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25.05.2011

DPD fördert Sozialprojekte in Aschaffenburg

„Schau mich an, ich habe einen schwierigen Weg hinter mir, du kannst es leichter haben!“ Diese Botschaft soll den Schülern mit Migrationshintergrund von der Brentano-Grundschule in Aschaffenburg durch ihre künftigen „Lernbetreuer“ vermittelt werden. Dabei handelt es sich um Studenten, die selber Migranten sind und im Rahmen des Projekts „Chancenwerkstatt - Studenten unterrichten Schüler“ den Kindern bei den Hausaufgaben helfen sollen, damit sie bessere Chancen auf einen erfolgreichen Abschluss haben. Mit diesem Vorhaben bewarb sich die Grundschule um eine Förderung der „DPD-Initiative für Menschen in Aschaffenburg“ und gewann. Insgesamt wurden zehn lokale Sozialprojekte ausgewählt, die von DPD Unterstützung erhalten.

Jury und Vertreter der zehn geförderten Projekte. Foto: DPD
Jury und Vertreter der zehn geförderten Projekte. Foto: DPD

40 Vereine und Institutionen hatten sich beworben - die Wahl der Gewinner lag bei der Jury, bestehend aus dem Oberbürgermeister der Stadt Aschaffenburg, Klaus Herzog, dem Stadtdekan Wolfgang Kempf und DPD Geschäftsführer Arnold Schroven. Mit der 2010 gestarteten Initiative setzt sich der Paket- und Expressdienstleister für eine Stärkung der lokalen Gesellschaft ein, insbesondere für Kinder und Jugendliche, Migranten, psychisch Erkrankte und Senioren.

Dass an der Brentano-Grundschule auffällige Kinder mit Migrationshintergrund nun gezielt gefördert werden können, freut die Schulleiterin Dorothea Wicha besonders. Einige der Klassen bestehen hier fast zur Hälfte aus Migranten - Wicha weiß aus Erfahrung, warum viele dieser Schüler große Schwierigkeiten in ihrem Schulalltag haben. Im Gespräch mit UmweltDialog erklärt sie, dass sie häufig zu Hause auf engem Raum leben und ihre Schulaufgaben inmitten lärmender Geschwister oder dem Besuch der Familie erledigen müssen. Sich hier zu konzentrieren, sei sehr schwierig. Hinzu kommt, dass die Eltern bei den Hausaufgaben oft nicht helfen können: Die Mütter wüssten oft nicht wie oder können es nicht, weil sie Analphabetinnen sind und die Väter sind selten daheim. Versuche, mit diesen Eltern zu sprechen, scheitern in vielen Fällen an sprachlichen Verständigungsproblemen. Zudem haben einige der Mütter und Väter Schwierigkeiten das deutsche Schulsystem und seine Lehrmethoden zu verstehen, weil sie es aus ihrem Herkunftsland anders kennen.

Studenten übernehmen Vorbildfunktion

„Zusammen mit dem Integrationsmanagement der Stadt Aschaffenburg haben wir daher nach Lösungen gesucht“, berichtet Wicha. Hinzugezogen wurden dabei auch einige Studenten der örtlichen Fachhochschule, insbesondere Mitglieder der „Aschaffenburger Türkisch-Deutschen Akademiker und Studenteninitiative“ (ATDAS). Diese Studenten haben selbst einen Migrationshintergrund und kennen die Situation dieser Kinder aus eigener Erfahrung. In gemeinsamen Konferenzen stellten die Lehrkräfte der Brentano-Grundschule ihre „Problemschüler“ vor. Hier entstand die Idee für das Projekt „Chancenwerkstatt - Studenten unterrichten Schüler“: Kindern aus Migrantenfamilien sollen die Möglichkeit bekommen, in Ruhe zu lernen und dabei von den Studenten betreut zu werden. „Die Schüler müssen das Lernen lernen. Das können die Studenten sehr gut rüberbringen, indem sie ihre eigenen Lern-Tricks verraten“, so Wicha. Sie können außerdem auf Lehrmaterialien der Schule zurückgreifen und stehen in engem Kontakt zu den Klassenlehrern. Ziel sei es, dass die Kinder später auch ohne Hilfe in der Schule gut klar kommen. „Die Selbstständigkeit der Schüler ist unsere wichtigste Intention überhaupt“, betont Wicha. Neben der Rolle der Hausaufgabenbetreuer sind die Studenten aber auch Vorbilder, erklärt sie. Einige der Studenten haben ihre Fachhochschulreife erst auf dem zweiten Bildungsweg erlangt. Sie leben den Schülern vor, dass auch sie Erfolg haben können.

Mit der Unterstützung von 4.500 Euro ist der Start des Projekts gesichert. Damit werden die Studenten bezahlt, die einen Stundenlohn für ihre Leistung bekommen. Im kommenden Schuljahr wir die Initiative starten. Ab dann sollen 20 ausgewählte Kinder aus den Klassen eins bis vier die Chancenwerkstatt an vier Nachmittagen in der Woche besuchen können.

Schwellenängste abbauen

Auf die Förderung und Integration von Migranten setzt auch das Projekt „IKS - interkulturell - kommunikativ - sozial - Treffpunkt für Migrantinnen“. Damit hatte sich der Paritätische Wohlfahrtsverband um eine Unterstützung von 3.500 Euro beworben und die Zusage bekommen. Der Treff speziell für die in Aschaffenburg lebenden Migrantinnen kann also starten: „Wir hatten nur noch auf die Förderung gewartet und gehofft“, freut sich Antje Baumgart, Mitarbeiterin des Wohlfahrtverbands. Ziel der Begegnungsstätte ist es, den Frauen Informationen über beispielsweise soziale Einrichtungen, Schulen, Ausbildung, Arbeit und Beruf sowie Kultur- und Freizeitangebote bereitzustellen. „Daneben werden aber auch Exkursionen zu Ämtern oder Schulen gemacht, um Schwellenängste abzubauen“, so Baumgart. Viele der Migrantinnen leben zwar seit einigen Jahren in Deutschland, aber ihr Leben spielt sich nur in der Familie ab. Dazu können sie oft kaum deutsch. Die Initiative soll ihnen helfen, selbstständiger zu werden. „Dergleichen gibt es bisher in Aschaffenburg so nicht“, betont Baumgart die Bedeutung des Projekts für die Stadt.

Selbsthilfegruppe für psychisch erkrankte Jugendliche

Den größten Förderbetrag unter den zehn Sieger-Projekten erhält der Verein „Selbsthilfe bei Depression“. Dessen Vorstand hatte sich mit dem Vorhaben zur Gründung von zwei Selbsthilfegruppen für psychisch kranke Jugendliche beworben. Bisher wurden diese nur für Erwachsene angeboten. Nun soll auch eine Gruppe für Kinder im Alter von 14 bis 18 Jahren mit Depressionen, Angst, Panik und anderen Symptomen angeboten werden. Diese muss jedoch durch einen Psychotherapeuten oder Sozialpsychologen betreut werden, der wiederum finanziert werden muss. Mit der Unterstützung von DPD wird das künftig ermöglicht.

Die übrigen sieben Projekte zielen vor allem auf Stärkung und Förderung von Kindern, Menschen mit Behinderungen, psychisch Erkrankten, Frauen und Senioren ab. „Ich denke, wir haben wie schon im letzten Jahr eine gute Auswahl getroffen und  können wieder viele Bürger bzw. Betroffene an unserem Unternehmensstandort aktiv unterstützen“, sagt DPD Geschäftsführer Arnold Schroven anlässlich der Bekanntgabe der Gewinner in der Unternehmenszentrale. Oberbürgermeister Klaus Herzog lobt den Einsatz des Unternehmens:  „Ich freue mich, dass DPD auch in diesem Jahr so zahlreiche und vielfältige soziale Projekte in Aschaffenburg fördern wird“.

 
Quelle: UD

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