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13.05.2008

Kompakte Waffe gegen Tuberkulose

Das Medizintechnik-Unternehmen Curetis AG entwickelt in Zusammenarbeit mit Referenzlaboratorien der Weltgesundheitsorganisation WHO neue Technologien und Produkte, die Erreger- und Resistenznachweise für Infektionskrankheiten wie Tuberkulose liefern. Die Lösungen beeindrucken: Sie reduzieren die Nachweiszeit von bis zu mehreren Wochen auf wenige Stunden, wobei die Ergebnisse wesentlich exakter und aussagekräftiger als bei den bisherigen Verfahren sind.

Infektionskrankheiten wie Tuberkulose (Tb) sind weltweit wieder auf dem Vormarsch. Vor wenigen Wochen gab die WHO für das Jahr 2006 eine Zahl von 9,2 Millionen von neu mit Tb Infizierten bekannt, jährlich sterben rund 1,7 Millionen Menschen an dieser Krankheit. Ein besonders großes Problem ist die zunehmende Resistenz des Tb-Erregers gegen die zur Verfügung stehenden Antibiotika. Auch in Deutschland sterben wieder vermehrt Menschen durch den Tuberkel-Bazillus. Jüngst wurde bei einer Studentin der Fachhochschule Trier die ansteckende, offene Form der Tuberkulose festgestellt, nun müssen bis zu 1.000 Studierende auf eine mögliche Ansteckung hin getestet werden.
 
Höchste Zeit, so das Fazit der Weltgesundheitsorganisation, die gemeinsamen Anstrengungen gegen eine weitere Ausbreitung zu forcieren. Sie wird dabei unterstützt durch ein neu gegründetes Unternehmen aus der BioRegion STERN, das sich auf Entwicklung zuverlässiger, schneller und kostengünstiger Diagnostika von Infektionskrankheiten spezialisiert hat.
 
Dr. Anne Thews, Medizinerin und Mitglied des Managements der Curetis AG über die Vorzüge ihres Verfahrens: "Beim Kampf gegen Infektionen kommt es entscheidend darauf an, dass Keime und deren Resistenzen schnell und exakt nachgewiesen werden, damit umgehend die Therapie mit dem richtigen Antibiotikum eingeleitet werden kann."
 
Die diagnostischen Lösungen der Curetis AG, die erst im August 2007 gegründet wurde, ermöglichen den Nachweis des Erregers und dessen Resistenzen in weniger als vier Stunden - was mit herkömmlichen Bakterienkulturen bis zu zehn Wochen dauern kann. Darüber hinaus sind die Analysegeräte so einfach und robust konzipiert, dass sie in den Ländern mit der höchsten Infektionsausbreitung - das sind Indien, China, das südliche Afrika und die Länder der ehemaligen Sowjetunion - problemlos vor Ort eingesetzt werden können, um so auch eine massive Ausbreitung in andere Regionen der Erde zu vermeiden.
 
Neben der Diagnose von Tb sieht die Curetis AG noch eine zweite globale Infektionsbedrohung: Die Hospital Acquired Infections, kurz HAI, also Infektionen, die im Krankenhaus erworben werden, entwickeln sich immer mehr zum ernst zu nehmenden Problem. Nach neuesten Erkenntnissen geht man von 18 Millionen schweren Verläufen dieser Infektionsform im Jahr 2006 aus, die zunehmenden Resistenzen gegen viele Medikamente sind auch hier das eigentliche Problem. "Im Zweifel wird den Patienten des gerade vorhandene Antibiotikum verabreicht, ob dieses aber tatsächlich hilft ist oft reine Glücksache", erklärt Dr. Anne Thews. "Nur durch Diagnostik, die den Erreger und dessen Resistenzen innerhalb weniger Stunden exakt identifiziert, können solche Blindflüge, die die Neuentwicklung von Resistenzen weiter begünstigen, künftig vermieden werden."
 
Das über 100 Jahre alte Verfahren, Bakterien auf Nährmedien anzuzüchten, wird heute nur in wenigen diagnostischen Zentren durch neue molekulardiagnostische Methoden ergänzt. Diese erfordern jedoch mehrere aufwändige Schritte für die unhandliche, teure Diagnose-Apparaturen und Hochtechnologielabore benötigt werden: Dabei wird diePatientenprobe "aufgeschlossen", die dort enthaltenen Erreger zerkleinert, deren DNA isoliert, mit der so genannten "PCR" Polymerase Chain Reaction vervielfältigt und schließlich spezifisch nachgewiesen. Die Curetis-Lösung integriert alle diese Schritte und fasst die bekannten sowie bewährten Labormethoden erstmalig in einer kompakten geschlossenen Einheit zusammen. Die universelle Diagnostikplattform kann für den Nachweis verschiedener Infektionen mit unterschiedlichen Kassetten bestückt werden, dabei ist die Basisstation nicht größer als ein Laserdrucker. "Unsere größte Herausforderung war nicht, wie man vermuten könnte, die Entwicklung eines neuen Tests", sagt Dr. Anne Thews, "sondern die Entwicklung einer robusten Technologie, die sogar mitten in Afrika von medizinischen Hilfskräften benutzt werden kann - und dabei trotzdem verlässliche diagnostische Ergebnisse liefert."
 
Quelle: UD

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