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28.03.2003

Technik zur Wasseraufbereitung gewinnt internationalen „Design-Oskar“

Der Zugang zu sauberen Trinkwasser gilt als eines der schwerwiegendsten entwicklungs-politischen Probleme. Dabei sind es jedoch nicht Mega-Staudämme, die sinnvolle Abhilfe versprechen, sondern individuelle Lösungen ganz nach dem Motto: Small is beautiful. Der BMW-Designer Stephan Augustin erhält nun für die Entwicklung eines auf dem Ver-dunstungsprinzip basierenden Aufbereitungssystem den „if Design Award“.

Trinkwasser ist dramatisch knapp: Zwar sind 70 Prozent der Erdoberfläche von Wasser bedeckt. Aber nur ein Bruchteil - weniger als ein Prozent - kann als Trinkwasser verwendet werden. Täglich sterben rund 6.000 Menschen weltweit an Krankheiten, die ihre Ursache in schmutzigem Trinkwasser haben. Meist trifft es dabei die besonders armen Bevölkerungsgruppen. Eine funktionierende Wasserversorgung ist also unbedingt erforderlich, um erfolgreich Armut zu bekämpfen.

Eine kostengünstige und umweltverträgliche Aufbereitungstechnik für Trinkwasser entwarf jetzt der Designer Stephan Augustin nach den strengen Vorgaben des Alltags unter klimatischen Extrembedingungen: Der „Watercone“ funktioniert ohne komplizierte Technik und ist völlig wartungsfrei. Seine Funktionsweise ist so einfach wie effektiv: Der Kegel wird auf möglichst feuchten Boden gestellt. Durch die Sonneneinstrahlung verdunstet das Wasser, kondensiert, und die Wassertropfen laufen an der Innenseite des Kegels herab in eine Auffang-Rinne. Pro Tag können bis zu 1,5 Liter frisches Trinkwasser gewonnen werden. Watercones sind völlig mobil und eignen sich besonders für Überschwemmungs-gebiete, wie zum Beispiel in Bangladesch. Denn „Watercones“ können sogar auf ruhigem Wasser schwimmen und Trinkwasser produzieren. Für das Aussehen des außergewöhnlichen Wasserproduzenten erhielten der Entwickler, und die Produktions-Firma Zeltec Engineering in Hannover den diesjährigen, renommierten „if Design Award“ - den Oscar der internationalen Design-Szene.

Die neue Entwicklung dürfte Zustimmung von vielen Umweltschützern erfahren: Zum Auftakt des 3. Weltwasserforums der Vereinten Nationen, das am Sonntag im japanischen Kyoto beginnt, warnt der WWF vor Investitionen in Mega-Staudämme, die vermeintlich Abhilfe schaffen. Jährlich würden 40 Milliarden US Dollar in Staudammprojekte investiert. Dabei unterschätze man häufig die langfristigen Folgekosten. Dies gelte sowohl für ökologische Schäden als auch für die wirtschaftlichen und sozialen Folgen, etwa in der Landwirtschaft oder in Bezug auf Umsiedelungen. "Wenn wir die weltweite Wasserknappheit überwinden und allen Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser verschaffen wollen, müssen wir uns von überholten technischen Lösungen verabschieden" betont Ute Collier, WWF Delegierte auf dem Weltwasserforum. Die Chancen steigen damit, dass das Potenzial der Verdunstungstechnik nun auch weltweit erkannt wird: Stephan Augustin und Zeltec stehen im internationalen Finale eines Preisverleihungen zum World Water Forum, des wichtigsten und größten Kongresses zur Lösung des globalen Wasserproblems.
 
Quelle: UD

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