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Freitag, 30.September 2016
Mit vereinten Kräften integrieren

02.03.2016

Mit vereinten Kräften integrieren

RWE und Telefónica Deutschland sind zwei der aktuell knapp 50 Unternehmen, die der Aktion "Wir-Zusammen – Die Integrations-Initiative der deutschen Wirtschaft“ beigetreten sind. Auf diesem Portal stellen die Beteiligten ihre Projekte zur Flüchtlingshilfe vor. Diese müssen konkret definiert und bereits gestartet sein. Ziel ist es, einen Überblick über die gesamten Maßnahmen zu geben und weitere Unternehmen zu ermutigen, selbst Integrationsprojekte zu initiieren oder bestehenden beizutreten. Die Teilnehmer von „Wir -Zusammen“ sind überzeugt, dass die Integration der Flüchtlinge nur durch gemeinsames Handeln gelingt.

„Durch diese Initiative wird deutlich, dass die deutsche Wirtschaft die Chancen, die sich durch die Migration ergeben, ergreift und ihrer Verantwortung gerecht wird. Auch viele RWE-Kolleginnen und -Kollegen sind aktiv, darauf sind wir besonders stolz“, sagt etwa Peter Terium, Vorstandsvorsitzender von RWE.

So engagiert sich RWE

RWE engagiert sich mit seinen Mitarbeitern in verschiedenen Projekten vor Ort, die den Flüchtlingen das Leben in Deutschland vereinfachen und Berührungsängste zu Anwohnern abbauen sollen. Dazu gehören unter anderem gemeinsame Aktivitäten in Sportvereinen. Hierfür stellt RWE 15 Mitarbeiter während ihrer Arbeitszeit frei, um Vereinsarbeit zu koordinieren und ihrer Trainertätigkeit nachzugehen. Bis Ende 2017 ermöglicht RWE darüber hinaus fünf Angestellten die mehrwöchige Ausbildung während ihrer Arbeitszeit zum Integrationslotsen und unterstützt sie finanziell. Die Mitarbeiter sollen dann den Flüchtlingen bei der Kontaktaufnahme zu Institutionen helfen oder ihnen praktisch zur Hand gehen.

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Für Menschen, die sich an die Caritas und andere Einrichtungen wenden, hält RWE bis Ende 2017 einen Pool von mindestens 15 Mitarbeitern für Dolmetschertätigkeiten bereit. Diese sollen dann arabisch-, französisch- und englischsprachige Flüchtlinge bei der Kommunikation mit Behörden unterstützen. In Kooperation mit der Caritas Essen bietet das Unternehmen in 2016 darüber hinaus Sprachkurse für mindestens 60 Flüchtlinge an. Zehn Mitarbeiter nehmen sich dann in Kleingruppen für die Einzelnen Zeit, um individuelle Fragen zu beantworten und Alltagssituationen zu üben. Die Sprachkurse finden während der Arbeitszeit in den RWE-Räumlichkeiten statt.

Auch die Azubis helfen bei dem Flüchtlingsengagement des Unternehmens. So führen sie bis Ende 2017 mindestens ein Projekt mit jungen Asylsuchenden durch. Dabei sollen die Azubis in erster Linie Alltagswissen über die Stadt Essen, etwa durch Stadtbesichtigungen, vermitteln.

Das macht Telefónica

Telefónica Deutschland übernimmt die Patenschaft für die Flüchtlingsintegration im Rahmen des bestehenden Jugendprogramms „Think Big“, das das Unternehmen zusammen mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung unterhält. In dem Programm setzen Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 25 Jahren eigene soziale Projektideen um, die die Möglichkeiten digitaler Technik nutzen. Fachlich beraten, erhalten sie zusätzlich finanzielle Unterstützung, um die Projekte zu verwirklichen: „Projekte zum Thema „Flucht“ haben zuletzt stark zugenommen“, so Thorsten Dirks, CEO von Telefónica Deutschland. 50 waren es alleine im vergangenen Jahr.

Die Projekte dauern zwischen einem Tag und mehreren Monaten und erreichen unterschiedlich viele Menschen. Sie helfen, zwischen Behörden und Flüchtlingen zu vermitteln und schaffen den Zugang zu Freizeitaktivitäten. Mitarbeiter des Telekommunikationsunternehmens unterstützten teilweise die Aktionen als Paten. „Alle Projekte tragen dazu bei, Vorurteile abzubauen, die Willkommenskultur weiter zu entwickeln und den Alltag von Flüchtlingen zu erleichtern.“

Außerdem stattet der Mobilfunkanbieter bundesweit Unterkünfte der Asylbewerber mit WLAN aus, damit sie mit ihren Familien in Kontakt treten können: „“Wir-Zusammen – Die Integrations-Initiative der deutschen Wirtschaft“ liefert noch keine deutschlandweite Lösung für die Flüchtlingskrise. Aber in der Summe des Engagements der beteiligten Unternehmen und ihrer Mitarbeiter/innen ist diese Initiative ein Baustein dazu“, erklärt Dirks.

Wann dürfen Asylbewerber arbeiten?

Diese Frage hängt von dem jeweiligen Statusrecht ab. In den ersten drei Monaten nach Stellung eines Asylantrags gilt für Flüchtlinge absolutes Arbeits- und Ausbildungsverbot. Ist das Asylverfahren noch nicht abgeschlossen oder liegt eine vorübergehende Duldung vor, führt die Arbeitsagentur eine Vorrangprüfung durch. Dabei muss sie innerhalb von zwei Wochen der zuständigen Ausländerbehörde melden, ob für die gewünschte Stelle auch ein inländischer oder ein zugewanderter europäischer Kandidat in Frage kommt. Wer in Deutschland als anerkannter Flüchtling eine Aufenthaltserlaubnis hat, darf voll arbeiten.

Arbeitsmarktintegration schwierig

Neben der gesellschaftlichen Integration sieht „Wir-Zusammen“ auch die Notwendigkeit, die Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren. So erklärt RWE etwa, dass die Unternehmen die Zuwanderung als Chance für den Standort Deutschland begreifen: „Es geht darüber hinaus auch um das Ziel, dass die Menschen für die Zeit in Deutschland auf eigenen Beinen stehen können.“ Einer Umfrage von Report Mainz zufolge haben bis jetzt allerdings nur zwei der DAX 30 Unternehmen Flüchtlinge fest angestellt.

Ähnlich verhält es sich bei den Ausbildungsplätzen. Ebenfalls nur zwei der Dax 30 Unternehmen gaben gegenüber dem Politmagazin an, aktuell Flüchtlinge auszubilden. Ingo Kramer, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), erklärte gegenüber Report Mainz, dass der Grund hierfür in den mangelnden Deutschkenntnissen vieler Flüchtlinge liegt. Inwieweit die Flüchtlinge künftig Zugang zum Arbeitsmarkt finden, hängt auch davon ab, ob sie ihre jeweiligen Fähigkeiten in einen deutschen Job transferieren können wie Zeit Online berichtet. Dabei seien weniger die formalen Qualifikationen ausschlaggebend als das individuelle Wissen der Betroffenen.

 
Quelle: UmweltDialog

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