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19.01.2004

Studienstiftung Passo Fundo in Armenvierteln Brasiliens aktiv

"Früher habe ich mir eine solche Zukunftsperspektive nicht im Traum vorstellen können". Die 21-jährige Louise, die mit ihren Eltern und drei Geschwistern in einem Armenviertel von Passo Fundo im Süden Brasiliens lebt, studiert zur Zeit in ihrer Heimatstadt Portugiesisch für Lehramt und möchte später einmal Dozentin an der Uni werden.

Louise ist eine von derzeit 52 Stipendiaten der Studienförderung Passo Fundo. "Es ist wichtig, dass unsere Stipendiaten die Erfahrung machen, dass sie mit ihren Fähigkeiten etwas bewirken können, dass sie ein Bewusstsein für soziale Kompetenz entwickeln", erklärt Prof. Dr. Werner Wittkowski, Hochschullehrer am Institut für Anatomie des Universitätsklinikums Münster (UKM), das Ziel des 1988 von ihm gegründeten Fördervereins. Die Unterstützung begabter junger Brasilianer, für die ein Hochschulstudium ansonsten unerschwinglich wäre, wird daher mit der Auflage verbunden, dass sich die Studierenden sozial engagieren. "Mit ihrem Ansatz verfolgt die Studienstiftung ein innovatives Konzept, das in erster Linie auf Köpfe und nicht auf Sachkapital als Motor für einen eigenverantwortlich gestalteten Entwicklungsprozess in Brasilien baut", so Wittkowski.

Und dieses Konzept ist aufgegangen und hat immer größere Kreise gezogen. Längst beschränkt sich das Engagement von "Passo Fundo" nicht mehr auf die Stadt, die der Studienstiftung vor 15 Jahren ihren Namen gegeben hat. So unterstützen derzeit 25 Studierende freiwillig den Einsatz der Stipendiaten in den Sozialprojekten. Sie alle wirken letztlich auch als Multiplikatoren. Die große Hoffnung der Studienstiftung ist natürlich, dass das soziale Engagement auch nach dem Examen nicht nachlässt. Die meisten der mittlerweile bereits 71 Altstipendiaten sind heute in alle Winde verstreut.

Viele werden die Idee der Stiftung aber wohl in irgendeiner Form weitertragen und sich ideell oder materiell für eine Verbesserung der Lebensbedingungen der armen und benachteiligten Bevölkerung Brasiliens einsetzen. Denn wer allein auf die Politik zu hofft, nimmt in Kauf, dass sich so schnell nichts ändern wird. Allerdings sei der Optimismus seit Amtsübernahme des aus der Arbeiterbewegung kommenden neuen Staatschefs "Lula" gewachsen, hört Wittkowski von seinen brasilianischen Freunden. Doch auch wenn es erste hoffnungsvolle Ansätze für mehr soziale Gerechtigkeit gibt oder vielleicht gerade deshalb, sind die Stipendiaten hochmotiviert, die gute Sache fortzusetzen. "Ich habe gelernt", so einer der geförderten brasilianischen Studenten, "dass man nicht unbedingt auf die Regierung warten muss, um das Land wachsen und sich entwickeln zu lassen. Wir müssen unseren Teil dazu beitragen."
 
Quelle: UD

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