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10.03.2006

Wenn Geschäftsideen auf dem Schulhof entstehen

Deutschland braucht mehr Selbstständige. Menschen, die mit Ideen und Mut unserem Standort neue Impulse geben. Wer aber in der Wirtschaft Erfolg haben will, sollte frühzeitig Erfahrungen sammeln. Diese vermittelt ein hoch gelobtes Projekt der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG). Business@school heißt die Initiative, bei der Unternehmen Schüler als Paten bei einem fiktiven Start-up beraten. So wie etwa die Lufthansa AG.

Für andere Leute Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke besorgen? Oder neue Dienstleistungen für die wachsende Zahl an Ganztagsschule anbieten? Wenn Schüler Geschäftsideen entwickeln, sind die Ergebnisse meist kreativ, ausgefallen und oft clever. Ob sie sich im Geschäftsleben aber auch bewähren würden, und wie man ein solches Start-up anzugehen hat - das sind die Lerninhalte der Bildungsinitiative business@school , die BCG 1998 ins Leben rief. Das Projekt will  Schülern nämlich einen praktischen Einblick in den Wirtschaftsalltag geben, und sie zu eigenständigem Lernen und Arbeiten anzuspornen. Mittlerweile beteiligen sich mehr als 1.000 Oberstufenschüler aus Deutschland, Österreich und Italien an den Wettbewerben. Am Ende steht die Präsentation einer eigenen Geschäftsidee, die von einer Jury bewertet wird.
 
Das Projekt business@school setzt aber nicht nur auf den Ehrgeiz der Schülerinnen und Schüler, sondern will auch pädagogisch sinnvoll sein. So müssen sich die Schüler zunächst in zwei  Projektphasen mit großen börsennotierten Konzernen und mittelständischen Unternehmen auseinander setzen, bevor sie selbst ein Geschäftskonzept entwickeln sollen. Dazu zählt etwa das kritische Lesen und Verstehen von Bilanzen. Auf diesem Wege werden die Teilnehmer an die komplexe wirtschaftliche Realität herangeführt.
 
Unternehmen stehen Pate

Als Paten stehen ihnen Vertreter aus Unternehmen zur Seite. Ein Jahr lang sind sie regelmäßig vor Ort präsent und betreuen die Schüler während des gesamten Wettbewerbes. Neben Ford ist in Deutschland die Lufthansa AG einer der aktivsten Paten aus der Wirtschaft. Insgesamt 19 Lufthanseaten engagieren sich derzeit an zehn Schulen an den Standorten im Rein-Maingebiet, in Köln, Hamburg und München.
 
Der Mehrwert für die Schülerinnen und Schüler: Sie lernen von Praktikern handfeste Einblicke in den Wirtschaftsalltag und die Regeln von Teamarbeit. Ein Schüler berichtet im aktuellen Lufthansa „Balance“-Magazin über seine Erfahrungen: „Jetzt weiß ich, dass Teamarbeit nicht heißt, dass man alles zusammen macht, sondern, dass man eine gute Arbeitsteilung hat. Und bei der muss man sich auch mal alleine für die Gruppe durchbeißen.“ 
 
Die Initiatoren erhoffen sich, dass die Schüler Kompetenzen in der Gruppenarbeit schärfen und eigene Schlüsselqualifikationen erwerben. Dazu Dr. Babette Claas, die für BCG das Projekt mittlerweile in drei europäischen Ländern betreut gegenüber Balance: "Business@school beruht auf der Erkenntnis, dass Schülern in diesem Alter praxisorientiertes Wirtschaftswissen am besten über Personen beigebracht werden kann". Auch für die Lehrer ist das Projekt ein Gewinn: Rund zwei Stunden Aufwand pro Woche steht eine erheblich Verbesserung des Wirtschaftsunterrichts gegenüber. „Dadurch bekommt Schule mehr mit der Realität zu tun,“ berichtet Ulrich Kirchen. Der Leiter der Wiesbadener Leibniz-Schule schätzt den Blick nach außen jenseits des „geschützten Raumes Schule“.

Ehrung durch den Bundespräsidenten

Auch die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft loben dieses Projekt. 2002 erhielt die Boston Consulting Group aus den Händen des damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau den renommierten Preis „Freiheit und Verantwortung“, der für herausragendes unternehmerisches Engagement für die Gesellschaft verliehen wird. Für die beteiligten Patenunternehmen ist das Engagement aber nicht alleine eine Frage des Prestiges. So erläutert Monika Rühl, bei Lufthansa Leiterin Diversity und Change Management: „Was Boston Consulting da ins Leben gerufen hat, ist ein ganz wunderbares Projekt, da müssen wir nicht erst etwas eigenes erfinden.“ Von dem Brückenschlag von Schule zu Wirtschaft hätten ihrer Ansicht nach beide Seiten Vorteile: „Die Unternehmensvertreter bringen neue Perspektiven in die Schule und können dort ihre soziale Kompetenz schärfen, wovon wiederum die Unternehmen profitieren,“ so die Koordinatorin auf Seiten der Lufthansa AG gegenüber ´Balance´.
 
Quelle: UD

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