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25.10.2004

Mädchen an die Macht

Noch wählt mehr als die Hälfte der Mädchen aus nur zehn verschiedenen Ausbildungsberufen - kein einziger mit technischer Ausrichtung ist darunter. Auch in Studiengängen, wie den Ingenieurwissenschaften oder der Informatik, sind Frauen noch deutlich unterrepräsentiert. Dass Technik-Berufe für Mädchen immer interessanter werden, zeigen nun die ersten Ergebnisse der Begleitforschung zum Girls Day - Mädchen-Zukunftstag.

Sie nutzen selbstverständlich das Internet, das Handy ist für sie ein Alltagsgegenstand. Und dennoch: Mädchen wählen - trotz im Schnitt besserer Schulabschlüsse und Noten noch immer "typisch weibliche" und häufig technikferne Berufsfelder oder Studienfächer und schöpfen damit ihre Berufsmöglichkeiten nicht voll aus. Daraus ergeben sich weitreichende Folgen für Arbeitsmarktchancen, Karriere- und Verdienstmöglichkeiten der Mehrzahl der jungen Frauen sowie für Unternehmen und Betriebe in zukunftsorientierten technischen Branchen, denen ein Mangel an qualifiziertem Nachwuchs droht. Auch für Deutschland als Wirtschafts- und Technologiestandort sind Frauen in Entwicklung und Forschung, in Produktion und Management unverzichtbar. Dass Technik-Berufe für Mädchen nun immer interessanter werden, lassen die ersten Ergebnisse der Begleitforschung zum Girls Day - Mädchen-Zukunftstag erkennen.

Noch wählt mehr als die Hälfte der Mädchen aus nur zehn verschiedenen Ausbildungsberufen im dualen System - kein einziger mit technischer Ausrichtung ist darunter. Auch in Studiengängen, wie z. B. den Ingenieurwissenschaften oder der Informatik, sind Frauen noch deutlich unterrepräsentiert. Darum gibt es den Girls Day - Mädchen-Zukunftstag. Für die wissenschaftliche Auswertung des Girls Day - Mädchen-Zukunftstags wurden seit Aktionsstart im Jahr 2001 etwa 60.000 Mädchen, 4.000 Unternehmen und Organisationen sowie 2.000 Lehrkräfte an Schulen befragt. Die Ergebnisse besonders aus der Befragung der Schülerinnen machen nun deutlich, dass der Girls Day die Möglichkeit einer Trendwende im Berufsorientierungsverhalten der Mädchen bietet.

Mädchen gewinnen für zukunftsorientierte Branchen

Mehr als 90% der Schülerinnen beurteilten den von ihnen erlebten Mädchen-Zukunftstag mit "gut" oder "sehr gut". Die Girls Day-Teilnehmerinnen zeigen sich in der Befragung nach Abschluss des Aktionstag-Programms aufgeschlossen für technische, informationstechnische und naturwissenschaftliche Berufe. Klassischen Vorurteilen gegenüber Technik-Berufen widersprachen die Mädchen. Ein Drittel der Mädchen schätzte diese Berufe nach dem Aktionstag sogar als abwechslungsreich ein. 55% wussten "Teamarbeit ist in diesen Berufen besonders gefragt". 47% verneinten die Aussage " In diesen Berufen hat man wenig mit Menschen zu tun". Allgemein gängige Klischees über technische Berufe wurden somit von einem großen Teil der Mädchen abgelehnt. Nur 10 % der Mädchen stimmten negativen Aussagen über diese Berufsbilder zu.

Noch vorsichtig sind die Mädchen in ihrer Einschätzung, wenn es um Arbeitsmarkt-, Verdienst- und Aufstiegschancen in technischen, informationstechnischen und naturwissenschaftlichen Berufen geht. Mit 50% Zustimmung "stimmt teilweise" zu den Aussagen "Man kann dort gut verdienen" und "Es gibt gute Aufstiegsmöglichkeiten" äußern sich die Mädchen verhalten positiv. 39 % beurteilen den Arbeitsmarkt in Technik-Berufen bereits relativ optimistisch. Das vorsichtig positive Bild, welches Mädchen von Arbeitsmarktchancen und Verdienstmöglichkeiten als Stärke der Berufe in den Technik-Branchen haben, ist für die Zukunft noch ausbaufähig, z.B. durch die Bemühungen der Ausbildungsverantwortlichen in den Betrieben, realitätsnah und zukunftschancenorientiert zu informieren.

Aktive Rolle im Berufsorientierungsprozess

Die Eigeninitiative mit der Mädchen sich einen Girls Day-Platz suchen, ist seit 2001 kontinuierlich gestiegen. Für den Mädchen-Zukunftstag 2004 haben sich mehr als ein Viertel der Mädchen selbst im Vorfeld einen Platz organisiert, z. B. über selbst geknüpfte Kontakte oder über eine Recherche auf der Aktionslandkarte unter www.girls-day.de . Nur 16% der Mädchen haben ihren Girls Day-Platz durch die Vermittlung der Eltern gefunden. Zum Vergleich: Noch 2002 gab ein Drittel der Teilnehmerinnen an, dass ihr Schnuppertag am Arbeitsplatz ihrer Eltern statt fand. Diese Entwicklung ist ein Indiz für eine zunehmend aktive Rolle, die die Mädchen möglicherweise im gesamten Prozess der Berufsorientierung übernehmen. Für den Bereich techniknahe Berufe wäre das neu und höchst erfreulich, wenn der Transfer von der Schnupperaktion auf spätere Berufswahl-Situationen gelingt,
beispielsweise das Sammeln von Informationen und die Suche nach Praktikums- und Ausbildungsplätzen sowie Studienmöglichkeiten.
 
Quelle: UD

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