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Donnerstag, 19.Oktober 2017

08.08.2008

VolkswagenStiftung bewilligt 750.000 Euro für Projekte in Afrika

Die VolkswagenStiftung hat rund 750.000 Euro für Forschungsvorhaben zu Ressourcenproblematiken im sub-saharischen Afrika bewilligt. Mit dem Geld werden zwei Verbundprojekte in ostafrikanischen Ländern gefördert, in denen Forscherinnen und Forscher in Afrika qualifiziert werden sollen, vorhandene Ressourcen nachhaltig zu nutzen und innerafrikanische Netzwerke aufzubauen.

Das Leben der Menschen in Afrika ist in vielen Ländern nach wie vor von Hunger und Armut geprägt. Häufig liegt es daran, dass die vorhandenen Ressourcen nicht nachhaltig genutzt werden. So gefährdet beispielsweise die Entwaldung in Äthiopien, Uganda oder Kenia die Existenzgrundlage vieler Bewohner dieser Regionen. Um hier langfristig etwas ändern zu können, bedarf es der Forschung vor Ort - mit den Wissenschaftlern vor Ort. Dabei gilt es auch, institutionelle Strukturen zu verändern und Wissenschaftler zu vernetzen. Hier setzt die VolkswagenStiftung mit ihrer seit 2003 bestehenden Förderinitiative "Wissen für morgen - Kooperative Forschungsvorhaben im sub-saharischen Afrika" an. Zwei Verbundprojekte in ostafrikanischen Ländern hat sie jetzt auf den Weg gebracht. Beide zeichnet aus, dass die Forscherinnen und Forscher in Afrika weiter qualifiziert und dass innerafrikanische Netzwerke aufgebaut und gestärkt werden. Die Stiftung fördert die beiden Vorhaben mit insgesamt rund 750.000 Euro; im Einzelnen wurden bewilligt:

1. 323.800 Euro für das Vorhaben "The role of institutions for forest resource and livelihood management in East African forest landscapes" von Dr. Franz Gatzweiler vom Zentrum für Entwicklungsforschung der Universität Bonn (Koordinator) - in Zusammenarbeit mit Forschern der Addis Ababa University und dem Ethiopian Coffee Forest Forum in Addis Ababa, Äthiopien, der Makerere University in Kampala, Uganda, des Kenya Forestry Research Institute in Nairobi, Kenia, sowie der Sokoine University of Agriculture in Morogoro, Tansania.

2. 425.400 Euro für das Vorhaben "Semi-arid areas in transition: Livelihood security, socio-ecological variability and the role of development interventions in East Africa", koordiniert von Professor Dr. Marcus Nüsser vom Südasien- Institut der Universität Heidelberg - zusammen mit Forschern des Center for Training and Integrated Research in Arid and Semi-arid Lands Development in Nanyuki, Kenia, der University of Nairobi, Kenia, der Egerton University in Njoro, Kenia, der Sokoine University of Ariculture in Morogoro, Tansania, der Universität Bern, Schweiz, sowie der University of Dar es Salaam, Tansania.

zu 1: Wälder nachhaltig nutzen
In Äthiopien, Uganda, Kenia und Tansania gefährdet die rücksichtslose Entwaldung die Existenzgrundlage vieler Menschen. Die institutionellen und häufig auch die politischen Strukturen müssten geändert werden, um eine nachhaltige Nutzung der Ressource Wald zu sichern. Ein seit 1993 bestehendes Forschungsnetzwerk zu Wäldern und Institutionen in Uganda, Kenia und Tansania hat Grundlagen für eine Verbesserung gelegt. Dieses Netzwerk wird nun im Rahmen des von Dr. Franz Gatzweiler von der Universität Bonn koordinierten Projekts gestärkt; dabei soll Äthiopien als neues Mitglied im ostafrikanischen Forschungsverbund integriert werden.

Um die Thematik "Lebensunterhalt in nachhaltig bewirtschafteten Waldlandschaften" zu erweitern, sollen Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen auf MSc- und PhD-Niveau ausgebildet werden. Junge Forscher aus allen teilnehmenden Partnerländern sowie erfahrene Wissenschaftler aus Äthiopien erhalten zudem Kenntnisse der theoretischen und methodologischen Forschungsansätze vermittelt. So sind sie später in der Lage, eigenständig Feldforschung auf internationalem Niveau betreiben zu können. Regelmäßige Konferenzen unterstützen den Austausch der Partner.
zu 2: Vom globalen Klimawandel betroffen
Vom globalen Klimawandel besonders betroffen sind die halbtrockenen Regionen Ostafrikas. Für diese Gegend wollen afrikanische und deutsche Wissenschaftler gemeinsam Strategien entwickeln, die auf eine Existenzsicherung der Bevölkerung zielen. Viele Faktoren sind dabei zu berücksichtigen, denn diese Gebiete sind von einem rasanten Wandel gekennzeichnet. Und der hat verschiedene Ursachen: Migration, veränderte Zugänge zu Ressourcen sowie Konflikte um Ressourcen, Instabilitäten auf institutioneller und politischer Ebene.

Das von Professor Marcus Nüsser von der Universität Heidelberg koordinierte Projekt umfasst zwei Teilvorhaben. Im ersten werden die in Armut lebenden ländlichen Haushalte in den Blick genommen. Wie können hier lokale Strukturen zur Sicherung des Lebensunterhalts geschaffen werden? Im Zentrum des Interesses steht dabei auch die Kluft zwischen Geschlechtern und Generationen. Darauf aufbauend untersuchen Wissenschaftler in einem zweiten Teilprojekt, welche Rolle Entwicklungshilfeprojekte spielen. Hier werden vier Fallstudien verglichen; zwei der untersuchten Regionen liegen in Kenia, zwei in Tansania.
 
Quelle: UD

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