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31.05.2010

Nestlé startet Partnerschaft zum Schutz des Regenwaldes

Der Lebensmittelkonzern Nestlé will zukünftig auf Palmöl und Papier aus Regenwaldzerstörung verzichten. Damit reagiert das Unternehmen auf eine Greenpeace-Kampagne zum Schutz der letzten indonesischen Urwälder. Um das Hauptproblem der Regenwaldabholzung zu bekämpfen, ist Nestlé als weiteren Schritt seiner Verpflichtung eine Partnerschaft mit The Forest Trust (TFT) eingegangen.

Foto: Marion Book
Foto: Marion Book

Nach einem Greenpeace-Report vom März werden die Urwälder der Region maßgeblich für die Produktion von Palmöl gerodet. Dieses verarbeitet auch Nestlé in seinen Süßwaren. An der Greenpeace-Kampagne gegen den Nestlé-Schokoriegel Kitkat haben sich weltweit rund 250.000 Menschen vor allem im Internet beteiligt. Greenpeace will die Ausdehnung von Palmöl- und Zellstoffplantagen in Indonesien stoppen, da sie die Zerstörung von Urwald- und Torflandflächen voran treibt, den Klimawandel beschleunigt und das Überleben der Orang-Utans gefährdet.

TFT ist eine weltweit agierende Non-Profit-Organisation und wird Nestlé im Aufbau einer verantwortungsbewussten Lieferkette unterstützen, indem soziale Probleme und Umweltthemen identifiziert und benannt werden. Nestlé ist das erste globale Konsumgüterunternehmen, das Mitglied des TFT wird. Die Partnerschaft beginnt mit der Palmölthematik, gleichzeitig untersucht Nestlé die Lieferkette im Bereich Zellstoff und Papier, um das ambitionierte Ziel einer nachhaltigen Lieferkette zu erreichen. Gemeinsam mit dem TFT hat Nestlé „Responsible Sourcing Guidelines" formuliert: eine Richtliniensatzung zur Nachhaltigkeit, die den Beschaffungsprozess definiert und die Übereinstimmung mit dem Nestlé Lieferantenkodex gewährleisten soll. Die Partnerschaft wird den Fokus auf die Beurteilung der Leistung der Lieferanten in Bezug auf diese Richtlinien setzen. Außerdem wird sie denjenigen technische Unterstützung bieten, die die Erwartungen bisher noch nicht erfüllen, aber sich zur Umsetzung einer nachhaltigen Lieferkette verpflichtet haben.

Nestlé verarbeitet jährlich 320.000 Tonnen Palmöl. Dieses wurde bisher auch vom indonesischen Palmölproduzent Sinar Mas produziert, der mit Regenwald-Rodungen gegen indonesisches Recht verstößt. Nach den Protesten von Greenpeace und Verbrauchern kündigte Nestlé im März die direkten Lieferverträge mit Sinar Mas. Den Löwenanteil an Palmöl bezieht Nestlé jedoch weiterhin über Zwischenhändler, die auch von Sinar Mas kaufen, wie beispielsweise den für Umweltverstöße bekannten US-Agrarkonzern Cargill. In Kuala Lumpur hat sich Nestlé jetzt verpflichtet, derartige Lieferanten von Palmöl und Papier aus Regenwaldrodung auszuschließen.

Die Aktivitäten von Nestlé werden sich auf eine systematische Identifikation und Ausschließung derjenigen Firmen konzentrieren, die eine risikoreiche Bewirtschaftung betreiben oder mit Regenwaldabholzung in Verbindung gebracht werden. Nestlé hat bereits das Ziel formuliert, bis 2015 den gesamten Bedarf an Palmöl aus nachhaltigen Quellen zu decken. Das Unternehmen hat große Fortschritte auf den Weg zu diesem Ziel gemacht: 18 Prozent des Palmöls werden 2010 aus nachhaltigem Anbau bezogen und es ist vorgesehen, dass dieser Wert bis Ende 2011 auf 50 Prozent steigt.

Mit den wichtigen und strengen Vorgaben für die Beschaffungsprozesse und eine Überprüfung der Übereinstimmung mit dem Lieferantenkodex will Nestlé sicherstellen, dass durch die Herstellung der Produkte kein Regenwald zerstört wird.


Responsible Sourcing Guidelines

Gemeinsam mit dem TFT hat Nestlé die folgenden Richtlinien für Palmöl definiert:

Der Palmölbedarf von Nestlé wird

  •  von Plantagen und Farmen bezogen, die sich an lokale Gesetze und Regularien halten
  •  Regenwaldschutzgebiete bewahren
  •  die lokalen Gemeinden dabei unterstützen, auf Basis von frühzeitigen und umfassenden Informationen den Aktivitäten auf den Plantagen zuzustimmen
  •  Torfmoore schützen
  •  Waldgebiete mit hohem CO2 Speicherwert schützen

Als weitere Instrumente der Responsible Sourcing Guidlines werden Nestlé und TFT

  •  diese Richtlinien klar und deutlich der Konsumgüterindustrie mitteilen, im Speziellen die Richtlinien für Palmöl, Zellstoff sowie Papier
  •  sich bei der Beschaffung auf zertifizierte Lieferanten konzentrieren
  •  vor-Ort-Überprüfungen der Lieferanten garantieren, um Regelverstöße aufzudecken und zu beenden
  •  alle Lieferanten ausschließen, die die Richtlinien verfehlen
  •  technische Unterstützungsprogramme für Lieferanten realisieren, die im Sinne einer nachhaltigen Lieferkette handeln wollen
  •  neue Lieferanten identifizieren, die aus eigener Kraft oder mit technischer
Unterstützung die Richtlinien erfüllen können
  •  regelmäßiges und transparentes Feedback über die Erkenntnisse und das Vorgehen bei Fehlverhalten anbieten


Laut Unternehmensangaben treten diese Responsible Sourcing Guidlines mit sofortiger Wirkung in Kraft. Die Aktivitäten von Nestlé und TFT haben bereits begonnen, und Nestlé will die Fortschritte fortlaufend kommunizieren.

 
Quelle: UD / cp

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