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„Ohne Ehrenamt kein Profifußball“ zoom
Kinder mit Handicap begleiten die Fußball-Profis vor dem DFB-Achtelfinal-Spiel auf den Rasen.

06.03.2015

„Ohne Ehrenamt kein Profifußball“

Aus seiner wirtschaftlichen Bedeutung und immensen Popularität heraus erwächst für den Profifußball auch eine große gesellschaftliche Verantwortung. Im Gespräch mit UmweltDialog erklären Jörg Kappenhagen, Leiter des Bereichs „Soziales Engagement“ bei Bayer 04 Leverkusen, und Bayer-04-Kommunikations-Direktor Meinolf Sprink was heute von Profifußballclubs erwartet wird und was der Fußball für die Förderung von Bildung und Inklusion leisten kann.

Mumbai ist mit geschätzten 18 Millionen Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt Indiens. Für viele Kinder und Jugendliche gibt es nur begrenzten Zugang zu Bildung und Orte, an denen sie spielen und sportlichen Aktivitäten nachgehen können. Der Sportplatz der Don Bosco High School im Süden der Stadt war jedoch ein idealer Trainingsort für knapp 30 junge Männer und Frauen, die an dem einjährigen Ausbildungsprogramm der Football Club Social Alliance teilgenommen haben. Dabei wurden sie von Bayer 04 Leverkusen-Trainern und Kollegen des englischen Klubs Queens Park Rangers zu sogenannten Young Coaches ausgebildet. Hilfsorganisationen vor Ort informierten sie zudem über die Themen „Kinderrechte“ und „Hilfsmöglichkeiten bei Missbrauch“ sowie „Gesundheit und Hygiene“.

Im Oktober 2013 gestartet, konnte das Projekt Ende 2014 erfolgreich abgeschlossen und die Jugendlichen zu Nachwuchstrainern mit speziellen sozialen Kompetenzen ausgebildet werden. Das Projekt ist ein Beispiel dafür, wie sich Bayer 04 Leverkusen im Rahmen der Football Club Social Alliance weltweit engagiert. In dem Verbund haben sich Profi-Fußballclubs zusammengeschlossen, um sich für Kinder und Jugendliche in Krisen- und Entwicklungsgebieten sowie im Bereich Behindertenfußball einzusetzen. Geleitet wird das Netzwerk von der Scort Foundation. Sie koordiniert die Zusammenarbeit der Fußballclubs und verantwortet das Projektmanagement.

In Mumbai bildeten Bayer 04-Trainer Judgendliche erfolgreich zu Nachwuchstrainern aus.
In Mumbai bildeten Bayer 04-Trainer Judgendliche erfolgreich zu Nachwuchstrainern aus.
Bayer 04 engagiert sich weltweit für Kinder und Jugendliche.zoom
Bayer 04 engagiert sich weltweit für Kinder und Jugendliche.
 

Von Mumbai zum Mittelrhein

Perspektivwechsel: Eine Grundschule in Remscheid. Hier steht heute ein Besuch vom Projektteam von ‚Bayer 04 macht Schule‘ auf dem Stundenplan. Mit den Kindern wird gemeinsam erarbeitet, worauf Profi-Fußballer bei ihrer Ernährung achten und das Team gibt ihnen Tipps zu gesundem Essen, damit sie selbst einmal so erfolgreich wie ihre Vorbilder werden können. Nach dieser ungewöhnlichen Unterrichtsstunde können es die Kinder dann kaum erwarten, eine Runde in der Sporthalle zu kicken, und den Profis später bei einem Training in der BayArena zuzusehen.

Nachhaltige Projekte, die sich lohnen

Jörg Kappenhagen ist im Rahmen der Initiative ,Bayer 04 macht Schule‘ schon in vielen Klassen zu Gast gewesen und hat erlebt, was der Besuch bei den Kindern bewirkt. „Die Idee, ihnen gesunde Ernährung näherzubringen, lässt sich viel besser transportieren, wenn man den Kindern sagen kann: Wenn ihr so gute Fußballer wie Simon Rolfes oder Stefan Kießling werden wollt, gehört da auch eine gesunde Ernährung dazu. Dafür bringen wir dann zum Beispiel Ernährungspläne der Spieler mit“, erklärt Kappenhagen. Der Sportwissenschaftler betreut seit 2005 den Bereich bei Bayer 04, in dem das soziale Engagement des Fußballclubs angesiedelt ist. Nach dem Motto „Wir (04) helfen“ kümmert sich das Team um die Auswahl und Umsetzung von nachhaltigen Projekten – weltweit, aber vor allem in der Region.

Ein Projektteam von "Bayer 04 macht Schule" besucht die Kerchensteinerschule.
Ein Projektteam von "Bayer 04 macht Schule" besucht die Kerchensteinerschule.
Eine ungewöhnliche Unterrichtsstunde für die Schüler der Kerschensteinerschule.
Eine ungewöhnliche Unterrichtsstunde für die Schüler der Kerschensteinerschule.
 

Die BayArena als Lernort nutzen

„Bayer 04 macht Schule“ ist dabei das bekannteste soziale Projekt des Clubs. Das besagt eine Studie vom Institute for Sports, Business & Society (ISBS) der EBS Universität für Wirtschaft und Recht. Das Projekt sei sozusagen der Ausgangspunkt für die zahlreichen folgenden Projekte, z.B. der Bayer 04-Sportförderung gGmbH gewesen, erklärt Kappenhagen. Die Tochtergesellschaft wurde 2005 mit dem Ziel ins Leben gerufen, den Jugendfußball in der Region zu stärken. Mit der jährlichen Verleihung des Ehrenamtspreises sorgt sie zudem für die Anerkennung des Engagements von Vereinen aus Leverkusen und Umgebung in der Öffentlichkeit. „Anfangs haben wir aktiv Werbung für das Projekt ,Bayer 04 macht Schule‘ betrieben, sind auf die Schulen zugegangen, um zu zeigen, dass wir die BayArena als Lernort nutzen können. Mittlerweile ist es so, dass wir sehr viele Anfragen im Jahr haben“, erzählt Kappenhagen. Bei der Initiative arbeitet der Fußballclub mit Schulen in der Region, der Stadt Leverkusen, der Deutschen Sporthochschule Köln und weiteren regionalen Partnern zusammen.

„Den Fußball nutzen, um Gutes zu tun“

„Wir wollen am Standort ein verlässlicher Partner sein. Darüber hinaus versuchen wir, zwei, drei andere sinnvolle Projekte nachhaltig zu unterstützen“, erklärt Kommunikations-Direktor Meinolf Sprink den Leitgedanken hinter dem sozialen Engagement von Bayer 04. Die Auswahl der Projekte sei nicht immer strategisch gewesen, räumt Sprink ein. Manche Dinge seien einfach von dem Fußballclub erwartet worden. Teils seien die Projekte „historisch“ auf Anregung von Vertretern der Geschäftsführung erwachsen. So zum Beispiel auch die Unterstützung des Kinderhospiz Balthasar in Olpe, die bei Bayer 04 eine lange Tradition hat. Teils seien sie aus der konkreten Überlegung heraus entstanden: „Was können wir am Standort ,Gutes‘ tun und wie können wir den Fußball dafür nutzen?“.

„Das Engagement wird in der gesamten Organisation gelebt“

Auf seiner Webseite berichtet Bayer 04 ausführlich und strukturiert über sein Engagement. Reportagen und Hintergrundberichte zeigen, dass der Club seine Mitarbeiter und Spieler aktiv in die sozialen Aktivitäten einbindet. „Wenn man für ein soziales Projekt Freiwillige sucht, stößt man bei den Profis immer auf offene Ohren“, sagt Meinolf Sprink. „Unser Neuspieler Hakan Calhanoglu ist ein gutes Beispiel. Einer der ersten Sätze, die er zu mir sagte, war: Falls ihr jemanden für ein soziales Projekt sucht, das mit Kindern zu tun hat, mache ich das unglaublich gerne. Die Offenheit der Spieler für solche Projekte zeigt, dass das soziale Engagement in der gesamten Organisation gelebt wird.“

Profi-Fußballer Stefan Kießling von Bayer 04 nimmt das soziale Engagement sehr ernst.
Profi-Fußballer Stefan Kießling von Bayer 04 nimmt das soziale Engagement sehr ernst.

Inklusion durch Fußball

Ein Beispiel für das vereinsübergreifende Engagement ist auch das Benefizturnier, das Bayer 04 im Rahmens des Projektes „Einfach Fußball“ organisierte. Vor über 1.000 Zuschauern nahmen an dem Wettkampf neben acht Jugend-Mannschaft mit geistig Behinderten unter anderem die Bayer 04-Traditionsmannschaften und die Werkself-Bundesliga-Fußballerinnen teil. Der Erlös von 4.000 Euro ging an zwei Förderschulen in der Region, mit denen Bayer 04 kooperiert. Mit diesem von der Bayer AG initiierten Projekt werden Partnerschaften zwischen Fußballvereinen und Förderschulen unterstützt. In diesem Kontext ist auch eine Aktion von Bayer 04 Leverkusen anlässlich des DFB-Achtelfinal-Spiels gegen den 1. FC Kaiserslautern zu verstehen. Denn: Die Einlaufkinder für die Profis beider Mannschaften waren ganz bewusst geistig und körperlich behinderte Kinder und Jugendliche.

Laut ISBS investierte Bayer 04 in der Bundesligasaison 2011/2012 ca. 400.000 Euro in soziale Projekte sowie in Freikarten für ehrenamtlich Tätige und Kinder. In Zukunft wollen die Leverkusener ihr Engagement weiter ausbauen, so Kappenhagen: „Wir wollen das Ehrenamt verstärkt in den Vordergrund stellen, denn: ohne Ehrenamt kein Profifußball“. Das Thema Inklusion soll dabei einen besonderen Stellenwert einnehmen.

 
Quelle: UmweltDialog

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