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07.04.2003

Weltgesundheitstag 2003: Gesunde Umwelt - gesunde Kinder

Der Weltgesundheitstag steht in diesem Jahr unter dem Motto „Gesunde Umwelt - gesunde Kinder“. Damit hat die Weltgesundheitsorganisation WHO ein Problem aufgegriffen, das nach wie vor weltweit eine große Rolle spielt. Die Umweltrisiken unterscheiden sich jedoch in Entwicklungsländern erheblich von denen in Industrieländern.

Zu den größten Gesundheitsgefahren in Entwicklungsländern gehören Krankheiten wie Malaria, Cholera und andere Infektionskrankheiten. Ausgelöst durch zerstörte Umwelten leiden nach Informationen der WHO mittlerweile eine halbe Milliarde Kinder weltweit unter diesen Krankheiten. Mehr als 5 Millionen Kinder im Alter bis zu 14 Jahren sterben jährlich. Kinder in Entwicklungsländern sind am stärksten betroffen, aber auch viele Kinder in hoch entwickelten Ländern sind Umweltrisiken ausgesetzt.

Der Themenkomplex „Umwelt und Kindergesundheit“ spielt auch in Deutschland eine bedeutende Rolle. Eines der größten gesundheitlich relevanten Umweltprobleme stellt der zunehmende Straßenverkehr mit Lärm und Schadstoffbelastungen dar. Kinder sind Autoabgasen besonders ausgesetzt da die Schadstoffkonzentration in „Kindernasenhöhe " höher ist. Außerdem sind Kinder aktiver als Erwachsene. Sie bewegen sich mehr und halten sich meist länger im Freien auf. Oft atmen sie daher mehr Schadstoffe ein als Erwachsene.

Studien haben zudem gezeigt, dass Kinder, die an verkehrsreichen Straßen wohnen, schlechtere Messwerte bei Tests der Lungenfunktion aufwiesen und häufiger an Atemwegssymptomen litten. Trotz der Erfolge in der Umweltpolitik sind die negativen Umweltfaktoren nach wie vor verantwortlich für chronische und komplexe Erkrankungen bei Kindern, wie beispielsweise Asthma, Allergien und Neurodermitis, die weiter zunehmen.

Die Gesundheit von Kindern wird zudem durch einen veränderten Lebensstil beeinflusst. Städte bieten nur eingeschränkte Bewegungsmöglichkeiten und stundenlanges Fernsehen oder Computerspielen führen zu Übergewicht, Haltungsschäden und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Weiterhin ist die soziale Ungleichheit ein weitreichendes Problem. So sind Kinder und Jugendliche die einzige Bevölkerungsgruppe in Deutschland, deren Gesundheitszustand sich in den vergangenen 20 Jahren spürbar verschlechtert hat. Der Grund dafür ist, dass Kinder überproportional häufig in Armut leben. Bereits jedes siebte Kind in Deutschland ist abhängig von Sozialhilfe.

Augrund ihrer spezifischen Stoffwechsel-Empfindlichkeiten sind Kinder gesundheitlichen Auswirkungen von Umweltbedrohungen stärker ausgesetzt als Erwachsene. Laut der Bundesvereinigung für Gesundheit sind sie unfreiwillig „Seismografen“ für Umweltrisiken. So haben Kinder beispielsweise eine 2,5-fach größere Hautoberfläche im Verhältnis zu ihrem Gewicht und ein höheres Atemminutenvolumen pro kg Körpergewicht. Sie zeigen eine erhöhte Stoffwechselrate und nehmen Schadstoffe aus dem Magen-Darmtrakt viel stärker auf. Ihre Nervenzellen sind schlechter abgeschirmt und das Immunsystem funktioniert noch nicht so gut wie bei einem Erwachsenen. Kurz: Kinder bedürfen eines besonderen Schutzes vor den unterschiedlichsten negativen Umweltfaktoren.

Nach Angaben von Gro Harlem Brundtland, Generaldirektorin der WHO könnten die meisten umweltbedingten Krankheiten und Todesfälle vorgebeugt werden. Nie zuvor gab es eine solche Fülle von Werkzeugen und Strategien, um Kinder vor den Gefahren zu schützen, die in ihrer Umwelt lauern. Die von der WHO ins Leben gerufene "Healthy Environments for Children Initiative" setzt sich weltweit dafür ein, dass das Leben von Kindern gesünder gestaltet wird.
 
Quelle: UD

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