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Sonntag, 24.September 2017
Bayer porträtiert Pioniere in der Flüchtlingshilfe zoom
Die Schüler Karen Marschner und Oskar Lietz engagieren sich in einem Projekt für Willkommensklassen.

19.01.2017

Bayer porträtiert Pioniere in der Flüchtlingshilfe

Viele Freiwillige haben sich im vergangenen Jahr gemeinsam mit Politik und Wirtschaft landesweit in der Flüchtlingshilfe engagiert. Auch der Bayer-Konzern und die Bayer-Stiftungen blicken auf eine große Bandbreite an Maßnahmen und Aktionen zurück. Im September 2016 ist dazu ein Buch erschienen, das ausgewählte Projekte, deren Initiatoren und die Menschen, denen die Hilfe zugutekommt, in persönlichen Porträts vorstellt. Allen Initiativen ist ein nachhaltiger Ansatz gemein, bei dem es über die Nothilfe hinaus darum geht, Geflüchteten eine langfristige Perspektive für ihr Leben in Deutschland zu bieten.

Die Zahl der Asylsuchenden, die 2016 nach Deutschland gekommen sind, ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen. Das geht aus vorläufigen Berechnungen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hervor. Demnach sind im vergangenen Jahr ca. 280.000 asylsuchende Menschen nach Deutschland eingereist. 2015 waren es noch 890.000 Asylsuchende. Die Rechtsstellung eines Flüchtlings nach der Genfer Konvention erhielten 256.136 Personen, d.h. knapp 37 Prozent aller Asylbewerber.

Cover

Trotz dieses deutlichen Rückgangs des Zugangs von Asylsuchenden und Flüchtlingen im vergangenen Jahr bleibt die Frage bestehen, wie die vielen Schutzsuchenden schnell in die hiesige Gesellschaft und den Arbeitsmarkt integriert werden können. "Jede Fluchtbewegung birgt das Potenzial für eine bessere Zukunft – nicht nur für die Geflüchteten, sondern auch für aufnehmende Gesellschaft", ist Thimo V. Schmitt-Lord aus dem Vorstand der Bayer-Stiftungen und Mitherausgeber der Publikation "Mut durch Herausforderung. Pioniere in der Flüchtlingshilfe" überzeugt. Das Buch dokumentiert auf 224 Seiten, wie sich Menschen aus der Not heraus in ganz Deutschland für eine solche bessere, gemeinsame Zukunft engagiert haben – sei es durch die medizinische Versorgung von Flüchtlingen, durch gemeinsames Kochen und Essen, durch Angebote zur Kinderbetreuung und Sprachförderung oder aber auch Bewerbungstrainings. Dabei kommen nicht nur die Initiatoren mit ihren Beweggründen und Erfahrungen zu Wort; die 14 vorgestellten Projekte geben auch jenen ein Gesicht, denen die Unterstützung zugutekommt.

Bildung- und Talentförderung: Die "Science4Life"- Akademie

So lernt der Leser etwa den mit 17 Jahren aus Griechenland eingewanderten Vasileios Moysidis kennen, der im Rahmen der "Science4Life"- Akademie gefördert wird. Dabei handelt es sich um ein 2015 von der Bayer-Stiftung und der iMINT-Akademie gemeinsam gegründetes, auf fünf Jahre angelegtes Projekt, im Rahmen dessen Materialien speziell für Flüchtlings- und Migrantenkinder entwickelt werden, die dann in Berliner Willkommensklassen eingesetzt werden sollen. Ziel ist es, mithilfe der Materialien eine schnelle Integration in die Regelklassen zu ermöglichen. Die ersten Module für Grundschule und Sekundarschule werden an zwölf Modellschulen getestet und anschließend in Berlin-Brandenburg zum Einsatz gebracht. Parallel werden besonders begabte Kinder der Willkommensklassen entsprechend gefördert. Ein solches Ausnahmetalent ist auch Vasileios Moysidis, der dank des Science4Life-Projekts im Schülerforschungszentrum Berlin seinem eigenen Forschungsvorhaben nachgehen konnte. Mit seiner Studie zur Keimbelastung in seiner Schule belegte er den dritten Platz bei dem Wettbewerb "jugend forscht". Ganz nebenbei half ihm das Projekt dabei, seine Sprachkenntnisse zu verbessern. "Wenn man eine Sprache lernen will, dann muss man etwas tun, was einem Spaß macht und einen wirklich interessiert", so der Nachwuchsforscher.

Science4Life fördert naturwissenschaftlich-begabte Kinder und Jugendliche.
Science4Life fördert naturwissenschaftlich-begabte Kinder und Jugendliche.
Materialien für das Projekt.
Materialien für das Projekt.
 

Berufsvorbereitung für geflüchtete Jugendliche

Neben den Bayer-Stiftungen hat auch der Bayer-Konzern im vergangenen Jahr viele Projekte für Flüchtlinge in Deutschland angestoßen und umgesetzt. Ein Beispiel sind die Aufbaukurse der Bayer Ausbildung. Den Anstoß dazu gab das enorme Ausmaß des Flüchtlingszustroms im Herbst 2015. Dirk Pfennig, bei Bayer für die Ausbildung an deutschen Standorten zuständig, entwickelte mit dem Berufsvorbereitungskurs einen Ansatz, der junge Geflüchtete für eine Ausbildung qualifizieren und ihnen damit bei ihrem Neuanfang in Deutschland helfen soll. Voraussetzung für die Teilnahme an dem Aufbaukurs sind Sprachkenntnisse auf dem Niveau B1 nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen.

Bereits der erste Durchgang war ein voller Erfolg: So erhielten 13 der im Oktober 2015 gestarteten Teilnehmer am Ende des Kurses das Sprachzertifikat "B2". Fünf von ihnen wurden anschließend in das einjährige Starthilfe-Programm von Bayer aufgenommen, mit dem der Konzern seit rund 30 Jahren benachteiligte Jugendliche auf eine spätere naturwissenschaftlich-technische Ausbildung vorbereitet – etwa zum Chemielaborant, Elektroniker oder Chemikant.

Aus seiner Erfahrung als Initiator des Projekts heraus sagt Dirk Pfennig: "Die Menschen kommen aus ganz verschiedenen Ländern, deren Bildungssystem sich nicht mit den deutschen Angeboten vergleichen lässt. Eine pauschale Einschätzung der Erfolgsaussichten von Integration ist meiner Ansicht nach fast unmöglich." Mit dem Aufbaukurs erhalten die jugendlichen Teilnehmer jedoch immerhin eine Chance. Diese will auch Heider Alibaidi nutzen, der im Dezember 2016 einen Berufsvorbereitungskurs in Bergkamen absolvierte. Vormittags konnte er in den Werkstätten und Labors der Bergkamener Ausbildungsabteilung selbst Hand anlegen und erste praktische Erfahrungen sammeln, nachmittags besuchte er einen Sprachkurs. "Im Irak war ich nicht mehr sicher und mein Leben in ständiger Gefahr. Erst jetzt in Deutschland habe ich wieder eine Perspektive. Dazu hat auch Bayer beigetragen, indem mir das Unternehmen einen Einblick in den Arbeitsalltag ermöglicht hat", berichtet Heider Alibaidi.

Viele weitere Erfolgsgeschichten, die Mut zur Nachahmung machen und zur Eigeninitiative inspirieren, finden Sie in der Publikation

Mut durch Herausforderung. Pioniere in der Flüchtlingshilfe
Herausgegeben von Jeannette Gräfin Beissel von Gymnich und Thimo Valentin Schmitt-Lord
Von dem Knesebeck GmbH & Co. Verlag KG, München 2016
€ 19,95 (D)
ISBN 978-3-95728-012-1

 
Quelle: UmweltDialog

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