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Mittwoch, 20.September 2017

19.12.2008

GTZ und action medeor eröffnen Generika-Labor in Tansania

Im Kampf gegen Aids kommt der Verfügbarkeit von günstigen Medikamenten eine Schlüsselrolle zu. Aus diesem Grund dürfen die ärmsten Entwicklungsländer Nachahmerprodukte, sogenannte Generika, herstellen. Vielen jedoch fehlt dafür nicht nur das nötige Equipment, sondern auch geschultes Personal. Aus diesem Grund hat das Medikamenten-Hilfswerk action medeor im Rahmen einer Public Private Partnership (PPP) mit der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) nun ein Forschungsinstitut an der Universität Dar es Salaam in Tansania eröffnet, in dem neben der Herstellung von Aids-Medikamenten auch für die Ausbildung von Fachleuten gesorgt wird.

Auch wenn die Zahlen weiterhin Besorgnis erregend sind, es gab durchaus positive Nachrichten, mit denen sich Paul De Lay, Pressesprecher des Aidsprogramms der Vereinten Nationen (Unaids) anlässlich des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember an die Öffentlichkeit wandte: „2007 haben sich 2,7 Millionen Menschen mit HIV angesteckt, das sind 300.000 weniger als 2001", sagte De Lay. Besonders erfreulich sei, so der Unaids-Sprecher weiter, dass die Zahl der Aids-Toten zwischen 2005 und 2007 um 200.000 auf zwei Millionen gefallen sei. „Das ist vor allem darauf zurückzuführen, dass immer mehr Bedürftige Zugang zu Medikamenten erhalten. In Entwicklungs- und Schwellenländern werden inzwischen drei Millionen Infizierte behandelt“, erklärte der Unaids-Sprecher in Genf.
 
Auch für Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul kommt dem kostengünstigen Zugang zu Medikamenten eine Schlüsselrolle im Kampf gegen Aids zu: „Ein wichtiger Schritt ist die Medikamentenentwicklung und -herstellung in den ärmsten Ländern selbst“, sagte Wieczorek-Zeul auf einer Pressekonferenz zum Welt-Aids-Tag in Berlin. „Die am wenigsten entwickelten Länder verfügen aber kaum über die nötigen Fachkenntnisse. Deshalb müssen wir vor Ort in den Entwicklungsländern Kompetenzen schaffen und Personal schulen“, erläuterte die SPD-Politikerin.
 
Personal schulen, Kompetenzen schaffen
 
Diese „Hilfe zur Selbsthilfe“ lässt sich gut an einem Projekt verdeutlichen, welches das deutsche Medikamenten-Hilfswerk action medeor in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) derzeit in Tansania durchführt: die Inbetriebnahme eines pharmazeutisches Forschungszentrums für Generika an der Universität in Dar es Salaam. Das bis November 2009 laufende Projekt umfasst ein Investitionsvolumen von einer Million Euro. Davon übernimmt action medeor 450.000 Euro, der Rest wird von der GTZ beigesteuert. Das Labor soll regionalen Pharmaunternehmen zur Entwicklung von Nachahmerprodukten zur Behandlung von HIV/Aids zur Verfügung gestellt werden und darüber hinaus der Aus- und Fortbildung von Fachpersonal dienen. „Wir schulen die afrikanischen Wissenschaftler darin, die am Markt frei von Handelsbeschränkungen erhältlichen Substanzen als Tablette oder Kapsel herstellen zu können, um ein preiswertes neues Medikament zu entwickeln“, erläutert Christoph Bonsmann, leitender Apotheker bei action medeor in Tönisvorst, die Ausrichtung des Projekts. „Neben der Herstellung von neuen Medikamenten wird ein Schwerpunkt der Arbeit auch das Entwickeln von Aidsmedikamenten für Kinder sein“, fügt Bonsmann hinzu.
 
Zudem sollen die an der Universität ausgebildeten Fachleute in die Lage versetzt werden, den regionalen Pharmaunternehmen dabei zu helfen, ihre Produktionsstandards an die Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) anzupassen. Eine solche Umstellung hätte nicht nur den Vorteil, dass die Qualität der Medikamente zunehmen würde. Darüber hinaus lassen sich die Produkte, wenn sie einmal in die Liste der von der WHO zertifizierten HIV/Aids-Medikamente aufgenommen sind, auch leichter verkaufen, wodurch die Hersteller schneller profitabel wirtschaften könnten.
 
Wettlauf mit der Zeit
 
Doch die Zeit drängt, gibt Bonsmann zu bedenken, denn die Berechtigung der Entwicklungsländer zur Herstellung von Generika könnte in absehbarer Zeit auslaufen. „Ab 2016 soll das Patentrecht verschärft werden. Dann wird es kaum noch möglich sein, auch für die besonders armen Aidskranken in Afrika moderne bezahlbare Medikamente zur Verfügung zu stellen“, so Bonsmann.
 
Dabei ist gerade in Tansania der Zugang zu günstigen Behandlungsmitteln bitter nötig, schließlich sind über zwei der 35 Millionen Einwohner HIV-infiziert. Experten gehen davon aus, dass das Virus die Sterberate des ostafrikanischen Landes bis ins Jahr 2010 auf über 50 Prozent ansteigen lassen wird. Die durchschnittliche Lebenserwartung wird damit voraussichtlich in dramatischer Weise sinken - von 65 auf circa 37 Jahre. Angesichts dieser Zahlen ist es mehr als verständlich, dass Bundesentwicklungsministerin Wieczorek-Zeul in Berlin trotz der weltweit leicht rückläufigen Anzahl von HIV-Infizierten und Aids-Toten erklärte: „Zur Entwarnung gibt es keinen Anlass. Der Kampf gegen Aids bleibt eine drängende Aufgabe für die internationale Gemeinschaft.“
 
Quelle: UD

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