Dienstag, 23.September 2014

25.05.2012

Vom fragilen zum stabilen Staat: KfW bietet Menschen in Krisenländern Zukunftsperspektiven

Die KfW, Geschäftsbereich Entwicklungsbank, und ihr Tochterunternehmen, die DEG - Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft, unterstützen fragile Staaten bei Wiederaufbau und Entwicklung. Die KfW förderte alleine in Afghanistan im Auftrag der Bundesregierung Entwicklungsprogramme in Höhe von 182 Mio. Euro, die DEG unterstützt dort vor allem den Aufbau der Privatwirtschaft. Die KfW wird 2012 nach rund 20 Jahren für seinen Hauptauftraggeber, das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), die Finanzielle Zusammenarbeit mit Somalia wiederaufnehmen und den Wiederaufbau des Landes unterstützen. Hierfür sind bis zu 94 Mio. Euro vorgesehen.

Foto: mysticvean/flickr.com
Foto: mysticvean/flickr.com

Insgesamt sagten die beiden Finanzinstitute 2011 für Vorhaben auf der ganzen Welt rund 5,8 Mrd. Euro (Vorjahr: 5,7 Mrd. Euro) zu und konnten damit ihr Rekordergebnis von 2010 noch einmal leicht übertreffen. Bei den Finanzierungen geht es neben dem übergeordneten Ziel des Klima- und Umweltschutzes vor allem darum, die Armut zu bekämpfen und die Lebensqualität der Menschen zu verbessern.

Dieses Ergebnis stellten Dr. Norbert Kloppenburg, Mitglied des Vorstands der KfW, und Bruno Wenn, Sprecher der Geschäftsführung der DEG, jetzt auf einer Pressekonferenz anlässlich der Präsentation des Jahresberichts 2011 über die Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern mit dem Titel „Entwicklung in fragilen Staaten: Krisen bewältigen, Perspektiven schaffen“ in Frankfurt am Main vor. Der Bericht zeigt, welchen besonderen Herausforderungen die KfW bei ihrem Engagement in sogenannten „fragilen“ Staaten wie Afghanistan, Irak, Pakistan, den Palästinensischen Gebieten oder Liberia gegenübersteht. Einerseits müssen Maßnahmen rasch ergriffen werden, damit die Menschen Fortschritte erkennen können. Auf der anderen Seite müssen ein längerfristiger Aufbau der staatlichen Institutionen, einer funktionierenden Privatwirtschaft sowie der Infrastruktur in die Wege geleitet werden.

„Ein großer Anteil der Armen weltweit lebt in krisenanfälligen fragilen Staaten, in denen keine Rechtssicherheit herrscht und Polizei und Justiz sehr schwach sind. Nur wenn die Bevölkerung rasch Wasser und Strom, Wege und Straßen, Krankenhäuser und Schulen für ein normales Leben erhält, kann sich dort ein Friedens- und Stabilisierungsprozess einstellen und die Entwicklung vom fragilen zum stabilen Staat gelingen“, sagte Dr. Kloppenburg. Allein im Jahr 2011 hat die KfW für Vorhaben der Finanziellen Zusammenarbeit in sogenannten „fragilen“ Staaten über 900 Mio. Euro zugesagt. Das entspricht einem Anteil an den Zusagen der Finanziellen Zusammenarbeit für diesen Zeitraum von rund 20 Prozent. Die DEG hat 2011 275 Mio. Euro für Investitionen der Privatwirtschaft in Hochrisikoländern wie beispielsweise Kenia, Bangladesh und dem Irak zugesagt.

DEG-Geschäftsführer Wenn erläuterte die Rolle der DEG in fragilen Staaten: „Wir sind Partner von mutigen privaten Unternehmen, die bereit sind, in risikoreiche Märkte zu investieren. Unsere Kunden leisten wichtige Beiträge zum Aufbau fragiler Staaten. Straßen, Kraftwerke, Telekommunikationsnetze, Containerterminals werden heute verstärkt privat entwickelt, gebaut und betrieben. Private Unternehmer ergänzen so die Bemühungen der Staaten und internationaler Geber um die Weiterentwicklung der Infrastruktur.“

Die Vorhaben der Entwicklungszusammenarbeit helfen, fragile Staaten zu stabilisieren und  dadurch die globale Sicherheit zu verbessern. Beispielsweise wurden in Afghanistan Schulen, Brücken und Märkte gebaut. In den Palästinensischen Gebieten wurde ein Fonds für den Aufbau kommunaler Infrastruktur für Schulen, Strassen und Parks unterstützt und die Länder am Horn von Afrika erhielten Nahrungsmittelhilfe in Höhe von rund 81,5 Mio. Euro.

Die DEG fördert in Afghanistan über einen Kreditgarantiefonds kleine und mittlere Unternehmen, die sonst keinen Zugang zu Krediten haben. Im Irak hat sie die Mobilfunkgesellschaft Zain mit einem langfristigen Darlehen in Höhe von 35 Mio. USD beim Aufbau des Mobilfunknetzes unterstützt.

Im Jahr 2011 hat die KfW allein 874 Mio. Euro (Vorjahr. 803 Mio. EUR) für Vorhaben im krisenanfälligen Subsahara-Afrika zugesagt. „Für unseren Nachbarkontinent sind neben Sofortmaßnahmen und Infrastrukturinvestitionen gute Regierungsführung und das Engagement der Privatwirtschaft das A und O des Stabilisierungsprozesses“, sagte Dr. Kloppenburg.

„Darüber hinaus wollen wir auch in Nordafrika gezielt die Entwicklung des Privatsektors fördern, um dort zu Wirtschaftswachstum und besseren Perspektiven für die junge Bevölkerung beizutragen, ergänzte DEG-Geschäftsführer Wenn. Die DEG finanzierte unter anderem den Kauf eines Grundstücks sowie den Bau einer Produktionshalle für ein Folienwerk. Durch dies entstehen etwa 100 direkte Arbeitsplätze.

Die KfW hat im Jahr 2011 im Auftrag der Bundesregierung mehr als 4,5 Mrd. Euro (Vorjahr: 4,5 Mrd. Euro) zu. Insgesamt stammen 2,6 Mrd. Euro (Vorjahr 2,8 Mrd. Euro) der Gelder, die sie in Entwicklungs- und Schwellenländern einsetzt, aus Eigenmitteln. Das sind mehr als die Hälfte der Gesamtzusagen. Sie leistet mit ihrem Engagement einen bedeutsamen  Beitrag zur Steigerung der „Official Development Assistance“ (ODA).

 
Quelle: UD / cp

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