brandenburg rund 41 Prozent und setzt sich durch Menschen aus 147 verschiedenen Ländern zusammen. In den Medien macht der Bezirk immer wieder durch Kriminalität und Gewaltdelikte von sich reden. „Viele Kinder und Jugendliche kennen zu wenige Lebensmodelle außerhalb ihrer Siedlung, weil man hier generell eher unter sich bleibt", sagt Mona Laschkolnig, Projektleiterin und Vorsitzende des Vereins Kiez-Tank-Stelle im Gespräch mit der Berliner Morgenpost. Durch das Projekt bekommen die Teilnehmer die Möglichkeit sich weiterzuentwickeln: Neben dem Umgang mit neuen Medien lernen sie, auf andere Menschen zu zugehen und Fragen zu stellen, aber auch über sich selbst zu sprechen. Darüber würden sie ein ganz anderes Selbstverständnis entwickeln, so die Initiatoren des Projekts.

Erfolg hängt von Familiensituation ab

2011 hatten die RWE Stiftung und die DKJS das Projekt, zusammen mit drei weiteren Neuköllner Initiativen, in Partnerschaft mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zu Lichtpunkten ernannt. Das Konzept des Lichtpunkte-Programms basiert auf der Förderung von Projekten, die an den Stärken von Kindern und Eltern ansetzen und ihre Bildungschancen sowie den Kompetenzerwerb verbessern. Sie orientieren sich außerdem am Ansatz der Resilienzförderung - der Stärkung der „seelischen Widerstandsfähigkeit“ von Kindern und ihren Eltern in schwierigen Situationen. Im Mittelpunkt stehen von Armut betroffene Menschen: Häufig können sie ihren Kindern weniger Bildungschancen bieten, ebenso mangelt es oft an einer ausgewogenen Ernährung, und in vielen Fällen verfügen sie über kein stabiles Netzwerk aus Familien und Freunden. „Ob Kinder und Jugendliche in der Schule erfolgreich sind, hängt in Deutschland immer noch vor allem von der sozialen und wirtschaftlichen Situation ihrer Familien ab. Wir brauchen gleiche Bildungschancen für alle und dabei ist nicht nur die Schule gefragt,“ so Dr. Anja Durdel von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung. Projekte wie „Übergänge“ zeigen eindrucksvoll, wie Ehrenamtliche aus dem Kiez, Pädagogen und Eltern gemeinsam Kinder und Jugendliche fördern können, fügt Durdel hinzu. Das Ziel des Programms ist daher auch, die geförderten Projekte durch lokale Unterstützer fest zu verankern, damit sie langfristig weitergeführt werden.

RWE und DKJS verlängern Unterstützung

Foto: RWE

Ursprünglich war die Unterstützung der vier Neuköllner Projekte auf ein Jahr angelegt und eigentlich in 2011 geendet. Die Initiatoren beschlossen jedoch, die Förderung um ein weiteres Jahr zu verlängern. „Uns hat vor allem das Engagement der Eltern und Kinder aus den unterschiedlichen Projekten beeindruckt. Alle haben an einem Strang gezogen und wirklich etwas bewegt. Da wäre es schade gewesen, einfach aufzuhören“, sagt Dr. Stephan Muschick, Geschäftsführer der RWE Stiftung.

Seit diesem Jahr neun Lichtpunkte in NRW

Neben den vier Berliner Projekten, sowie sieben geförderten Initiativen in Rheinland-Pfalz, unterstützt das Lichtpunkte-Programm seit diesem Jahr auch neun Projekte in NRW. Eins davon ist „Energiebällchen für Eltern“. Wie auch die anderen Projekte soll es sozial benachteiligte Eltern stärken, damit sie ihre Kraft an ihre Kinder weitergeben können. Das Ziel dieser Projekte ist also immer das gleiche, nur die Herangehensweise unterschiedlich. „Keine Angst vor Brokkoli“ ist zum Beispiel ein Projekt, das Eltern und Kindern die Scheu vor fremden Lebensmitteln nehmen und Lust auf gesunde Sachen wie Obst und Gemüse machen soll. Dazu treffen sich im Familienzentrum Michaelstraße in Herne regelmäßig Eltern und Kinder, um gemeinsam ein gesundes Frühstück zuzubereiten. Dabei steht eine „Elterncoacherin“ mit Rat und Tat zum Thema gesunde Ernährung zur Seite und es finden Kochkurse statt.

Bei der RWE-Stiftung zeigt man sich über die Entwicklung des Lichtpunkte-Programms erfreut: „Die RWE-Stiftung unterstützt das Lichtpunkte-Programm in Nordrhein-Westfalen mit voller Energie. Nach dem erfolgreichen Verlauf in Berlin und Rheinland-Pfalz sind wir damit in unserer Heimatregion angekommen“, so Stephan Muschick.

 
Quelle: UD

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