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Coca-Cola: Projekt „Last Mile“ wird um acht Länder erweitert zoom

07.07.2014

Coca-Cola: Projekt „Last Mile“ wird um acht Länder erweitert

Effektivere Vertriebsstrukturen für Medizin, verkürzte Lieferzeiten für Medikamente und eine höhere Verfügbarkeit von Arzneimitteln in Kliniken in Afrika: Das sind die Ziele des Projektes „Last Mile“. Zunächst in Tansania und Ghana gestartet, wollen die Projektpartner The Coca-Cola Company, The Global Fund to Fight AIDS, Tuberculosis and Malaria und die Bill & Melinda Gates Stiftung die Initiative in den nächsten fünf Jahren auf insgesamt zehn afrikanische Länder erweitern. Dafür sollen mehr als 21 Millionen US-Dollar investiert werden. Die US Agency for International Development (USAID) ist dem Projekt kürzlich als jüngstes Mitglied beigetreten.

Lebensrettende Medikamente zu bekommen, ist für Menschen in Afrika keine Selbstverständlichkeit. In vielen Entwicklungsländern werden oftmals nur Schmerzmittel hergestellt, während Medikamente gegen Krankheiten wie Aids, Malaria oder Tuberkulose aus dem Ausland importiert werden müssen. Das macht sie für viele Menschen unbezahlbar. Ein weiterer Grund für die schlechte Medikamentenversorgung ist die schwach ausgebildete Infrastruktur. So kommt es vor allem in ländlichen Regionen zu Versorgungsengpässen oder zu Produktuntauglichkeiten, weil beispielsweise die Kühlkette für Impfstoffe unterbrochen wurde.

An diesen Punkten setzt das Projekt „Last Mile“ an, das 2010 in Tansania startete und zwei Jahre später auf Ghana ausgedehnt wurde. Als Public Private Partnership unterstützen The Coca-Cola Company, der Global Fund, USAID und die Stiftung von Bill und Melinda Gates afrikanische Behörden dabei, die Arzneimittelversorgung in ihren Ländern zu verbessern und Medikamente auch über die kostenintensive „letzte Meile“ in entfernte Gemeinden auszuliefern: „Coca-Cola hat bewiesen, dass eine lückenlose Versorgung möglich ist. Wenn es gelingt, Erfrischungsgetränke überall hin zu bringen, dann muss das auch mit Medikamenten und Moskitonetzen gehen“, erklärt der Arzt Dr. Christoph Benn vom Global Fund den Grundgedanken des Projektes: „Dabei war die Idee nicht, dass wir Hilfsmittel mit den Lastern von Coca-Cola transportieren. Es geht vielmehr um langfristige Hilfe zur Selbsthilfe, dass Mitarbeiter der Regierungen lernen, selbst zu planen.“

Früher waren Medikamente in Tansania und Ghana Mangelware.
Früher waren Medikamente in Tansania und Ghana Mangelware.

Hilfe zur Selbsthilfe durch Wissenstransfer

Dafür stellt Coca-Cola den Behörden und medizinischen Einrichtungen Unternehmenswissen aus den Bereichen Lieferkette, Vertrieb und Marketing zur Verfügung. Gerade logistisches Know-how in Routen- und Lagerhausplanung ist dabei wichtig. „Mit der richtigen Technologie können Mitarbeiter überblicken, was reinkommt, was rausgeht, was bestellt werden muss. Früher wurde mit Papier und Bleistift geplant“, berichtet Benn über seine Erfahrungen in Tansania. Von den Lagern aus gelangen die Medikamente über Transportbetriebe dann in regionale Zentren und Dörfer: „Durch die Zusammenarbeit mit Coca-Cola funktioniert das schneller und billiger, weil das Unternehmen viel mit Kooperationspartnern arbeitet und Verträge aushandelt.“ Wie erfolgreich „Last Mile“ in Tansania ist, zeigt eine Zwischenbilanz. So reduzierte sich seit 2010 dort die Lieferzeit der Medikamente von 30 Tagen auf fünf Tage. Auch konnte sich die Verfügbarkeit von Arzneimittel in Krankernhäusern an einigen Standorten um 20 bis 30 Prozent erhöhen. Das Vertriebssystem wuchs von 150 Lagersammelstellen auf mehr als 5.500 Gesundheitseinrichtungen: „Heute können HIV-positive Menschen in Tansania ihre Medikamente genauso regelmäßig wie Kranke in Paris oder New York“, freut sich Benn.

Medikamente werden mit dem Boot transportiert.
Medikamente werden mit dem Boot transportiert.

In Ghana lag eines der Probleme der Medikamentenversorgung darin begründet, dass die Kühlgeräte für den Transport von Arzneimitteln zu alt waren und nicht einwandfrei funktionierten; Ersatzteile waren Mangelware: „Deshalb arbeitet Coca-Cola mit dem Ghana Health Service zusammen, um eine regelmäßige Wartung von Kühlern und schnellere Reparaturen voranzutreiben. Ebenso gibt es Trainings für einen verbesserten Umgang mit den Geräten“, erklärt der Getränkehersteller gegenüber der Presse. Zu einer funktionierenden Gesundheitsversorgung gehört nicht zuletzt die Aufklärung der Bevölkerung über die Bedeutung von Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen, um gefährliche Krankheiten zu vermeiden. Krankenschwestern gelten dabei als wichtige kommunikative Schnittstellen. In Zusammenarbeit mit dem Ghana Health Service schult Coca-Cola die Pflegerinnen in Kommunikationsstrategien und zeigt, wie sie Botschaften gezielt vermitteln können.

Erfolg nur durch Kooperation

Ob medizinische Versorgungsprojekte wie „Last Mile“ funktionieren, hängt laut Benn von drei Faktoren ab: „Die Regierung muss es als ihre Aufgabe erkennen, sich darum zu kümmern.“ Außerdem benötige man einen internationalen Finanzierungspartner wie den Global Fund, der die Behörden dabei unterstütze, Medikamente zu kaufen. Schließlich brauche man Expertise, um eine Infrastruktur aufzubauen: „Die haben private Unternehmen wie etwa Coca-Cola.“ Als nächstes Land wird Mosambik in das Projekt einsteigen, die Kooperation mit sieben weiteren Ländern in Afrika ist geplant: „Es ist eine ehrgeizige, aber realisierbare Aufgabe, extreme Armut und deren schlimmsten Folgen zu bekämpfen“, sagt USAID-Administrator Dr. Rajiv Shah. „Durch die Kooperation mit der Initiative „Last Mile“ und ihrer klaren Handlungsmaßgabe können wir große Fortschritte in diesem Bereich leisten.“

 
Quelle: UmweltDialog

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