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27.05.2003

Rekonstruktion des Bernsteinzimmers

Die Welt bekommt ein Wunder zurück: Am 31. Mai 2003 öffnen der russische Präsident Wladimir Putin und Bundeskanzler Gerhard Schröder der Öffentlichkeit die Türen zum legendären Bernsteinzimmer. Die Ruhrgas AG hat das Projekt im Rahmen eines Sponsoring-Abkommens mit dem russischen Kultusministerium und dem staatlichen Museum Zarskoje mit 3,5 Millionen Dollar unterstützt.

„Es ist eine große Freude für uns, dass es in einer deutsch-russischen Kooperation gelungen ist, dieses einmalige Kunstwerk wiederzuerschaffen“, sagte der russische Kulturminister, Michail Schwydkoi. „Es hat eine besondere Bedeutung für die Beziehungen unserer beiden Länder, die dadurch einen neuen positiven Impuls erhalten haben.“

„Wir sind beeindruckt von der hohen Kunstfertigkeit der Restauratoren und danken ihnen für das außerordentliche Engagement, die Rekonstruktion des Bernsteinzimmers innerhalb eines so engen Zeitplanes zu vollenden“, sagte Dr. e.h. Achim Middelschulte, Vorsitzender des Beirates und Mitglied des Vorstands der Ruhrgas AG, die das Projekt im Rahmen eines Sponsoring-Abkommens mit dem russischen Kulturministerium und dem staatlichen Museum Zarskoje Selo mit 3,5 Millionen Dollar unterstützt hat.

Ivan Sautov Direktor des Museums Zarskoje Selo, hob die einzigartigen Leistungen der Restauratoren hervor, denen es gelungen ist, verlorene Handwerkskünste und Technologien des 17. und 18. Jahrhunderts ins Leben zurückzurufen. „Wir sind stolz darauf, das neue Bernsteinzimmer ab Juni wieder in unserem Museum präsentieren zu können.“

Wissenschaftliches Unternehmen
Die Restauratoren der Bernsteinwerkstatt in Zarskoje Selo haben die alte barocke Pracht aus mehr als einer halben Million Bernsteinstückchen wieder erstehen lassen. Die 1979 beschlossene Rekonstruktion war ein wissenschaftliches Unternehmen, das mit Forschungs- und Planungsarbeiten begann. So wurden Fotosammlungen, wissenschaftliche Arbeiten und historische Materialien aus Archiven, Behörden und Museen Russlands herangezogen. Basis der Rekonstruktion bildeten Fotos, die kurz vor Kriegsbeginn gemacht wurden, sowie einige Originalstückchen, die einst von den Paneelen abgefallen waren.

In den neunziger Jahren geriet das Projekt aus finanziellen Gründen ins Stocken. Durch das Engagement der Ruhrgas konnte die Finanzierung ab 1999 jedoch sichergestellt und das Projekt vollendet werden. Die Sponsoring-Gelder wurden in Tranchen, nach vertraglich definierten Arbeitsfortschritten gezahlt, die von einem deutsch-russischen Beirat kontrolliert wurden. Der überwiegende Teil der Mittel wurde für Löhne verwendet. Bis 1999 arbeiteten etwa 20 Restauratoren in der Werkstatt, zu Spitzenzeiten waren es 60 Mitarbeiter. Ein weiterer Kostenfaktor war das Material. Rund sechs Tonnen Bernstein waren insgesamt nötig, wobei ein Kilo Roh-Bernstein gerade einmal 150 bis 200 Gramm verwertbares Material lieferte.

Symbol der deutsch-russischen Beziehungen
Das Bernsteinzimmer gilt als einzigartiges Symbol für das wechselvolle deutsch-russische Verhältnis. Der preußische König Friedrich Wilhelm I. hatte es im Jahr 1716 dem russischen Zaren Peter dem Großen aus Anlass eines Freundschaftsbündnisses zwischen beiden Staaten geschenkt. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Kunstwerk im Zarenpalast von der deutschen Wehrmacht demontiert und nach Westen gebracht. Seit dem Ende des Krieges gilt es als verschollen; über seinen Verbleib existieren mehrere hundert - teils abenteuerliche - Theorien.
Middelschulte: „Als Unternehmen mit langjährigen Beziehungen zu Russland wollten wir ein positives Zeichen für die deutsch-russischen Beziehungen setzen. Es erfüllt uns mit Stolz und Freude, dass wir gerade als deutsches Unternehmen zu diesem großartigen Projekt einen Beitrag leisten konnten.“

Die Ruhrgas AG gehört zu den größten westeuropäischen Abnehmern für russisches Erdgas. Erste Bezugsverträge wurden vor 30 Jahren geschlossen; die heutigen Vereinbarungen reichen bis in das Jahr 2030. Ruhrgas ist als erstes ausländisches Unternehmen direkter Aktionär des russischen Gasproduzenten OAO Gazprom.
 
Quelle: UD

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