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07.12.2010

Bayer fördert Behindertensport

Sport und Behinderung - so lautete das Thema eines Symposiums in der BayArena, zu dem das Berliner Institut für christliche Ethik und Politik, der Wissenschaftliche Beirat des Arbeitskreises Kirche und Sport und die Arbeitsstelle Pastoral für Menschen mit Behinderung der Deutschen Bischofskonferenz eingeladen hatten. Im Fokus des Symposiums standen Zukunftsmodelle im Behindertensport. Die Bayer AG, die den Behindertensport durch Projekte wie „Einfach Fußball" fördert und unterstützt, war Gastgeber dieser deutschlandweit ersten großen Fachveranstaltung.

UN-Sonderberater Willi Lemke beim Symposium Sport und Behinderung in der Leverkusener BayArena. Foto: Bayer AG
UN-Sonderberater Willi Lemke beim Symposium Sport und Behinderung in der Leverkusener BayArena. Foto: Bayer AG

Rund 150 Gäste aus Fach- und Selbsthilfeverbänden, Politik, Wissenschaft und Kirche kamen anlässlich der Veranstaltung nach Leverkusen. Diskutiert wurde unter anderem, wie die seit Frühjahr 2009 auch in Deutschland verbindlich geltende UN-Behindertenrechtskonvention auf das Recht an Teilhabe am kulturellen Leben sowie an Erholung, Freizeit und Sport umzusetzen ist.

Mit großem Interesse verfolgten die Zuschauer die Beiträge von Hauptredner Willi Lemke, Sonderberater der Vereinten Nationen für Sport im Dienst von Entwicklung und Frieden, und der mehrfachen Leverkusener Paralympics-Siegerin Petra Quade. Lemke berichtete über viele positive Erfahrungen mit Behindertensportlern und forderte alle Anwesenden auf: „Wenn Sie sich einmal richtig an wirklicher Begeisterung von Athleten freuen wollen - dann gehen Sie zu einer Veranstaltung des Behindertensports.“

Wie die Konvention in verschiedenen Bereichen des Sports in Strukturen und Handlungen umgesetzt werden können war ebenfalls ein Thema. Konkret: Wie können Menschen mit Behinderung gleichberechtigt Sport treiben? Wie können Sportverbände und -vereine Menschen mit Behinderung zur sportlichen Betätigung ermutigen? Und wie kann dies in Sportvereinen realisiert werden?

Wie Behindertensport-Integration gelingt, beschrieb die ehemalige Bayer-Athletin Petra Quade: „Dass der Behindertensport im Sportsystem richtig angekommen ist, wird dadurch gezeigt, dass aus dem Spitzensport viele Trainer oder ehemalige Spitzenathleten wie Steffi Nerius als Übungsleiter in den Behindertensport wechseln. Hier bei Bayer wird das sehr gut gelebt. Ein Beispiel sind die gemischten Trainingsgruppen von behinderten und nichtbehinderten Athleten. Hier lernt jeder von jedem“, so die Paralympics-Siegerin von 1988.

Mit Leverkusen und der BayArena wurde für das Symposium bewusst ein Standort ausgewählt, der traditionell eine besonders enge Beziehung zum Behindertensport hat. Seit den 1960er Jahren fördert der Bayer-Konzern in werkseigenen Sportvereinen den Behindertensport. Deren Leistungssportler konnten bisher 55 paralympische Medaillen gewinnen. Aber auch den Reha- und Gesundheitssport bieten die Vereine an. Darüber hinaus unterstützt die Bayer AG seit zehn Jahren den Deutschen Behindertensport-Verband.

Viel Spass beim Dribbling haben die Schüler der Dormagener Förderschule am Chorbusch. Foto: BAyer AG
Viel Spass beim Dribbling haben die Schüler der Dormagener Förderschule am Chorbusch. Foto: BAyer AG

„Einfach Fußball"

Ein Beispiel für das Engagement Bayers ist das Programm „Einfach Fußball" - eine Kooperation der Bayer AG und des Deutschen Fußball-Bund e.V. (DFB). Unterstützt werden darin Partnerschaften von Förderschulen mit Fußballvereinen. Ziel ist es, langfristig mehr Kindern und Jugendlichen mit Behinderung den Zugang zum Vereinsfußball und somit in den organisierten Sport zu ermöglichen. Seit dem Sommer trainieren auch Schülerinnen und Schüler der Dormagener Förderschule am Chorbusch beim ortsansässigen Turn- und Sportverein Bayer.

Jeden Donnerstag nehmen rund 20 Mädchen und Jungen mit Lern-Behinderung an einer von TSV-Trainer Andreas Pallasch geleiteten Übungseinheit teil. Pallasch kann seinen Schützlingen einiges vom Fußball erzählen: Er war in der Fußball-Bundesliga aktiv, an den Fußball-Weltmeisterschaften 1982 und 1986 nahm er als polnischer Nationalspieler teil und als Jugendakteur wurde er bei der Junioren-WM 1979 als drittbester Torschütze geehrt - hinter Ramon Diaz und einem gewissen Diego Armando Maradona. Seine vielfältigen Erfahrungen gibt der Trainer heute in seiner Zonser Fußballschule und beim TSV Bayer Dormagen weiter. Er gibt viel, aber er bekommt auch eine Menge zurück. Gerade von den Mädchen und Jungen mit Handicap. „Beim Training mit den Mädchen und Jungen von der Chorbuscher Förderschule herrscht immer eine super Stimmung. Das Leistungsniveau ist zwar eher niedrig, aber die beim Fußballspiel wichtigen Eigenschaften wie Teamgeist und Spielfreunde werden dafür besonders gelebt. So eine Mannschaft hatte ich bisher noch nicht - und es macht mir richtig Spaß“, sagt Pallasch.

Auch für die Lehrer der Förderschule am Chorbusch ist das Angebot des TSV Bayer Dormagen eine tolle Geschichte. Schulleiterin Gabriele Fritz freut sich „dass einige unserer Schülerinnen und Schüler schon nach wenigen Trainingseinheiten an Eigenständigkeit und Selbstvertrauen gewonnen haben. Und gerade auch der Ansatz „normale“ Vereinsspieler in die Trainingseinheiten einzubinden, hat meiner Meinung nach enorm dazu beigetragen.“ Neben dem Trainer werden bei „Einfach Fußball“ einige im Verein spielende Kinder und Jugendliche als Assistenten in die Übungseinheiten integriert. Denn ein Anliegen der Zusammenarbeit von Verein und Schule ist die Förderung der Sozialkompetenz aller Teilnehmer - sowohl mit als auch ohne Behinderung.

In Leverkusen, Altendiez, Wuppertal und Krefeld-Uerdingen sind bereits Partnerschaften von Fußballvereinen und Förderschulen mit den Schwerpunkten Lernbehinderung beziehungsweise geistige Entwicklung entstanden. Begleitet werden alle Kooperation wissenschaftlich vom Team des Forschungsinstituts für Inklusion durch Bewegung und Sport (FIBS) um Geschäftsführer Dr. Volker Anneken. „Es wird besonders spannend sein, mögliche Veränderungen des Selbstkonzepts der Förderschüler und der sozialen Kompetenz der Vereinsspieler über einen längeren Zeitraum zu betrachten und auch mit den Beobachtungen des Trainers zu verbinden. Nicht zuletzt bietet uns das Pilotprogramm „Einfach Fußball“ die Möglichkeit, strukturelle Voraussetzungen zum Gelingen derartiger Angebote unter verschiedenen Rahmenbedingungen systematisch zu analysieren“, betont Anneken. Das An-Institut der Sporthochschule Köln wird alle in den Jahren 2010 und 2011 gebildeten Partnerschaften begleiten, um Erfahrungen über die Zusammenarbeit von Schule und Verein zu gewinnen. So soll das von Bayer und der Sepp Herberger-Stiftung des DFB angebotene Programm zur Förderung des Fußballsports für Schüler mit geistiger und Lern-Behinderung auf seine nachhaltige Umsetzbarkeit geprüft werden. Am Ende könnte ein Leitfaden für die Zusammenarbeit zwischen Vereinen und Schulen sowie ein Curriculum für die DFB-Trainerausbildung entwickelt werden. Um einen optimalen Trainingsbetrieb zu unterstützen stellen Bayer und der DFB den Kooperationspartnern ein Trainingsmaterialpaket sowie den teilnehmenden Mädchen und Jungen ein Trikotset zur Verfügung.

Gemeinschaftsinitiative für soziales Engagement von DFB und Bayer AG
Der Deutsche Fußball-Bund und die Bayer AG engagieren sich gemeinsam für kranke und behinderte Kinder. Bei einem Treffen von Dr. Theo Zwanziger, Präsident des DFB, und Werner Wenning, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Bayer AG, im Herbst 2009 wurde vereinbart, im Rahmen der gesellschaftlichen Aktivitäten zu kooperieren. Im Fokus des gemeinsamen Engagements stehen Projekte für die deutsche Kinderhospizbewegung sowie mit „Einfach Fußball“ ein neues Programm zur Förderung des Fußballsports für Schülerinnen und Schüler mit Behinderung.

 
Quelle: UD / cp

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