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Kampf gegen den schleichenden Killer

07.09.2016

Kampf gegen den schleichenden Killer

Mehr als eine Milliarde Menschen leiden laut Erkenntnissen der WHO an Bluthochdruck (Hypertonie). Dabei kommt Hypertonie, die das Risiko einer Erkrankung an Herzinfarkten oder Schlaganfällen erhöht, nicht nur in Industrienationen vor. Auch Menschen in ärmeren Ländern wie etwa Vietnam sind davon betroffen. Aus diesem Grund hat die Novartis Foundation in Kooperation mit der gemeinnützigen Organisation PATH und vietnamesischen Regierungsbehörden eine Initiative für Vorbeugemaßnahmen und zur Versorgung Betroffener gestartet. Das „Communities for Healthy Hearts“- Programm in Ho-Chi-Minh-Stadt ist in vier Bezirken angelaufen und bezieht über zwei Millionen Menschen ein.

Familiäre Vorbelastung, Rauchen und zu viel Alkohol: Es gibt viele Gründe, warum Menschen an Bluthochdruck erkranken. In Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen kann auch der schnell fortschreitende Verstädterungsprozess eine entscheidende Rolle spielen, weil der Übergang zu einem urbanen Lebensstil ungesunde Ernährungsgewohnheiten und Stress aufgrund überbevölkerter und unterversorgter Stadtgebiete begünstigt. Das Gefährliche an der Gefäßerkrankung ist dabei, dass die Betroffenen sie nicht bemerken, weil sie zunächst keine Symptome verursacht.

„Das vietnamesische National Heart Institute hat ermittelt, dass ein Viertel aller Erwachsenen an Bluthochdruck leidet. Aber nicht mal die Hälfte der Betroffenen weiß davon“, erklärt Dr. Ann Aerts, Leiterin der Novartis Foundation. „Und nur gut jeder Zehnte wird so behandelt, dass sich der Bluthochdruck normalisiert.“ Die Konsequenzen sind gravierend: Da die lokale Gesundheitsversorgung mit bereits bekannten Leiden wie Infektionskrankheiten ausgelastet ist, sterben alleine in Vietnam jährlich über 90.000 Menschen an den Folgen von Bluthochdruck, wie die Ärztin angibt.

Über Bluthochdruck:

Menschen leiden an Hypertonie, wenn ihr Blutdruck des arteriellen Gefäßsystems chronisch erhöht ist und er wiederholt einen Wert von 140/90 mmHG aufweist. Der Blutdruck kann ganz einfach bei einer Messung festgestellt und überprüft werden. Unbehandelt kann er zu Erblindung, Herzrhythmusstörungen und Herzversagen führen. In Deutschland als sogenannte Volkskrankheit bezeichnet und weltweit stark verbreitet, minimieren verschiedene Maßnahmen das Risiko, an Hypertonie zu erkranken. Dazu gehören die Reduzierung von Salz und Alkohol, eine ausgewogene Ernährung, regelmäßiger Sport und ein gesundes Körpergewicht.

So funktioniert „Communities for Healthy Hearts“

Um nicht-übertragbare, chronische Krankheiten zu bekämpfen, hat Vietnam allerdings vor Kurzem eine nationale Strategie entwickelt. Da dabei auch Standards und Richtlinien zur Behandlung von Bluthochdruck modernisiert wurden, bietet Vietnam wiederum gute Voraussetzungen für den Launch des Novartis-Programms Communities for Healthy Hearts: „Wie wollen Wege zur Vorbeugung und Kontrolle von Bluthochdruck zugänglich machen, sowohl für medizinisches Personal als auch für Patienten, um letztlich die Gesundheitsmaßnahmen zu verbessern“, erklärt Aerts. Hierbei kann die Novartis Stiftung auf ein bereits bestehendes System an Gesundheitsarbeitern – medizinische Laien, die aber für eine professionelle Messung von Blutdruck geschult sind – zurückgreifen.

Diese Infrastruktur wird nun durch ein flächendeckendes Screening von Bluthochdruck in vier Bezirken von Ho-Chi-Minh-Stadt erweitert: Dazu führt das Programm sogenannte soziale Entrepreneure ein: „Das sind Menschen mit einem Geschäft, die von unseren Projektpartnern dafür ausgebildet werden, den Blutdruck von Menschen zu messen, die in ihrem Geschäft oder Büro vorbeikommen“, sagt Aerts. Diagnostizieren die Helfer Bluthochdruck, werden die Betroffenen zur weiteren Abklärung in die nächstliegende Gesundheitseinrichtung verwiesen, um eine geeignete Therapie zu ermitteln.

Moderne Technologien sollen den Patienten dabei helfen, besser mit ihrer Krankheit umzugehen: So können sie über eine Smartphone-App ihren Blutdruck kontrollieren und die Daten an die Gesundheitsstationen übermitteln. Außerdem soll ihr Handy sie daran erinnern, ihre Medikamente einzunehmen und Arzttermine einzuhalten: „Wir prüfen, ob wir mit unseren Maßnahmen das Selbstmanagement der Patienten verbessern können. Und wir wollen die Sterblichkeit durch die Folgen von Bluthochdruck senken“, erläutert Aerts.

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Thema aus der Nische holen

Mithilfe der neuen Screening-Methode will das Programm das Bluthochdruckmessen aus der Nische des klassischen, ausgelasteten Gesundheitssystems herausholen und die Menschen dort erreichen, wo sie sich in ihrem Alltag aufhalten. Hierbei richtet es sich vor allem an die benachteiligte Bevölkerung in Ho-Chi-Minh-Stadt. Die Kampagne fokussiert sich insbesondere auf 700.000 Menschen, die über 40 Jahre alt sind, weil das Risiko, an Bluthochdruck zu erkranken, mit steigendem Alter zunimmt. Darüber hinaus sollen aber nicht nur die Vorsorgemöglichkeiten verbessert, sondern auch Aufklärungsarbeit über die Folgeschäden der Krankheit geleistet werden.

Diesbezüglich wurde bereits vorab eine Kampagne in Ho-Chi-Minh-Stadt gestartet. Diese basierte auf einer Wissensstudie der Bevölkerung über Bluthochdruck. Auf Grundlage der Ergebnisse entstand dann eine Aufklärungskampagne mit Gemeindeversammlungen, TV- und Radio-Spots, die die Krankheit ins Bewusstsein der Menschen rücken und sie zur Bluthochdruck-Prävention ermutigen sollte.

Einfluss auf vietnamesische Gesundheitspolitik

An dem Communities for Healthy Hearts-Programm sind neben der Novartis Stiftung, die die Initiative größtenteils finanziert und die Umsetzung unterstützt, noch weitere Partner beteiligt. Dazu gehören unter anderem die gemeinnützige Gesundheitsorganisation PATH, das städtische Gesundheitsamt von Ho-Chi-Minh-Stadt oder die Hanoi School of Public Health, die das Programm evaluiert: „Wir werden unsere Ergebnisse weltweit veröffentlichen, damit auch andere Länder in ihren Programmen davon profitieren können“, so Aerts. „Die Auswertung und unsere Erkenntnisse werden die Gesundheitspolitik in Vietnam beeinflussen und die Erkennung von Bluthochdruck landesweit optimieren.“

Die Novartis Stiftung unterhält ein ähnliches Programm zur Bluthochdruck-Bekämpfung in Ghana, Westafrika. Das Projekt ist letztes Jahr in einer Gemeinde gestartet, die sich in der Nähe einer Stadt befindet. Da die Krankenhäuser weit entfernt und überlastet sind, bilden die Mitarbeiter des Programms Menschen aus, lizensiert, frei verkäufliche Medikamente anzubieten und darüber hinaus den Bluthochdruck der Bevölkerung zu messen und sich um die Therapie zu kümmern. Auch hier hilft digitale Technik dabei, das Programm umzusetzen und die Kommunikation zwischen Screening-Punkten, Gesundheitsarbeitern und Ärzten zu ermöglichen.

So arbeitet die Novartis Stiftung

Die Novartis Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, die Gesundheitsversorgung in Schwellen- und Entwicklungsländern zu verbessern. Dabei engagiert sich die Organisation sowohl bei der Bekämpfung von Infektionskrankheiten wie etwa Malaria als auch bei der Bekämpfung chronischer Leiden wie Bluthochdruck oder Diabetes. Gemein ist allen Projekten ihr strategischer Ansatz. Dieser impliziert die Zusammenarbeit mit lokalen Behörden und erfahrenen, gemeinnützigen Partnern und Forschungseinrichtungen sowie eine konsequente Evaluierung der Projekte, sodass deren Ansätze auf andere Regionen übertragbar werden.

 
Quelle: UmweltDialog

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