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15.07.2005

PPP der Deutschen Post ermöglicht Versorgung Afghanistans mit eigenen Medikamenten

Erstmals trafen in Kabul medizinische Anlagen für den Aufbau einer Fabrik zur Herstellung von preiswerten Nachahmer-Medikamenten, so genannten Generika, ein. Damit entsteht die erste Produktionsstätte für die Selbstversorgung der afghanischen Bevölkerung seit den politischen Unruhen in Afghanistan. Ermöglicht wurde das Projekt durch eine Public Private Partnership-Initiative u.a. des UNDP, der Deutsche Post World Net und der DEG.

Ab November 2005 sollen jährlich 300 bis 400 Millionen Tabletten dringend benötigte Arzneimittel wie Antibiotika und Schmerzmittel in Kabul produziert werden. Das Angebot sicherer und erschwinglicher Arzneimittel im Land wird damit deutlich verbessert. Derzeit sterben bis zu ein Viertel aller afghanischen Kinder unter fünf Jahren an behandelbaren Infektionskrankheiten. Die Fabrik in Kabul wird zu 100 % in afghanischem Besitz sein und etwa vierzig einheimische Mitarbeiter beschäftigen. Dr. Karim Baz, ein erfahrener afghanischer Arzt, wird die Fabrik leiten.

Das "Afghan Generic Medicines Project" wurde im 2002 von der Schweizer Non-Profit-Organisation Business Humanitarian Forum (BHF), der in Brüssel ansässigen EGA, und dem UNDP Country Office Afghanistan initiiert und vereint Partner aus dem öffentlichen und privaten Sektor.

Die Deutsche Post World Net beteiligt sich mit ihrem Express- und Logistikspezialisten DHL an dem Projekt. DHL trägt die Verantwortung für das umfassende Logistikmanagement und den Transport der Anlagen von New York nach Kabul. Die 27 Tonnen umfassende Ausrüstung wurde zunächst in die Vereinigten Arabischen Emirate verschifft, dann mit zwei speziellen Frachtflugzeugen nach Kabul geflogen und per LKW zum Zielort transportiert. Nach Inbetriebnahme der Anlage wird DHL auch Know-how Transfer und Trainings für die lokal Verantwortlichen anbieten, damit die Medikamente fachgerecht gelagert und ausgeliefert werden. DHL arbeitet bereits seit 2002 in Afghanistan und hat Büros in Bagram, Kabul und Kandahar.

Die DEG finanziert als einer der größten europäischen Entwicklungsfinanciers das Projekt aus Mitteln des Public Private Partnership Programms der Bundesregierung mit. Die DEG fördert Investitionen privater Unternehmen in Entwicklungs- und Reformländern, um dort zu nachhaltigem Wirtschaftswachstum und besseren Lebensbedingungen beizutragen. Eine Investition im produktiven Bereich der afghanischen Wirtschaft ist entwicklungspolitisch von großer Bedeutung. Das Projekt soll das Vertrauen von einheimischen und ausländischen Investoren in die afghanische Wirtschaft stärken und auf die Weise neue Investitionen anstoßen.

Das BHF ist für die Gesamtkoordination des Projekts in Zusammenarbeit mit der Fabrikleitung verantwortlich. Das BHF hilft unter anderem, geeignetes Personal für den Betrieb und die Leitung der Fabrik auszuwählen und berät bei geschäftlichen Fragen. Produktionsausrüstung und Material sowie pharmazeutisches Know-how und Schulungen spendete die EGA, die offizielle Vertretung von rund 500 pharmazeutischen Unternehmen der Generikaindustrie in Europa.
 
Quelle: UD

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