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08.12.2008

Dank Nokia: Gesundheitsvorsorge im brasilianischen Dschungel

Der Fortschritt kommt über den Dschungelpfad: Mitten im Urwald von Brasilien versuchen die Mitarbeiter und Sanitäter des Secretaria de Estado de Saúde do Amazonas (SUSAM) die Ausbreitung von Malaria, Gelbfieber oder des Dengue-Fiebers einzudämmen. Im unwirtlichen Gelände des dichtesten Regenwalds der Erde hilft ihnen seit Herbst 2008 eine eigens dafür entwickelte Software des finnischen Mobilfunkgeräteherstellers Nokia in ihrem schwierigen Kampf. Sie knüpft die Handys der Helfer, die in der Region um Manaus Gesundheitsdienst versehen, wie Computer in einem drahtlosen Netzwerk zusammen.

Die im Außendienst erhobenen Daten empfängt ein zentraler Rechner der Behörde via Telefonfunk inklusive der GPS-Satellitenkoordinaten des jeweiligen Eingabestandorts. So verfügen die Ärzte der Behörde quasi in Echtzeit über ein exaktes Bild der Situation in der Region und können bei Bedarf rasch über Hilfen entscheiden. „Das System erhöht die Verfügbarkeit sozialer Dienste“, schwärmt Gregory Elphinston, der Director of Community Involvement bei Nokia.
 
In ihren grünen Outfits sind sie in den Straßen der Millionenstadt Manaus leicht zu identifizieren. Die derzeit 50 Mitarbeiter der Gesundheitsbehörde der Region Saúde do Amazonas gehen dort von Tür zu Tür. Sie klopfen an, reden mit den Menschen in den Wohnvierteln und in den Straßen der Favelas dieser Metropole am Oberlauf des Amazonas. Sie fragen die Bewohner nach deren Befinden und geben ihnen Ratschläge. Sie tippen die Antworten auf ihre Fragen in die Tastatur ihrer Handys. Auf denen erscheint im Display ein Fragebogen, den die grünen Helfer an den dafür vorgesehenen Stellen mit Kreuzen, Hakchen oder Zahlen ergänzen - genauso als ob sie ein Formular ausfüllten. „Das ermöglicht, ihrer Arbeit ohne lästiges Gepäck nachzugehen“, beschreibt Nokia einen großen Vorteil der praktischen Software. Die grünen Gesundheitshelfer drücken auf „senden“ und die Informationen funken via Mobiltelefon im selben Augenblick an die Nummer des Zentralrechners.
 
Entwickelt haben die Software die Mobilfunker des finnischen Konzerns Data Gathering, als sie von immer mehr sozialen Organisationen auf genau diesen Bedarf angesprochen worden waren. „Sinnvolle Entscheidungen beruhen auf der Analyse aktueller und präziser Daten“, sagt dazu Gregory Elphinston, „auf Papier erfasst, transportiert und umgeschrieben kann dieser Prozess, gerade in oft unzugänglichen Gebieten, Monate dauern und zudem durch ein mehrfaches Übertragen auch noch fehleranfällig sein.“ Datenfehler, die dabei entstehen, verursachen auch immer wieder erhebliche Zusatzkosten für die oft auf Nonprofitbasis arbeitenden Sozial- oder Umweltinstitutionen. 
Genau für solche Einsätze entwickelte das Instituto Nokia de Tecnologia (INdT) in Brasilien das so genannte „Nokia Data Gathering“. Die englische und portugiesische, Erhebungssoftware stellt die Firma nun Behörden oder auch Nichtregierungsorganisationen (NGO) kostenlos für deren Arbeit zur Verfügung.
 
Rund um Manaus sollen im kommenden Jahr bereits 600 SUSAM-Mitarbeiter mit Nokia E61 oder E71 Geräten ausgestattet werden, auf denen die neue Software implementiert wurde. Diese Handys verfügen laut Nokia-Angaben über eine ausreichend lange anhaltende Stromversorgung, eine Tastatur, die fürs Ausfüllen von Fragebögen geeignet ist und ein übersichtlich großes Display. Allerdings: Data Gathering ist eine Open-Source-Software. Sie soll auch auf anderen Endgeräten angepasst werden können.
 
2009 sollen damit nun im gesamten Bundesstaat im Norden Brasiliens Gesundheitsdaten zeitnah erfasst und ausgewertet werden, „um das Ausmaß von Epidemien sowie die Effektivität von Präventionsprogrammen in der Stadt Manaus zu kontrollieren“, sagt Robert Jeschonnek von der Nokia-Unternehmenskommunikation in Düsseldorf. Selbst, wenn die SUSAM-Mitarbeiter im Dschungel durch eine Region streifen, in der sie nicht mehr vom Mobilfunknetz erreicht werden können, funktioniert Data Gathering: Die Informationen werden solange auf dem internen MikroSD-Chip gespeichert, bis das Netzsignal wieder stark genug funkt und die Daten transportiert werden können. „Diese Software zeigt das Potenzial mobiler Kommunikation bei der Bereitstellung sozialer Hilfsleistungen", sagt Gregory Elphinston, „je zeitkritischer die Informationen und je entlegener der Ort, desto stärker profitieren Organisationen von einer Mobilfunk-basierten Lösung.“
 
Elphinston kann sich vorstellen, dass sich Nokia Data Gathering neben dem Gesundheitsbereich vor allem zur Erfassung von Informationen in der Landwirtschaft für Hilfsdienste oder für Felderhebungen im Umwelt- oder artenschutzschutz als nützlich erweisen könne. „Das System steht natürlich weltweit zur Verfügung“, erklärt Robert Jeschonnek die Intention des Telefonbauers, für den der Einsatz in Brasilien nur ein Testlauf sein soll.
 
Quelle: UD

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