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27.06.2006

BSH präsentiert ökologischen Pflanzenölkocher für Entwicklungsländer

Ein Kocher, der mit Pflanzenöl funktioniert? Das klingt in Zeiten, in denen Autos mit Rapsöl fahren, doch ganz normal. Wenn er jedoch technologisch hochwertig und dennoch so preiswert ist, dass ihn sich auch arme Familien in Entwicklungsländern leisten können, dann steckt eine besondere Idee dahinter. Der von der BSH entwickelte Pflanzenölkocher Protos befasst sich auch mit sozialen und ökologischen Interessen und geht damit weit über die Grundbedürfnisse der Menschen nach täglicher Nahrungszubereitung hinaus.

Mehr als 2,5 Milliarden Menschen bereiten weltweit ihr Essen an offenen Feuerstellen zu. Dafür werden 700 kg Holz pro Kopf im Jahr verbrannt. Die Folgen sind schwerwiegend. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO sterben durch die dabei entstehenden Abgase jährlich mehr als 1,6 Millionen Menschen, allein in Indonesien sind die Schadstoffe für mehr als 30 Prozent der Todesfälle bei Kleinkindern verantwortlich. Andererseits entstehen durch die Abholzung der Wälder ökologische Probleme, Erdrutsche und Überschwemmungen sind in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern an der Tagesordnung. Die BSH hat bei der Entstehung des Pflanzenölkochers Protos ihre Kernkompetenz im Bereich Kochen eingebracht und zusammen mit der philippinischen Leyte State University eine gesunde Alternative zur offenen Feuerstelle entwickelt: einen neuartigen Kocher, der mit Pflanzenölen betrieben wird.

Prinzip eines Camping-Kochers

Protos ähnelt vom Grundprinzip den bei uns bekannten Camping-Kochern, nur dass er anstelle von Petroleum mit Pflanzenöl betrieben wird. Er besteht aus einem Tank, einer Pumpe, einem Kochgestell, einem Ventil, einer Brennstoffleitung und dem Kernstück: dem Brenner.
Und so funktioniert Protos: Zuerst wird Pflanzenöl in den Tank gefüllt. Mit Hilfe einer Luftpumpe wird dann in diesem Tank Druck aufgebaut. Dadurch fließt das Öl durch eine Leitung bis in das Verdampferrohr aus Edelstahl, wo es durch die Wärmezufuhr der Kocherflamme verdampft. Der nun gasförmige Brennstoff tritt aus einer Düse aus, vermischt sich im Brennraum mit Umgebungsluft und verbrennt in einer blauen Flamme. Die Stärke der Flamme kann dabei mit einem Ventil in der Ölleitung geregelt werden.
 
Protos stellte die Entwickler gleich vor eine ganze Reihe technischer Herausforderungen: So hatte bisher noch nie jemand die Verdampfung und Verbrennung von Pflanzenölen in einem einfachen Kochgerät untersucht. Allein die Verdampfung besteht aus einer Abfolge von deutlich mehr als 10.000 chemischen Reaktionen. Und diese unterscheiden sich auch noch je nach Pflanzenöl, Qualität, Herstellungsform und Mischung. Bei der Verbrennung in der neuartigen Brennerkonstruktion werden Temperaturen von über 1.400 Grad Celsius erreicht. Das sorgt dafür, dass Pflanzenöle trotz ihrer hohen Verdampfungs- und Verbrennungspunkte kontinuierlich und ohne schädliche Emissionen erst verdampfen und dann verbrannt werden  können, was gleichzeitig aber auch höchste Belastungen für die verwendeten Materialien bedeutet.
 
Serienproduktion geplant

„Dank ihrer emissionsarmen Verbrennung leistet sie einen wesentlichen Beitrag zur Gesundheit der Menschen dieser Regionen“, sagt Gerd Strobel, Leiter des Produktbereichs Herde bei der BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH. Der Pflanzenölkocher Protos soll bereits in Kürze in Vorserienproduktion gehen. Diese wird weitestgehend vor Ort auf den Philippinen stattfinden. Lediglich der technologisch anspruchsvolle Brenner, bei dem sehr genaue Toleranzen eingehalten werden müssen, die eine entsprechende Fertigungstechnik erfordern, soll zunächst aus Deutschland zugeliefert werden.
 
Quelle: UD

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