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04.03.2008

BMW Group Award für Interkulturelles Lernen 2007 verliehen

In einer globalisierten Welt kommt der Verständigung zwischen unterschiedlichen Kulturen, Sprachen und Religionen immer größere Bedeutung zu. Die Förderung von Projekten, die die kulturelle Vielfalt als Chance begreifen und einen Beitrag zur Verständigung leisten, ist nicht nur für die Gesellschaft, sondern auch für Unternehmen besonders wichtig. Aus diesem Grund prämiert die BMW Group beispielhafte Projekte aus aller Welt mit dem BMW Group Award für Interkulturelles Lernen. Gestern wurde der Preis in München an die Siegerprojekte 2007 verliehen.

Bereits seit 1997 zeichnet eine hochrangig besetzte Jury alljährlich engagierte Personen, Gruppen und Institutionen, die Initiativen für interkulturelle Lernprozesse in konkreten Projekten planen und umsetzen, mit dem BMW Group Award für Interkulturelles Lernen aus. Die ersten beiden Plätze in der Kategorie „Praxis“ für das Jahr 2007 wurden gestern in München an die Initiative „Schulen für Europa“ von Bischof Pero Sudar in Sarajewo sowie an den gemeinnützigen Verein „Kulturbrücke“ in Hamburg für das Projekt „Switch - in vier Tagen um die Welt“ vergeben. Insgesamt wurden von der BMW Group für 2007 Preisgelder in Höhe von 25.500 Euro ausgelobt. Die Preise wurden im Rahmen eines feierlichen Festaktes in der neuen BMW Welt von Herrn Ernst Baumann, Mitglied des Vorstands der BMW AG und Frau Konstanze Carreras, Verantwortliche für das Thema Social Responsibility bei der BMW Group überreicht.
 
„Die Verleihung des BMW Group Awards ist eine große Anerkennung unserer Arbeit in Bosnien und Herzegowina“, freute sich Preisträger Peter Quendler vom Kärtner Caritasverband über die Auszeichnung der Initiative „Schulen in Europa“, welche der österreichische Verband in Zusammenarbeit mit Weihbischof Pero Sudar vor dem Hintergrund des verheerenden Balkankrieges ins Leben rief. Dabei handelt es sich um ein Projekt, in dem an sieben Schulen in sieben verschiedenen Städten Bosnien und Herzegowinas Kinder aller am Krieg beteiligten Volksgruppen unabhängig von Muttersprache und Religion unterrichtet werden.
 
Hoffnung auf friedliche Zukunft vermitteln
 
Der Initiator des Projekts, Weihbischof Sudar zeigte sich überzeugt, dass eine friedliche Zukunft für Bosnien und Herzegowina nur dann möglich ist, wenn die junge Generation nicht in einem Gegeneinander, sondern in einem Miteinander aufwächst: „Viele Erwachsene haben sich an diesem schrecklichen Krieg beteiligt. Viele haben Grausames erleben müssen und empfinden Hass auf den jeweils anderen“, so Sudar. Die Initiative „Schulen für Europa“ setzt genau an diesem Punkt an, indem sie ihren Schülern nicht lediglich theoretisches Wissen, sondern auch ein Gefühl für die Vielfältigkeit der Kulturen, die Akzeptanz des Anderen und nicht zuletzt die Hoffnung auf ein friedliches Zusammenleben vermittelt. Mit Erfolg: Im Schuljahr 2006/2007 waren insgesamt 1.230 Schülerinnen und Schüler eingeschrieben, die von insgesamt 128 Lehrkräften unterrichtet werden. Doch es sind nicht nur diese Zahlen, die die Initiatoren voller Stolz über ihr Projekt berichten lassen, es sind vor allem die persönlichen Erfahrungen „Es ist schon beeindruckend, wenn man sieht, dass bei uns Kinder ehemaliger Kriegsgegner friedlich in einer Schulbank nebeneinander sitzen und zusammen lernen“, schildert der ehemalige Caritas-Mitarbeiter Quendler seine Eindrücke. Die Grundkosten im abgelaufenen Schuljahr konnten mit Hilfe öffentlicher Gelder und dem Schulfonds aus Beiträgen von Sponsoren komplett abgedeckt werden. „Der BMW Group Award wird uns sicher dabei helfen, neue Sponsoren zu gewinnen“, blickt Quendler optimistisch in die Zukunft.
 
Auch Hourvash Pourkian von der gemeinnützigen Initiative „Switch - in vier Tagen um die Welt“ erhofft sich von der Auszeichnung einen Schub für ihr Projekt. „Die Auszeichnung durch die BMW Group wird uns sicherlich helfen, weitere Unterstützung für unser Projekt zu akquirieren“, freut sich die umtriebige Unternehmerin im Gespräch mit UmweltDialog. Im Rahmen von „Switch“ erhalten Hamburger Kinder im Alter von 9 bis 14 Jahren die Möglichkeit, zweimal im Jahr eine viertägige „Weltreise“ zu unternehmen - ohne dabei die Stadt zu verlassen. Die Kinder werden nämlich in Gruppen, die aus vier Teilnehmern unterschiedlicher Herkunft bestehen, eingeteilt und verbringen vier Tage von 10 bis 18 Uhr im Wechsel in einer der Hamburger Familien. Der Austausch beinhaltet ein vielfältiges Programm, das von der jeweiligen Familie selbst gestaltet wird: Gemeinsames Kochen und Essen der landestypischen Speisen, Malen, Schreiben und Verkleiden sowie Musizieren und Spiele stehen auf der Tagesordnung.
 
Reflexion der eigenen soziokulturellen Identität
 
„Das interessante daran ist, dass die Beteiligten - und zwar Kinder und Erwachsene - nicht nur andere Kulturen kennen - und akzeptieren lernen, sondern auch intensiver ihre eigene Herkunft und Identität reflektieren“, erklärt Pourkian. „Das gilt auch für die deutschen Kinder. Die stellen oft Fragen wie: „Leben wir jetzt eigentlich typisch deutsch oder eher europäisch? Und was heißt überhaupt typisch deutsch?“ Die Idee zu dem Projekt kam der Diplom-Betriebswirtin, als sie 2002 in den Integrationsbeirat des Hamburger Senats berufen wurde. Im Rahmen dieser Tätigkeit erhielt sie viele Impulse und Ideen, die kulturelle Vielfalt der Stadt zu stärken. „Mir ging immer wieder durch den Kopf: Hier leben so viele Menschen aus so vielen Nationen, und alle wohnen in einer Stadt, quasi Tür an Tür, aber sie kennen sich nicht einmal. Dieses großartige Potenzial wollte ich nicht länger brach liegen lassen“, so Pourkian. Ihr eigener Migrationshintergrund habe ihr sicher geholfen, die eine oder andere Tür zu öffnen, doch es koste viel Überzeugungskraft und Eigeninitiative, sich gegen gängige Vorurteile durchzusetzen. Der Erfolg allerdings spricht Bände: Waren es zu Beginn des Projektes noch 18 Familien aus 10 Nationen, die sich an der „Weltreise“ beteiligten, so nahmen letzten Winter 110 Familien an dem Austauschprogramm teil. Insgesamt haben sich seit dem Start damit über 340 Haushalte aus 44 verschiedenen Nationen an der Initiative beteiligt.
 
Quelle: UD

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